„Emscher-Lippe-Crowd“

Rabattcoupons für die Unterstützer

„Crowdfunding“: Schwarmfinanzierung von nachhaltigen und ökologischen Projekten soll mithilfe der Emschergenossenschaft Vereinen und Institutionen im Kreis Recklinghausen helfen.
Brigitte Schubert und Heinz Meyer (beide Emscher-Guides), Dr. Mario Sommerhäuser (4.v.r.) von der Emschergenossenschaft, Sara Mulatu (3.v.r.) von der Essener Ehrenamts-Agentur, Alexander Scheidle (2.v.r.) vom Kleingartenverein Deininghausen in Castrop-Rauxel und Prof. Dr. Uli Paetzel (r.), Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, haben die Initiative „Mach mit am Fluss!“ vorgestellt. © Ilias Abawi/EGLV

Die Emschergenossenschaft startet eine neue Initiative für die Menschen in der Region: „Mach mit am Fluss!“ heißt das Projekt, bei dem die Bürger bei der weiteren Entwicklung des Neuen Emschertals mitreden und sogar auch mitentscheiden dürfen. Ein wichtiges Instrument ist dabei eine völlig neue Crowdfunding-Plattform, die von der Emschergenossenschaft jetzt vorgestellt wurde: die „Emscher-Lippe-Crowd“. Mit ihr gibt der Verband allen Kreativen und Engagierten die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen und Projekte nicht nur zu präsentieren, sondern mit der Unterstützung von vielen Menschen umzusetzen.

Parallelen zur TV-Sendung

Ein bisschen ist es so wie in der Sendung „Die Höhle der Löwen“: Private Investoren beteiligen sich an einer Firma, einem Projekt und erhalten dafür Anteile. Ähnlich verhält es sich beim „Crowdfunding“, nur gibt es keine Firmenanteile für die Investition, sondern ein kleines Dankeschön. Damit ist „Crowdfunding“ im Prinzip recht einfach erklärt: Übersetzt heißt es „Schwarmfinanzierung“. Bestimmte Projekte und Ideen werden von vielen Unterstützern finanziert, sie sind also die Geldgeber.

Unterstützung ist an Voraussetzungen gebunden

Mitmachen können Initiativen und Menschen (das sind beispielsweise Vereine, Organisationen, Schulen, Stiftungen oder auch Privatpersonen) mit Projekten im Emscher-Lippe-Einzugsgebiet. Die geplanten sozialen, kulturellen oder gesellschaftlichen Projekte müssen allerdings im Zusammenhang mit Wasser und Natur stehen und/oder einen ökologischen Zweck verfolgen. „Wir wollen vor allem kleinere Initiativen ansprechen, die sonst eher weniger Aufmerksamkeit bekommen“, sagt Lippeverband-Pressesprecherin Anne-Kathrin Lappe auf Anfrage dieser Redaktion.

Erstes Projekt beim Kleingartenverein

Ein Projekt, das im Kreis Recklinghausen beispielsweise bereits läuft, ist beim Kleingartenverein Deininghausen angesiedelt. Dort strebt man mit dem Projekt eine Neugestaltung des in die Jahre gekommenen Kleingartens an – aktuell konkret der Bau eines behindertengerechten Spielplatzes. Zudem soll ein Gemeinschaftsgarten für die Anlage entstehen. Auf 2222 Euro hofft man in Castrop Rauxel.

Bei Erfolg wird das Geld dafür investiert, den Spielplatz und das Gelände barrierefrei (z. B. Gehwegerneuerung) zu gestalten. Außerdem sollen Anschaffungen für den geplanten Gemeinschaftsgarten vorgenommen werden, Gerätschaften für die Projektgruppen durch kinderfreundliche Geräte aufgestockt werden. Weitere Bepflanzungen, um es dort attraktiver zu machen, gehören ebenfalls dazu.

Zehn Euro für jeden Unterstützer von der EGLV

Die EGLV (Emschergenossenschaft und Lippeverband) zahlt zusätzlich für jeden Unterstützer, der mindestens zehn Euro bereitstellt, ebenfalls zehn Euro – jeden Monat wird der EGLV-Topf neu mit 2000 Euro aufgefüllt. Allerdings gibt es das Geld nur, wenn das Crowdfunding für das Projekt am Ende auch erfolgreich war – mit anderen Worten: 100 Prozent der angepeilten Summe müssen auch erreicht sein.

Projektcoaching-Team an der Seite

Doch das Engagement der EGLV ist nicht nur finanzieller Art. Viel wichtiger und nachhaltiger dürften die Leistungen sein, die zusätzlich geboten werden: Mit „Fairplaid“ steht zum Beispiel ein Projektcoaching-Team zur Seite, das bereits über 2.000 erfolgreiche Projekte, vor allem auch im kommunalen Umfeld umgesetzt und fast 13 Millionen Euro ausgeschüttet hat. „Fairplaid“ erhält zwar Gebühren – doch nur bei Erfolg. Die Transaktionsgebühr deckt die Kosten bei Banken und Zahlungsdienstleistern, für die Servicegebühr gibt es unter anderem ein persönliches Coaching, wertvolles Feedback und Checklisten sowie Beratungsmöglichkeiten.

Rabattcoupons für die Unterstützer

Auf Unterstützer warten übrigens diverse Vorteile. Das können mal Rabattcoupons oder wie im Fall des Kleingartenvereins Saatgut, eine individuell gestaltete Baumscheibe oder der eigene Name auf einer Ehrentafel sein.

Wer sich noch nicht so richtig traut, kann jeden Mittwoch von 17 bis 17.45 Uhr an einem Webinar teilnehmen. Dort gibt es eine Einführung ins Thema Crowdfunding, was es zu beachten gibt, ob beispielsweise Steuern anfallen oder wozu ich einen Treuhandvertrag benötige.