Zwei-Wochen-Projekt

Trinkwasserversorgung wird im Kreis Recklinghausen umgestellt

Die Gelsenwasser Ag nimmt ab Montag, 18. Oktober 2021, für voraussichtlich zwei Wochen Umstellungen im Trinkwasserrohrnetz vor. Das betrifft die Versorgung mit Trinkwasser auch im Kreis Recklinghausen.
Die Rohrbrücke über dem Wesel-Datteln-Kanal bei Haltern wird kontrolliert. © Palm, Andreas

Gelsenwasser arbeitet am Trinkwasserrohrnetz und wird in den kommenden zwei Wochen die Trinkwasserversorgung in einigen Kommunen umstellen. Hintergrund ist, dass in Haltern am See eine Brücke über den Wesel-Datteln-Kanal durch ein Schiff beschädigt wurde. Die Brücke wird nun überprüft. Dafür muss Gelsenwasser die Trinkwasser-Transportleitung außer Betrieb nehmen, die über die Brücke verläuft – sonst wäre diese zu schwer für die Arbeiten.

Pro Stunde fließen 1,5 Millionen Liter Trinkwasser

„Durch diese Leitung mit einem Durchmesser von einem Meter fließen pro Stunde bis zu 1,5 Millionen Liter Trinkwasser aus dem Wasserwerk Haltern“, erläutert Andreas Palm, für die Maßnahme zuständiger technischer Leiter am Gelsenwasser-Standort in Recklinghausen. „Wenn wir die Leitung außer Betrieb nehmen, fehlt uns diese Wassermenge in dem Gebiet, in das Trinkwasser aus dem Wasserwerk Haltern geliefert wird. Wir müssen also mehr Wasser aus dem Wasserwerk Witten an der Ruhr weiter nach Norden fließen lassen, um das auszugleichen und durchgehend alle Bürgerinnen und Bürger zu versorgen.“

So funktioniert die Umstellung im Rohrnetz

Das ist überhaupt nur möglich, weil das Gelsenwasser-Trinkwassernetz so vernetzt aufgebaut ist, dass jeder Ort aus verschiedenen Richtungen und Werken versorgt werden kann. In einem solchen Fall sind einige Umstellungen im Rohrnetz notwendig: In dem Bereich an der sogenannten „Wassergrenze“ (nördlich davon wird mit Trinkwasser aus dem Wasserwerk Haltern, südlich davon aus Wasserwerken an der Ruhr versorgt) werden Armaturen im Rohrnetz geöffnet bzw. geschlossen, so dass das Trinkwasser aus dem südlichen Bereich weiter nach Norden fließt.

„Wir haben die Umstellung intensiv vorbereitet und rechnen kaum mit Druckschwankungen oder Wassertrübungen durch mineralische Partikel“, ist Andreas Palm zuversichtlich, dass die Kunden in Recklinghausen, Castrop-Rauxel, Oer-Erkenschwick, Waltrop, Selm, Olfen und Nordkirchen von der zweiwöchigen Änderung kaum etwas merken werden. „Komplett ausschließen können wir das nicht für alle Ortsbereiche. In Teilen des Rohrnetzes im nördlichen Bereich von Castrop-Rauxel, im Süden von Recklinghausen und in Oer-Erkenschwick bedeutet die Umstellung eine Änderung der Fließrichtung des Wassers in den Leitungen. Dabei können mineralische Partikel wie Eisen oder Mangan, die sich über die Jahre in Leitungen ablagern, losgespült werden. Das macht sich dann als Trübung des Wassers bemerkbar. Durch Spülung der Leitungen im Vorfeld haben wir dem soweit wie möglich vorgebeugt.“

Wasser lange laufen lassen

Wenn Kunden dennoch Trübungen („bräunliches Wasser“) bemerken, sollten sie das Wasser eine Zeit lang ablaufen lassen, bis es wieder klar aus der Leitung kommt. Da es sich um mineralische Partikel handelt, sind diese Trübungen optisch störend, aber unbedenklich. Meldungen über Trübungen nimmt die Gelsenwasser-Störungsstelle (Castrop-Rauxel 0800 7 9999-10; Recklinghausen, Oer-Erkenschwick und Waltrop 0800 7 9999-20) jederzeit 24/7/365 entgegen.