Ewaldstraße

Bagger auf der Zechenbrache – diese Altlasten werden beseitigt

Vor drei Jahren wurde das kleine Wäldchen an der Ewaldstraße gerodet. Lange wuchs Gras über das Baugrundstück. Jetzt werden die Altlasten aus der Bergbauvergangenheit ausgekoffert.
Ein Bagger koffert gerade Schutt und Bergematerial auf dem Gelände des ehemaligen Zechenparkplatzes an der Ewaldstraße aus. © Martin Pyplatz

Lange ist Gras drüber gewachsen. Jetzt hat die RAG Montan Immobilien GmbH (RAGMI) mit der Altlastensanierung auf dem ehemaligen Zechenparkplatz neben dem Landabsatz begonnen. Der Oer-Erkenschwicker Investor Oliver Mumme will auf dem 6219 Quadratmeter großen Grundstück 60 Wohnungen in zwei Mehrfamilienhäusern bauen, teils barrierefreie Eigentumswohnungen. Im Juni dieses Jahres sollte eigentlich Baustart sein.

Schutt und Bergematerial von der Zeche Ewald-Fortsetzung im Boden

„Es handelt sich nicht um giftige Altlasten, sondern lediglich um Schutt und Bergematerial“, sagt RAGMI-Sprecher Stephan Conrad. Das Gestein wurde damals verwendet, um das Gelände für den Bau des Parkplatzes zu begradigen. „Weil der Untergrund sich nicht für den Bau von Kellern eignet, haben wir uns im Kaufvertrag verpflichtet, das Material auszukoffern und fachgerecht zu entsorgen. Zudem lassen wir das Baugelände aus Sicherheitsgründen noch einmal auf Kampfmittel untersuchen“, kündigt Conrad an.

Schon zweimal wurde das Grundstück neben dem ehemaligen Landabsatz inzwischen gerodet. Investor Oliver Mumme, der die Fläche vor knapp einem Jahr von der GP+Q, einer Tochtergesellschaft der RAG Montan Immobilien GmbH (RAGMI), gekauft hat, musste lang darauf warten, dass der Voreigentümer diese Fläche baureif macht.

Boden muss bis zu einer Tiefe von 1,50 Meter ausgetauscht werden

Bei Bodenproben entdeckten Gutachter zwar keine giftigen Hinterlassenschaften der Bergbauvergangenheit, aber neben Schutt und Bergematerial auch Überreste eines Abwasserkanalsystems der ehemaligen Zeche Ewald-Fortsetzung. Der Boden dort muss bis zu einer Tiefe von 1,50 Meter ausgetauscht werden. Die Vermarktung eines der beiden letzten Zechengrundstücke hat sich ziemlich lange hingezogen. Das zweite Grundstück am Ewaldkreisel neben dem Calluna-Spielplatz und dem Fachmarktzentrum hat ebenfalls Oliver Mumme erworben.

Das Grundstück an der Ewaldstraße wollte die RAGMI schon vor mehr als drei Jahren vermarkten. Das kleine Zechenwäldchen wurde bereits im Februar 2018 für den Bau von zwei Mehrfamilienhäusern abgeholzt. Eine entsprechende Bauvoranfrage hatte die Stadt Oer-Erkenschwick positiv beschieden. Die RAG Montan Immobilien GmbH wollte das Grundstück an einen Investor verkaufen.

Im Januar 2019 sondierte ein Kampfmittelräumdienst das Gelände

Weil sich kein Interessent fand, veräußerte RAGMI die Fläche im Sommer 2018 an die Tochtergesellschaft GP+Q. Bis Ende 2018 sollten die Altlasten beseitigt werden. Bis auf einen Kampfmittelräumdienst, der im Januar 2019 das Grundstück nach Blindgängern absuchte, rührte sich allerdings erst mal nichts.

Wildkraut und Sträucher schossen stellenweise mehr als drei Meter in die Höhe.

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