Hochinzidenzgebiete

Erst Spanien, dann in Quarantäne – so reagieren die Urlauber

Trotz drohender Quarantäne für Spanien-Urlauber hagelt es in den Reisebüros noch keine Stornierungen. Aber manche Kunden buchen spontan von Mallorca auf ein anderes Urlaubsziel um.
Kroatien ist im Reisebüro von Ursula Wenig aktuell der Renner. © Martin Pyplatz

Ferienzeit ist Reisezeit. Nach langer Flaute konnten die Reisebüros im Mai endlich wieder voll durchstarten. Doch inzwischen trüben wieder dunkle Wolken den deutschen Urlaubshimmel. Auslöser ist die angekündigte Test- und Quarantänepflicht für Urlaubsrückkehrer aus Hochinzidenzgebieten. Dazu zählt ausgerechnet Spanien, das Lieblings-Ferienziel der Deutschen.

Die meisten Spanien-Urlauber sind offenbar schon geimpft

Droht nun neues Ungemach für die Reisebüros und es hagelt jetzt ohne Ende Stornos für den gebuchten Malle-Urlaub? Özcan Kocaoglu von Burak-Reisen am Berliner Platz hat bis jetzt jedenfalls noch keine einzige Stornierung für einen Spanien-Urlaub annehmen müssen: „Wir fragen unsere Kunden bei der Buchung nicht ausdrücklich, ob sie schon geimpft sind. Die Corona-Bestimmungen ändern sich ohnehin ständig. Aber ich gehe davon aus, dass die meisten Urlauber nicht stornieren, weil sie geimpft sind.“ Das leuchtet ein: Mit vollständigem Impfschutz droht Rückkehrern aus Hochinzidenzgebieten schließlich keine Quarantäne, die die Urlaubsfreuden trüben könnte.

Mit dem laufenden Geschäft ist Kocaoglu durchaus zufrieden, mal abgesehen davon, dass er eine lange Flaute durchstehen musste. „Zurzeit ist es aber etwas ruhiger geworden. Viele warten offensichtlich ab, wie sich die Corona-Lage an ihren Wunsch-Urlaubszielen entwickelt. Es kommen immer mehr Kurzentschlossene in mein Reisebüro.“

Spanien steht im Übrigen bei Burak-Reisen nur auf Platz zwei der am meisten gebuchten Urlaubsländer. Deutlich an der Spitze stehen die Türkei und die Strände in der Region Antalya. „Dort gibt es keine Probleme, die Waldbrände sind fast alle gelöscht“, sagt der Reisen-Experte. Auf Platz drei hinter Spanien rangiert bei ihm Griechenland.

Stimberg-Reisebüro hat mehr Arbeit mit Umbuchungen als mit Buchungen

Stornieren musste bisher auch Reisekauffrau Ursula Wenig (Stimberg-Reisebüro) noch keinen Spanien-Urlaub: „Aber ich hatte schon zwei Umbuchungen von Mallorca auf die Kanaren und von Mallorca in die Türkei.“ Tatsächlich hatte in einem Fall der Arbeitgeber mit Konsequenzen nach Antritt der Spanien-Reise gedroht. „Es stehen in den nächsten Wochen aber noch einige Spanien-Urlaube auf der Liste. Da kommen, je nachdem wie sich die Corona-Lage entwickelt, wohl noch Umbuchungen dazu“, sagt Ursula Wenig. Mit Umbuchungen hat die Reisekauffrau übrigens zurzeit mehr zu tun als mit Buchungen: „Im Mai lief es erst wieder gut an. Aber seit vier Wochen halten sich die Kunden mit aktuellen Buchungen sehr zurück. Das liegt wohl auch an der Delta-Variante. Ich setze jetzt auf den Herbst und die Reisesaison 2022.“

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