Feuerwehr-Azubis befreien Unfallopfer aus verkeiltem Auto

Mit der hydraulischen Schere muss der Autorahmen durchtrennt: Bei der Feuerwehr Marl üben Auszubildende den Ernstfall.
Mit der hydraulischen Schere muss der Autorahmen durchtrennt: Bei der Feuerwehr Marl üben Auszubildende den Ernstfall. © Stadt Marl
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Selbst dann, wenn es hart auf hart kommt, sind sie für uns da: die Männer und Frauen der Feuerwehr Marl. Damit das auch so bleibt, starten regelmäßig neue junge Leute ihre Ausbildung. Jetzt standen die Auszubildenden des aktuellen B1-Lehrgangs an der Feuerwache an der Herzlia-Allee parat, um ihr Können bei einer Einsatzübung unter Beweis zu stellen. B1 – so wird der Grundausbildungslehrgang der hauptamtlichen Feuerwehren bezeichnet.

Folgendes Szenario: Massenkarambolage, drei Autos sind in den Unfall verwickelt. Das Mittlere von ihnen hat sich unter dem Heck des vorderen verkeilt. Der Fahrer ist verletzt und eingeklemmt. Die Azubis müssen die Person befreien.

Nach kurzer Lagebesprechung kennt jeder der angehenden Feuerwehrleute seinen Platz und damit seine Aufgaben. Die Unfallstelle wird abgesperrt, die Autos werden stabilisiert. Einer der Brandmeisteranwärter klettert auf den Beifahrersitz, um in Erfahrung zu bringen, wie es dem Unfallopfer geht. Es wird klar, dass die Azubis ihn aus dem Auto herausschneiden müssen. Der Helfer auf dem Beifahrersitz legt dem Verletzten Halskrause und Schutzbrille an. Vorsichtig – um den Fahrer nicht weiter zu gefährden – werden die Seitenfenster entfernt.

Autorahmen muss durchtrennt werden

Mit der hydraulischen Rettungsschere durchtrennt der Auszubildende den metallenen Autorahmen. Hydraulische Zylinder heben das Dach an und halten es an Ort und Stelle. Der Weg zum Unfallopfer ist frei. Mit vereinter Kraft heben die B1-Teilnehmer den Fahrer aus seinem Sitz auf die Trage. Nach 17 Minuten ist die Übung beendet.

Erschöpft, aber glücklich: Die Teilnehmer des B1 nach der gelungenen Einsatzübung.
Erschöpft, aber glücklich: Die Teilnehmer des B1 nach der gelungenen Einsatzübung. © Stadt Marl

Im Kreis Recklinghausen wird städteübergreifend ausgebildet. In diesem Lehrgang kamen 16 Brandmeisteranwärter und -anwärterinnen aus den Städten Marl, Herten, Castrop-Rauxel und Recklinghausen zusammen – sowie ein Auszubildender der VW Werkfeuerwehr Osnabrück. Im April 2022 startete die Ausbildung für sieben Frauen und neun Männer.

Neue Auszubildende gesucht

Die Brandmeisterausbildung selbst splittet sich in verschiedene Module. Der B1 steht dabei ganz am Anfang. Verschiedene Lehrgänge vermitteln feuerwehrtechnisches Grundwissen, wie zum Beispiel zur technischen Hilfeleistung. Außerdem müssen die Teilnehmer unter anderem das Deutsche Sportabzeichen in Silber erwerben und die Realbrandausbildung meistern, indem neben Einsatzübungen auch echte Einsätze begleitet werden. Im weiteren Verlauf der 18-monatigen Ausbildung folgen ein Praktikum, die zusätzliche Ausbildung zum Rettungssanitäter und die feuerwehrtechnische Zusatzausbildung.

Die Feuerwehr ist grundsätzlich auf der Suche nach neuen Auszubildenden. Die Grundlehrgänge werden jedes Jahr neu durchgeführt. Fragen zum Ausbildungsberuf Brandmeisteranwärter/-anwärterin sowie zum Bewerbungsverfahren beantwortet die Ausbildungsleitung der Stadt Marl per Email über: ausbildung@marl.de