Pandemie-Newsblog

Kreis Recklinghausen: Leichte Entspannung bei der Inzidenz

Die Zahlen zu den Corona-Infektionen im Kreis Recklinghausen aktualisieren wir regelmäßig. Wir halten Sie im Newsblog auf dem Laufenden. Am Montag, 26. Juli, gibt es bei der Inzidenz eine leichte Entspannung - der Wert fällt von 12,2 auf 11,7. Ab sofort gelten trotzdem neue Regeln.
Das Impfzentrum des Kreises RE am Konrad-Adenauer-Platz in Recklinghausen. © Meike Holz

Update 26. Juli, 8.15 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist im Kreis Recklinghausen zumindest für einen Tag wieder gesunken. Am Montag liegt der Wert bei 11,7 – nach 12,2 am Vortag. Zum Vergleich: Am Donnerstag, 8. Juli, hatte die Inzidenz mit 3,6 ihren vorläufigen Tiefstwert erreicht.

Da die Zahl in den letzten Tagen auch landesweit kontinuierlich gestiegen ist und über dem Wert 10 verharrt, gilt seit Montag (26. Juli) die Landesinzidenzstufe 1. Die wichtigste Änderung betrifft die Maskenpflicht, die landesweit in allen Innenräumen wieder vorgeschrieben ist, zum Beispiel in Museen. Die regionalen Regeln der Inzidenzstufe 1 treten im Kreis Recklinghausen erst am Dienstag (27. Juli) in Kraft. Bei den verschärften Regeln der Inzidenzstufe 1 gibt es unter anderem wieder mehr Kontaktbeschränkungen (siehe unten).

Grundlage für den Wechsel von Inzidenzstufe 0 auf Inzidenzstufe 1 ist laut Coronaschutzverordnung des Landes NRW, dass die Sieben-Tage-Inzidenz an acht aufeinanderfolgenden Tagen über 10 liegt. Bei den genannten Zahlen handelt es sich um die Werte, die vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht werden und entscheidend sind für die Anordnung staatlicher Maßnahmen. Der Inzidenzwert gibt die Zahl der Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen wieder.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit der höchsten Inzidenz

Auch im Kreis Recklinghausen dominiert nach Angaben des Gesundheitsamtes die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus das Geschehen. Experten des Robert-Koch-Instituts gehen davon aus, dass bereits bis zu 75 Prozent aller Neuinfektionen auf die erstmals in Indien aufgetauchte Mutation zurückzuführen sind. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind aktuell im Kreis Recklinghausen die gefährdetsten Personengruppen. Bei den 10- bis 19-Jährigen beträgt der Inzidenzwert mittlerweile 31,6 (Stand 26. Juli), bei den 20- bis 29-Jährigen 29,3.

Eine vollständige Impfung gilt als bester Schutz vor Delta – vor allem auch gegen schwere Verläufe der Erkrankung. Die Impfzentren in der Region verfügen im Moment über freie Terminkapazitäten und jede Menge Impfstoff, in Recklinghausen geht es sogar seit Freitag, 9. Juli, ganz flexibel ohne Termin. Verimpft werden die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna.

Auch Kinder ab 12 Jahren werden im Impfzentrum geimpft

Jetzt können auch Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren im Recklinghäuser Impfzentrum immunisiert werden. Geimpft wird immer am Mittwoch und am Samstag zwischen 14 und 18.30 Uhr. „In dieser Zeit werden wir dann auch die entsprechenden Mediziner vor Ort haben, die die Gespräche mit den jungen Menschen und ihren Eltern führen“, erklärt Dr. Hermann Geldmann, medizinischer Leiter des Impfzentrums. Damit das eigene Kind geimpft werden kann, muss die Einwilligung aller sorgeberechtigen Personen vorliegen. Für das Aufklärungsgespräch sollte etwas mehr Zeit mitgebracht werden.

Die Impfung der Kinder und Jugendlichen ist – wie die Impfung aller – ohne vorherige Terminvereinbarung an den entsprechenden beiden Nachmittagen möglich. Mitgebracht werden sollten der Personalausweis und falls vorhanden Impfpass und Gesundheitskarte.

Frühere Impfung nach Infektion möglich

Das Land NRW hat seine Vorgaben auch in anderer Hinsicht aktualisiert: Wer mit dem Corona-Virus infiziert war, aber keine Beschwerden und somit einen asymptomatischen Krankheitsverlauf hatte, kann bereits vier Wochen nach der Labordiagnose geimpft werden – statt nach sechs Monaten. Das teilte die Kreisverwaltung mit. In Einzelfällen könne eine frühere Impfung auch bei Krankheitsverläufen mit Symptomen sinnvoll sein, hieß es. Dann sollte die Genesung wiederum, nicht das Testergebnis, mindestens vier Wochen zurückliegen. Als Nachweis müssen Genesene ihr positives PCR-Testergebnis bzw. einen Nachweis über die Genesung vorlegen. Ebenfalls kürzere Abstände sind ab sofort bei Impfungen mit dem Impfstoff Biontech möglich. Das Impfintervall soll auf den Mindestabstand von drei Wochen reduziert werden (statt bisher sechs Wochen).

Regierungsbezirk: Anstieg nur im Kreis Steinfurt

Im Regierungsbezirk Münster ist laut RKI nur im Kreis Steinfurt die Inzidenz weiter angestiegen. Hier die Übersicht über die Inzidenzwerte aller Städte und Kreise im Regierungsbezirk (Stand 26. Juli, 0 Uhr; Vortageswert in Klammern):

– Kreis Borken 15,4 (15,4)

– Stadt Münster 15,2 (15,5)

– Kreis Steinfurt 14,3 (13,2)

– Stadt Bottrop 13,6 (13,6)

– Kreis Coesfeld 11,8 (11,8)

– Kreis Recklinghausen 11,7 (12,2)

– Stadt Gelsenkirchen 8,9 (8,9)

– Kreis Warendorf 7,2 (7,2)

Oer-Erkenschwick erreicht die Inzidenz 0,0

Der vom Kreis Recklinghausen erhobene Inzidenzwert ist im Vergleich zum Sonntag ebenfalls leicht gesunken. Er beträgt am Montag (26. Juli) 12,2 (Vortag: 12,4). Datteln hat weiterhin den höchsten Inzidenzwert – mit 20,2. Oer-Erkenschwick liegt erstaunlicherweise bei 0,0. Hier die Situation in den kreisangehörigen Städten (Stand 26. Juli, 8.15 Uhr; Vortageswert in Klammern):

– Datteln 20,2 (26,0)

– Dorsten 17,4 (17,4)

– Marl 15,5 (14,3)

– Gladbeck 14,5 (14,5)

– Recklinghausen 13,5 (13,5)

– Castrop-Rauxel 9,5 (10,9)

– Herten 8,1 (4,9)

– Haltern 7,9 (10,6)

– Waltrop 3,4 (3,4)

– Oer-Erkenschwick 0,0 (0,0)

Gesamt 12,2 (12,4)

Insgesamt gelten am Montag 141 Menschen im Kreis Recklinghausen als infiziert, das sind 14 mehr als am Sonntag. Die Kreisverwaltung meldet am Montag 14 Neuinfektionen. Die Zahl der Verstorbenen bleibt bei 983. Sieben Covid-19-Patienten sind – Stand 26. Juli – in den Kliniken im Kreisgebiet in stationärer Behandlung. Drei werden auf der Intensivstation behandelt und müssen beatmet werden. Laut Divi-Intensivregister sind im Kreis RE 45 von 193 Intensivbetten nicht belegt.

Geimpft wurden bisher – Stand 22. Juli – im Kreis 367.565 Personen. Davon haben 65.605 nur die Erstimpfung und 301.960 auch schon die Zweitimpfung erhalten. Seit dem 27.12.2020 wurden in den zehn Städten insgesamt 649.965 Impfdosen verabreicht. Die Zahlen auf Kreisebene sind aber nicht mehr vollständig, da die Impfungen der Betriebs- und Privatärzte fehlen. Diese geben ihre Zahlen direkt ans RKI und nicht an die Kassenärztliche Vereinigung und damit nicht an den Kreis weiter. Vollständig geimpft sind in ganz NRW 50,9 Prozent. Dazu kommen 13,0 Prozent, die nur die Erstimpfung erhalten haben.

Die detaillierten Zahlen aus dem Kreis Recklinghausen

Die detaillierten Corona-Zahlen aus den Städten vom 26. Juli (Fälle insgesamt, Genesene, Verstorbene, aktuell bestätigte Fälle):

Castrop-Rauxel: 3892 // 3789 // 88 // 15

Datteln: 1844 // 1747 // 86 // 11

Dorsten: 2926 // 2837 // 74 // 15

Gladbeck: 4911 // 4734 // 151 // 26

Haltern am See: 1009 // 991 // 13 // 5

Herten: 3577 // 3448 // 119 // 10

Marl: 4436 // 4289 // 124 // 23

Oer-Erkenschwick: 1765 // 1693 // 68 // 4

Recklinghausen: 6225 // 5972 // 225 // 28

Waltrop: 1322 // 1283 // 35 // 4

Gesamt: 31.907 // 30.783 // 983 // 141

Das sind die Regeln in der Inzidenzstufe 1

Ab Dienstag (27. Juli) gelten im Kreis Recklinghausen die regionalen Regeln der Inzidenzstufe 1.

  • In der Inzidenzstufe 1 werden die Kontaktbeschränkungen verschärft: Erlaubt sind dann Zusammentreffen von Personen aus bis zu fünf Haushalten ohne Personenbegrenzung, an dem auch immunisierte Personen aus weiteren Hausständen teilnehmen dürfen. In der Inzidenzstufe 0 gab es kein Limit.
  • Außerdem zulässig sind unabhängig von der Anzahl der Haushalte Zusammentreffen von bis zu 100 Personen, die alle über einen Negativtestnachweis verfügen, wobei immunisierte Personen zusätzlich teilnehmen dürfen und Kinder bis zum Schuleintritt von dem Testerfordernis ausgenommen sind.
  • Generell werden die Öffnungen in einigen Bereichen wieder vermehrt an negative Testergebnisse gebunden. So sind beispielsweise Kultur-Veranstaltungen außen und innen mit maximal 1000 Personen möglich, wenn die Besucherinnen und Besucher über ein negatives Testergebnis verfügen.
  • Partys und ähnliche Feiern sind im Freien ohne Mindestabstand und ohne Maskenpflicht mit bis zu 100 Gästen und innen mit bis zu 50 Gästen möglich, wenn ein negativer Testnachweis vorliegt und einfache Rückverfolgbarkeit sichergestellt ist.
  • Ein Freibadbesuch bleibt allerdings auch in der Stufe 1 ohne Test möglich, ebenso wie ein Besuch im Innenbereich eines Restaurants.
  • Vollständig Geimpfte und Genesene werden in NRW negativ Getesteten gleichgesetzt.

Bundesweit steigen die Inzidenzwerte

Während auf Landesebene die Sieben-Tage-Inzidenz am stagniert, steigt sie auf Bundesebene weiter an: Nordrhein-Westfalen liegt laut RKI am Montag wie am Vortag bei 17,1. In Deutschland gibt es einen Wert von 14,3 (Vortag: 13,8). Am Montag meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI binnen eines Tages 958 Corona-Neuinfektionen (Vortag: 1387). Drei weitere Todesfälle sind bundesweit im Zusammenhang mit Sars-Cov-2 registriert worden.

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