Neubau in Marl

Im Klara Hospiz können im neuen Jahr die ersten Gäste einziehen

In Marl wird ein stationäres Hospiz für die Städte Marl, Haltern und Dorsten gebaut. Sechs Jahre nach der Idee für den Neubau können bald die ersten Gäste einziehen.
Am Klara-Hospiz gehen die Bauarbeiten voran. Die Fördervereinsvorsitzende Dr. Ulrike Bertlich und Koordinatorin Katrin Mrozek überzeugen sich vor Ort davon. © Jörg Gutzeit

Vor sechs Jahren kam Pastor Ulrich Müller in Marl-Sickingmühle mit einem höchst dringenden Anliegen zu seiner Nachbarin Dr. Ulrike Bertlich. Für einen sterbenskranken Senior seiner Gemeinde St. Franziskus suchte er einen Hospizplatz. Den fand aber auch die niedergelassene Ärztin nicht – und in beiden reifte der Entschluss, es müsse ein stationäres Hospiz in Marl gebaut werden.

Ein Hospiz ist ein Ort, an dem Menschen ihre letzte Lebensphase verbringen. Ihnen diese Zeit so angenehm wie nur irgend möglich – ohne Schmerzen und ohne Angst vor dem Alleinsein – zu gestalten, das hat sich die Hospizbewegung zur Aufgabe gemacht. Hospiz im ursprünglichen Sinn bedeutet Herberge. Die Gäste sollen sich zu Hause fühlen – auch Angehörige dürfen ihnen hier nahe sein.

Nach drei Monaten wird der Förderverein gegründet

Drei Monate nach ihrem ersten Gespräch hatten der Pfarrer und die niedergelassene Ärztin bereits so viele Mitstreiter gefunden, dass sie den Förderverein Klara Hospiz gründen konnten. „Seitdem hat sich die Stadt Marl verändert“, sagt Ulrike Bertlich, die Vereinsvorsitzende ist. „Kein Tag ohne Klara“ ist für sie ein Lebensmotto.

Für die Einrichtung des Klara Hospizes werden noch Spenderinnen und Spender gesucht:

Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Inneneinrichtung auf ca. 340.000 Euro.

Egal ob ein Stuhl, ein Bett, ein ganzes Gästezimmer oder einen Teller – jeder Euro für die Inneneinrichtung ist willkommen. Weitere Infos gibt es auf https://klara-hospiz.de/moebelspende/

Aus der Idee ist eine Bewegung geworden. Der Förderverein hat rund 1050 Mitglieder. Fast 2 Millionen Euro Spenden wurden bereits gesammelt. Es gibt eine Stiftung. Die mildtätige und gemeinnützige Klara Hospiz gGmbH ist Trägergesellschaft und Bauherrin des stationären Hospizes für Marl und Umgebung.

Sie stützt sich auf viele Gesellschafter und viel Sachverstand. Neben dem ambulanten Hospizverein Marl und dem Hospiz zum Heiligen Franziskus in Recklinghausen gehören ihr das Diakonische Werk im Kirchenkreis Recklinghausen, die Katholische Kirchengemeinde St. Franziskus Marl, die Evangelische Stadt-Kirchengemeinde Marl, der Hospiz-Freundeskreis Dorsten e.V., die Katholische Kirchengemeinde St. Sixtus – Haltern am See und der Endlich e. V. Herten an.

Neubau vor der Paracelsus-Klinik geht voran

Jetzt geht Ulrike Bertlich gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Klara Hospiz gGmbh, Manfred Rosenberg, durch den Neubau für das Klara Hospiz, der direkt vor den Toren der Paracelsus-Klinik am Lipper Weg in Marl entsteht. Kurz vor Weihnachten sind Gäste da. Wieder einmal wird ein Spendenscheck überreicht. Dieses Mal sind es 10.000 Euro vom Hertener und Bochumer Werk des Unternehmens Bauder Dachsysteme. Die Hertener Produktionsleiterin Andrea Langer und Christoph Janorschka vom Standort Bochum bekommen eine Führung über die Baustelle. Der Innenausbau hat begonnen.

Hospizbau kostet 3,7 Millionen Euro

Rund 3,7 Millionen Euro kostet der Hospizbau mit zehn großzügigen Gästezimmern. Im Sommer 2022 sollen die ersten Gäste einziehen können – die Corona-Pandemie hat den Start ein wenig verzögert. Die Leidenschaft und das Engagement der Aktiven in Förderverein und Trägergesellschaft hat sie nicht gebremst. Jetzt geht es um Einrichtung und Ausstattung des Hauses. Manfred Rosenberg, von Hause aus Banker, hat Planung und Bauphase minutiös begleitet. Er hat inzwischen Kataloge für Mobiliar und Küchenausstattung oder Stoffmusterbücher für Vorhänge ebenso selbstverständlich im Kofferraum seines Autos wie Baupläne und Kostenrechnungen, Anträge oder Bewerbungsmappen der künftigen Mitarbeitenden.

Zeit einmal „Danke“ zu sagen

„Es ist Zeit, einmal Danke zu sagen für die große Unterstützung, die wir erfahren haben“, betont er beim Rundgang durch den Neubau. Das Hospiz wird dauerhaft auf Spenden angewiesen sein – und auf ehrenamtliche Unterstützung. Diese auch in Zukunft zu gewährleisten, dafür steht der Ambulante Hospizverein Marl, der die Hospizarbeit in der Stadt begründete und seit fast 16 Jahren Freiwillige zu Sterbebegleitern ausbildet. „Wenn es dann zu Hause nicht mehr geht, sollen die Menschen zu uns kommen“, sagt Manfred Rosenberg.

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