Baupläne in Hüls

Gibt es jetzt ein Bürgerbegehren?

Die Diskussion um die Bebauung auf dem Jahnstadiongelände geht weiter. Die Bürgerinitiative prüft neue Schritte. Die Politik spricht sich für das Projekt aus.
Das alte Kassenhäuschen am Jahnstadion. © Meike Holz

Die geplante Bebauung des Jahnstadiongeländes erregt weiter die Gemüter in Marl. Die Bürgerinitiative hat bei der Stadt angezeigt, dass sie ein Bürgerbegehren plant. Die Stadt arbeitet bereits an der erforderlichen Kostenschätzung. Das Bürgerbegehren richtet sich gegen den vom Rat beschlossen Flächentausch Jahnstadiongelände und Stübbenfeld als Ausgleichsfläche zum Baugebiet. Die Verbandsversammlung des RVR beschlossene 15. Änderung des Regionalplans hat den Weg für den geplanten Flächentausch geebnet. Die Politik in Marl hat erneut bekräftigt, dass sie am Bauvorhaben festhält.

Streit vor der Sommerpause

Streit gab es vor der Sommerpause trotzdem, nachdem die SPD-Fraktion mit einem Dringlichkeitsantrag in der Ratssitzung das Thema erneut zur Diskussion stellte. Sie forderte, die Verwaltung damit zu beauftragen, in das laufende Bauleitverfahren Maßnahmen für einen erhöhten Klimaschutz einzubeziehen. Aufgeführt waren unter anderem, eine CO2-Bilanz aller Eingriffe und Maßnahmen vorzulegen, die klimatischen Auswirkungen der Bebauung auf das Baugebiet und den Stadtteil Hüls zu prüfen und ein Konzept für eine klimagerechte Energieversorgung in dem Plangebiet vorzulegen.

„Unverschämtes Pamphlet“

Aus Sicht der CDU-Fraktion war der SPD-Antrag „ein unverschämtes Pamphlet“. Thomas Terhorst mutmaßte, es werde ein Ausstiegsszenario für das Bauprojekt vorbereitet. Robert Heinze (FDP) kritisierte den „plötzlichen Sinneswandel“ und warf den Sozialdemokraten vor, Projekte für den Stadtteil Hüls grundsätzlich zu blockieren.

Projekt zügig voranbringen

Am Ende einigten sich die Ratsvertreter mehrheitlich darauf, die Stadtverwaltung damit zu beauftragen, das Bauvorhaben zügig voranzubringen. Bei der Frage nach dem Denkmalschutz ist Klärung gewünscht. Der Deutsche Werkbund NRW hat den Antrag gestellt, den Schutz für die Jahnstadion-Tribüne zu prüfen. Die städtische Baudezernentin Andrea Baudek erklärte dazu, dass das zuständige Denkmalamt des Landschaftverbands Westfalen-Lippe in Münster 2017 auf Nachfrage der Stadt Marl keine Bedenken gegen den Abriss der Tribünen-Gebäude geäußert hatte.

Baufällige Stadion-Tribüne

Die Tribüne sei baufällig und der Erhalt keine realistische Perspektive. Bereits 2004 hatte der damalige Marler Rat beschlossen, das Stadion aufzugeben. Seit 2011 werden Pläne geschmiedet. 2017 stellte die rudimo AG (heute Fakt AG) ihre konkreten Pläne vor. Unter dem neuen Namen Hülser Waldpark will die Fakt AG auf dem 38.000 Quadratmeter großen Gelände des Jahnstadions 196 Wohneinheiten bauen.

In seiner nächsten Sitzung am 16. September wird der Rat voraussichtlich entscheiden, ob ein Bürgerbegehren gegen den geplanten Flächentausch zulässig ist.

Der Abend in Datteln

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.