Nahverkehr

Schnellbusse sollen das Vest mit den Uni-Städten verbinden

Die Verkehrspolitiker im Kreis RE setzen auf den Ausbau von Bus und Bahn - auch aus Klimaschutzgründen. Doch in Pandemie-Zeiten bricht offenbar die Nachfrage weg.
Mit Schnellbussen sollen die Menschen im Vest mobiler werden. © SYSTEM

Mit neuen Schnellbuslinien soll die Qualität des Nahverkehrs im Kreis Recklinghausen spürbar verbessert werden. Das sieht ein CDU-Antrag im Mobilitätsausschuss des Kreistags vor, der jetzt mit großer Mehrheit beschlossen wurde. „Damit wollen wir auch den Vestischen Klimapakt einen wichtigen Schritt voranbringen“, erklärte der Ausschussvorsitzende Jörg Jedfeld gegenüber unserer Zeitung.

Folgende Vorschläge hat die CDU gemeinsam mit den Kreisstädten u. a. ermittelt:

– eine schnelle Anbindung an die Universitätsstandorte Bochum und Dortmund, etwa mit dem X-Bus 57 von Marl über Herten und Herne,

– eine Schnellbusverbindung X13 von Datteln und Waltrop zum Technologiepark und zur Universität Dortmund und

– eine Direktverbindung von Castrop-Rauxel zur Ruhr-Uni und zur TU Dortmund durch eine Kombination von X69 (Datteln-Castrop-Bochum) und X79 (Castrop-Uni DO-Witten).

Die mit X bezeichneten Busse sind Schnellbusverbindungen, die der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) derzeit plant, um die Landkreise besser mit dem schnellen Rhein-Ruhr-Express (RRX) im Kern-Ruhrgebiet zu verbinden. Vor einigen Monaten wurden sie noch als „Metropolbusse“ bezeichnet.

Schienenlösung nach Bochum gesucht

Kopfschmerzen bereitet den Verkehrspolitikern des Kreises noch immer die lange erhoffte Direktverbindung zwischen der Kreisstadt Recklinghausen und der Reviermetropole Bochum. „Wir setzen noch immer auf eine Schienenlösung“, sagt Jörg Jedfeld, „doch da blockiert derzeit die Bogestra, die ja ab Herne eine U-Bahn-Verbindung anbietet“ – und verspricht: „Wir bleiben da dran.“

Als weitere ÖPNV-Projekte innerhalb des Kreises, die jetzt die Verwaltung und auch Vestische-Geschäftsführer Holger Becker prüfen werden, gelten etwa:

– eine bessere Busverbindung in Marl zwischen Drewer-Süd, der Stadtmitte und Alt-Marl, etwa durch die Umstellung der Linie 270/219 auf einen 30-Minuten-Takt,

– eine bedarfsgerechte, saisonale Anbindung der Bahnhöfe Haltern und Sythen an das beliebte Badegewässer Silbersee und

– eine Direktverbindung zwischen dem Bahnhof Sinsen und dem Marler Chemiepark mit ca. 800 potenziellen Young-Ticket-Inhabern.

Homeoffice sorgt für Kundenverlust

„Gerade für die Nahverkehrs-Abonnenten müssen wir im Vest dringend etwas tun“, betont Verkehrs-Fachmann Jedfeld. So hat etwa die Vestische in der Corona-Krise rund 30 Prozent ihrer Kunden verloren. Und es sei zu befürchten, dass viele dieser Fahrgäste nicht zurückkommen, da Homeoffice auch in Zukunft eine große Rolle spielen werde. Aktuell plane der VRR etwa ein kostengünstigeres Flex-Ticket, das sich an Pendler wendet, die nur zwei bis drei Tage pro Woche zur Arbeit fahren.

Und wann könnte der Masterplan zum Nahverkehr umgesetzt werden? Jörg Jedfeld ist zuversichtlich, dass dies in ein bis zwei Jahren möglich ist. Wichtig sei aber auch, dass die möglichst viele Bürger das Angebot annehmen – damit sich die Investitionen auch lohnen, wirbt er.

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