Blitzer im Kreis Recklinghausen

Radarkontrollen: Lasertechnik sorgt für mehr Einnahmen

Deutlich mehr Verwarn- und Bußgelder als im Jahr davor hat der Kreis Recklinghausen 2020 eingenommen. Die stationären und mobilen Messgeräte spülten noch einmal rund 220.000 Euro zusätzlich in die Kasse.
EIn Blitzer der neusten Generation steht auch in Datteln, in Höhe Im Winkel. © ANDREAS KALTHOFF

1,3 Millionen Euro hat der Kreis in die Modernisierung der Geschwindigkeitsüberwachung in den vergangenen Jahren gesteckt – eine Investition, die sich offenbar schnell bezahlt macht. Denn 2020 gingen dem Kreis 63.702 Temposünder ins Netz. Das sind rund 4.500 mehr als noch 2019 (59.252). Ein Jahr davor waren es sogar nur 55.131. Das macht sich auch in den Einnahmen bemerkbar, die sich 2020 auf 1,47 Millionen Euro (zu 1,258 Millionen in 2019) summierten – ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von fast 17 Prozent.

24 stationäre Radaranlagen mit Lasertechnik

Geblitzt wurde an insgesamt 24 stationären Radaranlagen. Diese 24 sind mittlerweile fast alle auf die moderne Lasertechnik umgerüstet. Lediglich in Dorsten steht an der Marler Straße noch ein altes Modell. Dort war zunächst ein Kreisverkehr geplant, so dass eine Modernisierung der Blitzanlage hinfällig geworden wäre, erklärt Svenja Küchmeister von der Pressestelle des Kreises.

„Der Kreisverkehr kommt nun aber nicht. Deshalb werden wir dort kurzfristig ebenfalls tätig“, so die Kreissprecherin weiter. Die neue Anlage ist also nur eine Frage der Zeit.

Zudem soll auf Kreisgebiet ein weiterer, der dann 25. Blitzer errichtet werden. Dieser ist in Gladbeck an der Horster Straße geplant. Die Aufträge für die beiden Geräte sollen zeitgleich ausgeschrieben werden, deshalb musste auch mit der Umrüstung in Dorsten noch gewartet werden.

Panzerblitzer wurde 2020 an den Kreis ausgeliefert

Neben den stationären Laserblitzern wurde Mitte des vergangenen Jahres der heiß ersehnte Panzerblitzer „Paul“ an den Kreis ausgeliefert, wie er auch von der Stadt Herten betrieben wird. Mit diesem sowie zwei zusätzlichen Radarwagen ist die Behörde in Datteln, Waltrop, Oer-Erkenschwick und Haltern am See unterwegs. Die anderen Städte betreiben das Geschäft selbst. „Ab einer bestimmten Größe ist das möglich. Es sei denn, eine Stadt würde uns damit beauftragen“, sagt Küchmeister, müsste dann aber das Vorgehen juristisch prüfen lassen.

63.702 Mal hat es geblitzt

Zurück zur Statistik: Von den 63.702 Fällen in 2020 haben insgesamt 53.545 Mal die stationären Messstellen ausgelöst. Panzerblitzer und Radarwagen waren dabei 10.157 Mal „erfolgreich“. Temposündern stößt das bekanntlich sauer auf. Doch der Kreis wehrt sich gegen den Vorwurf der Abzocke. „Wir blitzen nur an Unfallschwerpunkten, stationär wie mobil – jeweils in Absprache mit der Polizei“, sagt Svenja Küchmeister. Dies sei auch so im Ordnungsbehördengesetz des Landes Nordrhein-Westfalen vorgeschrieben und könne gar nicht umgangen werden.

Vor allem in Oer-Erkenschwick waren die Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs. Dort haben die mobilen Blitzer 3.483 Verstöße registriert. In Datteln waren es hingegen nur 1.432, während es in Haltern am See 2.004 und in Waltrop 3.238 Mal geblitzt hat.

Nicht alle Anlagen sind scharf geschaltet

Mehr Datenquellen konnte der Kreis auf Anfrage nicht liefern. Svenja Küchmeister: Aufgrund der Technik gibt es keinen Überblick, wann wer am schnellsten unterwegs war oder wo zum Beispiel die Geschwindigkeitsüberschreitung am größten war.“ Dazu müsste jeder einzelne Fall überprüft werden.

Wie in früheren Jahren zu Zeiten der sogenannten Starenkästen sind auch aktuell nicht alle Anlagen scharf geschaltet. Zwar gibt es drei Anlagen, die 24 Stunden, also rund um die Uhr kontrollieren (Haltern am See, B58, Waltrop Münsterstraße und Castrop-Rauxel B235, Habinghorster Straße). Doch für die meisten Standorte gibt es ein rollierendes System. Drei eingesetzte Kameras wandern unregelmäßig von Standort zu Standort. Hinzu kommen zwei Kameras für den Panzerblitzer „Paul“, der genauso in beide Richtungen kontrollieren kann wie die beiden Radarwagen, für die ebenfalls jeweils zwei Geräte zur Verfügung stehen und die bei Bedarf auch anderweitig (in den stationären Geräten) eingesetzt werden können.

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