Weihnachts-Spendenaktion

„Tierische Glücksmomente“ in der „Kleinen Oase“ in Datteln

Im Kurzzeitwohnheim „Kleine Oase“ in Datteln gibt es verschiedene Angebote für die schwerbehinderten Gäste. Bei der hundegestützten Therapie geht es um Spaß - und um vieles mehr.
Hundegestützte Therapie: Denise (l.) wirft den Ball, Labradoodle Momo bringt ihn zurück - unter der Aufsicht von Therapeutin Daniela Dederichs. © Meike Holz

Denise freut sich, sie lacht laut. Gerade hat sie es geschafft, einen Tennisball wegzuwerfen – und Therapiehund Momo holt die Kugel schnell aus der Zimmerecke, bringt sie zurück. „Ohne Angst“, kommentiert Denise ihren Umgang mit der Hundedame stolz. Es ist unübersehbar, dass die körperlich und geistig schwer behinderte junge Frau das Spiel genießt.

„Denise hat sich beim Umgang mit Momo gut geöffnet, sie war erst etwas ängstlich, ist dann mutiger geworden“, sagt Daniela Dederichs. Die 48-Jährige kommt alle zwei Wochen mit ihrem Therapiehund in die „Kleine Oase“. In dem Dattelner Kurzzeitwohnheim für schwerbehinderte Kinder und Jugendliche beschäftigt sie sich zusammen mit Momo mit verschiedenen Gästen der Einrichtung. So trainiert Denise bei ihren spielerischen Übungen mit Ball und Leckerli ihre Feinmotorik, sie streichelt Momo, greift, wirft, füttert. „Außerdem bedeutet die Therapie für Denise auch ein selbstwertsteigerndes Erfolgserlebnis – und viel Freude“, bemerkt Daniela Dederichs.

Flexible Therapie-Inhalte – je nach Kind

Doch der Effekt der hundegestützten Therapie ist unterschiedlich – je nach Bedürfnis und Möglichkeit des jeweiligen Kindes. „Neben dem Spaß kann es das Ziel sein, den eigenen Körper bewusster zu spüren, spielerisch die Konzentration oder Bewegung zu trainieren“, sagt Daniela Dederichs. „Und manchmal geht es auch nur um Entspannung: Wenn ein Kind bettlägerig ist, legt es sich mit Momo auf das Wasserbett, fühlt den warmen Körper des Hundes. Dazu gibt es dann eine Klangschale und Traumreise“, erzählt die Therapeutin, die für die einzelnen Gäste sehr unterschiedliche Utensilien zur Hand hat. Das reicht vom Ball und Leckerlis über eine Klangschale und Hundepuzzle bis zu Hütchen und Würfeln. „Mit diesen vielen Sachen kann ich flexibel reagieren“, betont Daniela Dederichs. Doch bei aller Unterschiedlichkeit der einzelnen Therapie-Einheiten ist der Rote Faden, „den Kindern tierische Glücksmomente zu geben“, sagt sie lächelnd mit einem Blick auf ihren „familienfreundlichen Labradoodle“ Momo. Die Therapeutin, die viele Jahre als Kinderkrankenschwester in der „Kleinen Oase“ gearbeitet hat, genießt es, „hier mit Momo bewusste Zeit für ein Kind zu haben“.

„Sollen wir ein anderes Spiel machen? Möchtest du mal würfeln – und Momo macht dann Tricks?“, fragt Daniela Dederichs. Denise nickt heftig, wieder lacht sie. Und dann wird mit dem speziellen Würfel gespielt: Denise würfelt, es erscheint auf der Oberseite des Würfels das Wort „Pfote“ – so gibt die Hündin der jungen Frau die Pfote. „Durch Momo wird die Therapie spielerischer, die Kinder sind motivierter. Und der Hund bewertet niemanden – seine bedingungslose Annahme des Gegenüber vermittelt Vertrauen“, erklärt die Halternerin ein Erfolgsgeheimnis ihrer Tätigkeit.

Der Labradoodle Momo vermittelt Vertrauen

Die hundegestützte Therapie ist nicht die einzige Therapie in der „kleinen Oase“, die ausschließlich über Spenden finanziert wird. So stehen hier regelmäßig Musik- und Kunsttherapie auf dem Programm – wichtige Angebote für die schwer behinderten Gäste in dem Kurzzeitwohnheim.

Janis dreht mit Therapeutin Daniela Dederichs und ihrem Hund Momo begeistert ein paar Runden durch die Flure der „Kleinen Oase“. © Meike Holz © Meike Holz

Denise hat ihre Therapiesitzung inzwischen sehr zufrieden beendet. Nun ist Janis an der Reihe. Der 17-Jährige – mit Rollator und Helm – hat das erste Mal Kontakt zu Momo, ist sehr aufgeregt, unruhig. Schnell merkt Daniela Dederichs, dass hier Bewegung angesagt ist. Schließlich dreht Janis mit Momo und der Therapeutin Runden in der „Kleinen Oase“, stolz zeigt er allen, wie gut er hier Gassi gehen kann. Und eine der Krankenschwestern kommentiert leicht erstaunt: „So schnell und gut ist Janis ja noch nie gelaufen.“

INFO

SO KÖNNEN SIE SPENDEN

  • Die Aktion:
    Unsere Weihnachts-Spendenaktion gilt in diesem Jahr der „Kleinen Oase“ in Datteln. In dem Kurzzeitwohnheim leben insgesamt etwa 150 schwer behinderte oder stark verhaltensauffällige Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene jeweils für einige Wochen im Jahr. Eine Abwechslung für die Betroffenen, eine wichtige Auszeit für deren Familien. In der „Oase“ werden die Kinder und Jugendlichen, die einen Pflegegrad zwischen 3 und 5 haben, von Krankenschwestern und Heilerziehungspflegern, aber auch von Therapeuten und ehrenamtlichen Mitarbeitern begleitet. In unserer Weihnachtsaktion stellen wir die „Kleine Oase“ in den nächsten Wochen jeweils mittwochs und samstags vor.
  • So können Sie spenden:
    – Spendenkonto:
    Volksbank Südkirchen – Capelle-Nordkirchen eG
    IBAN: DE85 4006 9716 0313 1321 00
    – Empfänger:
    „Kleine Oase Datteln“
    – Verwendungszweck:
    „Spende Bauer“
    -Spendenquittung:
    Gerne wird Ihnen auf Wunsch eine Spendenquittung geschickt. Geben Sie dazu bitte Ihre vollständige Adresse unter Verwendungszweck an.

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