Meinung

Busspur statt Radschnellweg

Auch der Individualverkehr wird künftig immer klimaneutraler. Schnellstraßen für Radfahrer werden bei Regen kaum genutzt, sagt Thomas Brysch.
Vielleicht würde es reichen, diesen Radweg an der Willy-Brandt-Allee zeitgemäß zu erneuern, statt eine ganze Fahrspur für den Kraftverkehr zu sperren. © Meike Holz

Das ist schon merkwürdig. Da wundern sich Ratsherrn im Stadtplanungsausschuss über den versuchsweisen Einstieg in den Rückbau der vierspurigen Straßen im Stadtgebiet, obwohl der Rat das selbst beschlossen hat – mit dem Marler Mobilitätskonzept nämlich, das ja keine unverbindliche Ideensammlung ist, sondern ein Generalplan, der nun Zug um Zug umgesetzt wird.

Ja, man kann das machen, alle vierspurigen Straßen auf zwei reduzieren. Aber auch der Individual-Kraftverkehr wird in den nächsten Jahren immer klimaneutraler – mit E-Mobilität und Wasserstoff. Und brauchen wir wirklich Schnellstraßen für Radfahrer? Wer nutzt die – bei Regen, im Winter?

Ich fahre selbst mit dem Rad zur Arbeit – über Hüppelswick, Flurstraße, dem künftigen gate.ruhr-Radweg und Kampstraße. Wer hier radelt weiß, was wirklich angesagt ist: Erst mal ganz normale Radwege und Straßen so erneuern, dass man darauf fahren kann, ohne Angst um seine Speichen haben zu müssen.

Dort, wo die Straßen vierspurig sind, ist häufig schon jetzt viel Platz für Radler. Vielleicht wäre es besser, bestehende Rad- und Fußwege zeitgemäß zu ertüchtigen, eine freiwerdende Fahrspur aber den Bussen der Vestischen zur Verfügung zu stellen. Busspuren sind in vielen Städten ein Erfolgsrezept. Sie stärken den öffentlichen Personennahverkehr. Auch das wirkt gegen Stau und Klimawandel.

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