Serie „Was macht eigentlich...?“

„Man ist erst dann alt, wenn man sich auch so fühlt“

Mitglied des Seniorenclubs zu werden, das konnte er sich mit 60 gar nicht vorstellen. Mittlerweile hat sich sein Seniorenbild geändert. Wir haben gefragt: Was macht eigentlich Klaus Haagen?
„Man ist erst dann alt, wenn man sich auch so fühlt“, meint Klaus Haagen. Der 71-Jährige ist auch heute noch körperlich aktiv und erfreut sich an der guten Gemeinschaft im Seniorenclub. © Jörg Müller

Waaas? Mitglied werden im Seniorenclub? Aber doch jetzt noch nicht, das sind ja alles nur alte Leute! Als Klaus Haagen noch so gedacht hat, war er 60 Jahre alt. „Heute weiß ich, dass ich damals komplett falsch lag. Aber mit den Jahren wird man halt schlauer“, lächelt Klaus Haagen, als wir ihn zum Kaffee in der Gaststätte „Warsteiner am Markt“ treffen.

Ehefrau Doris hatte großen Anteil am Umdenken

Einen großen Anteil am Umdenken hat sicherlich auch Ehefrau Doris gehabt. Die war nämlich schon Mitglied und so trat Klaus Haagen dem Verein vor gut elf Jahren auch bei. „Mein Seniorenbild hat sich damals sofort gewandelt. Ich bekam Respekt vor den Menschen, die sich teilweise trotz Erkrankungen viel bewegt haben und so fit geblieben sind“, gesteht sich Haagen heute ein.

Denn um seine körperliche Fitness war es zu der Zeit auch nicht optimal bestellt. „Beim Bundesgrenzschutz hatte ich damals wohl viel Sport gemacht. Aber in den Jahren danach ist das ganz schön eingeschlafen“, sagt Haagen.

Aber nach dem Beitritt zum Seniorenclub wurde alles anders. Klaus Haagen machte mit und engagierte sich. Mit der Folge, dass er schon ein gutes Jahr später den Vereinsvorsitz übernahm.

„Man ist erst dann alt, wenn man sich auch so fühlt“

„Das war eine tolle Zeit in einem tollen Team“, meint Klaus Haagen rückblickend. „Und wer bei dem Namen Seniorenclub an gebrechliche Menschen denkt oder vielleicht an so etwas wie einen Betreuungsverein, der liegt völlig falsch. Man ist nämlich erst dann alt, wenn man sich auch so fühlt. Aber solange man aktiv bleiben kann, ist alles gut. Und genau dazu bietet unser Seniorenclub eine Vielzahl von Mitmachangeboten und auch Hilfestellungen. Das ist ein wirklich großes Angebot für nur zehn Euro im Monat“, wirbt Haagen für seinen Verein, der heute von Klaus Skodell geführt wird.

Klaus Haagen lebt gerne in Oer-Erkenschwick. „Ich habe während meiner Zeit beim Bundesgrenzschutz auch in Braunschweig gelebt. Und in Lübeck. Aber rückblickend muss ich feststellen, dass es mir in Oer-Erkenschwick am besten gefällt. Das hier ist meine Heimat, hier leben meine Verwandten und auch die Natur macht Oer-Erkenschwick lebenswert“, stellt Klaus Haagen fest.

Nur die Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt könnten besser sein. „Da fahre ich dann schon mal gerne mit meiner Frau nach Datteln oder nach Haltern. Dafür stimmt aber der Menschenschlag hier. Die Leute am Stimberg sind nicht so schnell beleidigt. Das gefällt mir.“

Endlich wieder Urlaub an der Nordsee machen

Jetzt hofft Klaus Haagen, dessen Wecker immer noch morgens um 7 Uhr klingelt, dass sich die Coronalage bessert, dass es mit der Pandemie bald vorbei ist. „Dann würde ich mit meiner Frau auch wieder Urlaub an der Nordsee machen.“ Bis dahin wirkt Klaus Haagen dann eher doch mehr im eigenen Garten.

Für die Zukunft wünscht sich der 71-Jährige vor allen Dingen Gesundheit. „Damit ich noch möglichst lange zusammen mit meiner Frau sportlich aktiv bleiben kann. Und das natürlich vor allem im Seniorenclub Oer-Erkenschwick.“

Zur Person Klaus Haagen

  • Klaus Haagen ist 71 Jahre alt und in Oer-Erkenschwick aufgewachsen. Nach der Mittleren Reife begann er seinen Dienst beim Bundesgrenzschutz und absolvierte dort auch eine Ausbildung zum Krankenpfleger.
  • 1974 wechselte er zur Westfälischen Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Marl-Sinsen, fungierte dort schließlich als Stationsleiter, wurde Vorsitzender des Personalrates und schließlich auch Mitglied des Pflegedienstleitung.
  • 1985 baute er schließlich eine fachlich ähnliche Klinik in Herten mit auf und wirkte dort als stellvertretender Pflegedirektor und auch als Mitglied der Stabsstelle. 2014 ging Klaus Haagen in den Ruhestand.
  • Der 71-Jährige ist seit 1974 verheiratet mit Ehefrau Doris und hat einen erwachsenen Sohn.
  • Seit 2009 gehört Klaus Haagen dem Seniorenclub an. Von 2010 bis 2020 fungierte er als 1. Vorsitzender. Auch heute noch ist er als Übungsleiter (mit-)verantwortlich für die beliebten Sonntagsspaziergänge und für Crossboule. Aktiv ist er auch beim Nordic-Walking und beim Schwimmen.

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