Betrug

Polizei ermittelt 28 Tatverdächtige

Gefälschte Impfausweise führen nicht nur in Aachen, sondern auch im Kreis Recklinghausen zur Anzeige.
In mehr als 100 Fällen ermitteln die Behörden in Nordrhein-Westfalen wegen gefälschter Impfausweise. (Archivbild) © picture alliance/dpa

Echt oder nicht echt? Das ist auch im Kreis Recklinghausen beim Thema Impfausweis die Frage. Seit Wochen geht die Polizei mutmaßlichen Fälschungen nach. Und dabei ist nicht wenig zu tun, wie Polizei-Pressesprecherin Corinna Kutschke mitteilt.

27 Anzeigen liegen vor

Mittlerweile liegen der Behörde in Recklinghausen, die bekanntlich für den Kreis Recklinghausen sowie Bottrop zuständig ist, 27 Anzeigen vor. Diese wurden und werden geprüft. „Wir haben auch insgesamt 28 Tatverdächtige ermitteln können“, sagte Corinna Kutschke. Die möglichen Betrugsdelikte werden an die Staatsanwaltschaften weitergegeben.

Falsche Chargenaufkleber

„Ob es sich um ein Betrugsdelikt handelt oder eine Urkundenfälschung vorliegt, muss man im Einzelfall sehen“, sagt Henner Kruse, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund. Denn manchmal würden selbst ausgedruckte (falsche) Chargenaufkleber verwendet, manchmal einfach ein Impfzentrum genannt, das gar nicht immunisiert hat.

Zudem müsse geprüft werden, ob eventuell von einem Arzt eine Impfung bestätigt wird, die es gar nicht gegeben hat. Die Möglichkeiten seien also mannigfaltig. Darüber hinaus gebe es noch den Paragrafen 277, in dem es um Fälschung von Gesundheitszeugnissen gehe – dort stellt sich die Frage, ob ein Impfausweis auch unter diesen Begriff fällt. Zu konkreten Fällen im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Dortmund konnte Kruse aber noch nichts sagen.

Auch die Nutzung ist strafbar

Dagegen waren die Staatsanwaltschaften in Bochum und Essen nicht zu erreichen. Auf Anfrage gab es auch bis Donnerstagnachmittag keine Rückmeldung.

Übrigens ist laut dem LKA Nordrhein-Westfalen nicht nur das Herstellen und Vertreiben, sondern auch die Nutzung gefälschter Impfpässe strafbar.