Stadthalle und Kulturkreis

Aufschwung oder Stillstand – Wie steht es um die Kultur in O-E?

Seit im Frühjahr 2020 die Corona-Pandemie auch Oer-Erkenschwick erreichte, hatte auch die Kulturszene mit Schutzmaßnahmen und Lockdowns zu kämpfen. Wie sieht es jetzt aus?
Das "Minguet Quartett" spielt in Oer-Erkenschwick. © Frank Rossbach

Über viele Monate blieben die Lichter in den Veranstaltungsräumen der Stadt ausgeschaltet. Die Kultur fiel in den erzwungenen Coronaschlaf. Nichts ging mehr. Da die Impfquote – wenn derzeit auch nur langsam – steigt, wurden auch wieder Theater, Konzerte oder Lesungen möglich. Doch können die Kulturschaffenden diese wieder gewonnene Freiheit auch wirklich nutzen?

Jein, lautet da die Antwort von Stadthallen-Pächter Marcus Vierhaus: „Der kulturelle Bereich ist gleich null.“ Die Leute trauen sich einfach noch nicht, Tickets für Veranstaltungen zu kaufen – vor allem, wenn sie noch weiter in der Zukunft liegen. Das Risiko, dass ein Konzert oder Theaterstück ausfällt oder verschoben wird, ist vielen wohl einfach noch zu hoch. Auch, wenn Marcus Vierhaus in „seiner“ Stadthalle Veranstaltungen plant, ist nie gewiss, ob diese auch stattfinden. „Auch viele Veranstalter sind derzeit noch nicht in der Lage, kostendeckend zu planen.“ Einige Nachholtermine stehen zurzeit fest: „Jan und Henry – Das Musical für Kinder“ am Samstag, 16. Oktober; „Die große Schlagerhitparade“, 6. November. Nach heutigem Stand sollen diese auch stattfinden.

Die Gesundheit geht einfach vor

Die beliebten Seniorenveranstaltungen bleiben bis auf Weiteres aber abgesagt. „350 Senioren hier zu haben, das ist mir einfach zu brenzlig. Da geht die Gesundheit einfach vor“, sagt Vierhaus. Doch wovon überlebt dann die Stadthalle? Private Veranstaltungen, Sitzungen von Parteien oder Vereinen füllen zum Glück den Terminkalender. „So halten wir uns über Wasser“, sagt Marcus Vierhaus. Das soll auch im Herbst noch so weitergehen, hofft der Stadthallen-Pächter. Spätestens im neuen Jahr wolle er dann wieder durchstarten, wenn die Coronakrise es denn zulässt. Marcus Vierhaus: „Jetzt warten wir erstmal die neuen Bestimmungen ab, die für Anfang Oktober angekündigt sind.“

„Wir freuen uns sehr, endlich wieder eine Veranstaltung anbieten zu können“, erzählt Erika Mentel, Vorsitzende des Kulturkreises, fröhlich. Die Coronakrise hatte den Kulturkreis ebenfalls hart getroffen, über viele Monate lag das Programm auf Eis. Die von den Ehrenamtlichen mit viel Engagement geplanten Veranstaltungen mussten abgesagt werden. „Doch jetzt wollen wir den Bürgerinnen und Bürgern wieder ein bisschen kulturelle Abwechslung vom Alltag bieten“, sagt Mentel und lädt zu einer kostenlosen Matinee am 14. November ein. Um 11 Uhr spielt im Evangelischen Gemeindezentrum am Dietrich-Bonhoeffer-Platz das Minguet Quartett auf. „Die Kunst der Fuge“ von Johann Sebastian Bach sowie das Streichquartett op 18 Nr. 2 und das „Harfenquartett“ von Ludwig van Beethoven stehen auf dem Programm.

Es gelten die 3G-Regeln

Nach aktuellem Stand gilt für die Teilnahme die Einhaltung der 3G-Regel. Besucher müssen also einen Nachweis erbringen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Allerdings muss auch der Kulturkreis coronabedingte Abstriche machen: Die Teilnehmerzahl ist aufgrund der Schutzbestimmungen beschränkt. Eine Anmeldung ist bis zum 6. November bei Erika Mentel (Tel. 0236881352) oder Melanie Hermann (02368960760) zwingend erforderlich. Und wer an diesem Vormittag noch ein wenig mehr Zeit mitbringt, der kann sich auch noch eine Ausstellung anschauen.

„Dass beides gleichzeitig laufen kann, ist abgeklärt“, sagt Mentel. Denn zu diesem Zeitpunkt macht im Rahmen der Feierlichkeiten zu 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland die Wanderausstellung „Die Bibliothek der geretteten Erinnerungen“ Halt in Oer-Erkenschwick. „Wir wollen jüdisches Leben sichtbar und greifbar machen und damit auch den Ressentiments, die immer noch in unserem Alltag gegenwärtig sind, entgegentreten“, heißt es vom Evangelischen Kirchenkreis, der die Ausstellung betreut. Zusätzlich zu Fotos, die auf Roll-ups gedruckt sind, gibt es ein paar handfeste Gegenstände wie Gebetsschals oder auch eine kleine Torarolle. Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos.

Und wie blickt man beim Kulturkreis in die Zukunft? Erika Mentel: „Wir planen im Dezember unseren Ausflug nach Soest nachholen zu können.“ Und ansonsten hoffe man auch hier, auf das nächste Frühjahr…

Der Kulturkreis lädt zudem zu seiner Mitgliederversammlung ein. Diese findet statt am 26. Oktober um 19 Uhr im Pfarrheim Christus König. Es gilt die 3G-Regel. Zur Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung bei Aulke (0236852661) oder Mentel (Tel. 0236881352) notwendig.

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