Drohende Unwetter

Kreis RE: Alle Straßensperrungen wieder aufgehoben

Vor extremen Gewittern hatte der Deutsche Wetterdienst für Freitag, 20. Mai, gewarnt. Doch der Kreis Recklinghausen blieb weitgehend verschont. Am frühen Samstagmittag waren alle gesperrten Straßen wieder freigegeben.
Unwetter und Starkregen drohten am 19. und 20. Mai im Kreis Recklinghausen. © dpa-tmn

Update, 21. Mai 2022

Der Kreis Recklinghausen ist von Schäden und Unwettereinsätzen weitestgehend verschont geblieben – so die Bilanz des Kreises nach den für Freitag, 20. Mai, angekündigten schweren Gewittern mit Sturmböen, Starkregen und Hagel. Jetzt hat der Kreis am Samstag im Lauf des Vormittags alle vorsorglich gesperrten Straßen wieder freigegeben. Am Morgen waren die Granatstraße (K 42) und die Holtwicker Straße (K 5) in Haltern am See zunächst noch gesperrt. Dort mussten einige angebrochene Äste entfernt werden, bevor ein sicheres Befahren der Straßen wieder möglich war. Zudem fährt ein Team des Tiefbauamtes vom Kreis Recklinghausen zur Sicherheit noch einmal alle Alleen ab, für die der Kreis zuständig ist.

Update, 20. Mai 2022

Der Krisenstab des Kreises Recklinghausen hat am Freitag, 20. Mai, Vorkehrungen für die nächsten Stunden getroffen, da der Deutsche Wetterdienst weiterhin auf drohende Unwetter für NRW hinweist. Straßensperrungen wegen der Wetterlage gelten zunächst bis zum morgigen Samstag.

„Rettungskräfte sind vorbereitet“

Auch die Bevölkerung ist aufgerufen, sich nicht unnötig in Gefahr zu begeben. „Das betrifft unsere vorsorglich gesperrten Straßen, aber auch den Aufenthalt im Freien ohne triftigen Grund. Unsere Rettungskräfte sind vorbereitet und jederzeit bereit, auch bei schlimmstem Unwetter alles zu tun, um Menschenleben zu retten. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass unsere Einsatzkräfte auch Menschen sind, die Familien und Freunde haben. Sie begeben sich für die Rettung selbst in Gefahr. Darum sollten alle sich gut überlegen, welche Risiken sie eingehen“, sagt Landrat Bodo Klimpel.

Granatstraße: Schon vier Bäume sind auf die Straße gekippt

Besondere Vorsicht ist im Umfeld von Bäumen geboten. Gestern bei dem kurzen Unwetter, das Teile des Kreises Recklinghausen betroffen hat, sind alleine auf der Granatstraße in Haltern vier Bäume auf die Straße gekippt. „Die Bäume stehen voll im Laub und bieten den Sturmböen eine große Angriffsfläche. Dadurch ist das Risiko, dass Bäume im Sturm umfallen, deutlich erhöht. Viele Bäume sind zusätzlich durch die vergangenen Dürrejahre geschädigt, so dass häufiger als sonst mit herausbrechenden Ästen und umstürzenden Bäumen zu rechnen ist“, erklärt Carsten Uhlenbrock, Leiter des Tiefbauamts des Kreises Recklinghausen, das unter anderem für die Kreisstraßen zuständig ist. Darum bleiben die vorsorglich gesperrten Straßen auch bis Samstag gesperrt. Erst, wenn das Team vom Tiefbauamt alle Straßen kontrolliert und die schlimmsten Schäden beseitigt hat, werden die Straßen wieder für den Verkehr freigegeben.

Aufenthalte im Freien vermeiden

Kreisbrandmeister Robert Gurk: „Auch heute gilt, was immer bei einer solchen Unwetter-Warnung gilt: Wer nicht draußen unterwegs sein muss, sollte zu Hause bleiben und kein unnötiges Risiko eingehen.“ Der Kreisbrandmeister warnt auch für den städtischen Bereich: „Lose Ziegel können herabstürzen, vor allem aber können Planen und andere, größere Gegenstände umherfliegen. Darum sollte jeder nicht zwingend notwendige Aufenthalt im Freien vermieden werden.“ Die Feuerwehren im Kreisgebiet, die Kreisleitstelle, aber auch die Mitarbeiter des Tiefbauamts haben sich auf mögliche Einsätze vorbereitet. Die Einsatzkräfte sind in Alarmbereitschaft versetzt, die Kettensägen einsatzbereit und Absprachen getroffen, wer sich, sollte es tatsächlich zu größeren Schäden kommen, um welche Bereiche kümmert.

Bei akuter Gefahr die 112 wählen

Auch die Kreisleitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst ist für ein erhöhtes Telefonaufkommen gerüstet und hat zusätzliches Personal in Bereitschaft. Wichtig für das Team der Leitstelle ist, dass die Leitungen nicht unnötig blockiert werden. Die 112 sollte nur dann gewählt werden, wenn tatsächlich eine akute Gefahr besteht. Das ist wichtig, damit bei lebensbedrohlichen Situationen schnellstmöglich Hilfe geschickt werden kann.

Von den vorsorglichen Sperrungen betroffene Straßen:

Bereich Haltern:

K42 (Granatstraße) zwischen B58 Weseler Straße und L652 Rekener Str.

K05 (Holtwicker Straße) zwischen Granatstraße und Landwehr

Bereich Datteln/Oer-Erkenschwick/Recklinghausen:

K30 (Redder Straße) ab Recklinghäuser Straße bis Ortseingang Holtbredde

K19.2 (Oerweg) zwischen Ölpfad/Lange Wanne und L511 Autobahnzubringer

K19.3 (Oerweg) zwischen L511 Autobahnzubringer und Groß Erkenschwicker Straße

Bereich Herten/Marl:

K36.1 (Dorstener Str./Dorfstr.) zwischen L502 Marler Str. und Im Breil

Update, 19. Mai 2022

Mit einer südwestlichen Strömung wird eine warme und zunehmend sehr feuchte Luftmasse nach Nordrhein-Westfalen geführt. Dabei stellt sich eine Gewitterlage samt Unwetterpotential ein, die am Freitag mit Durchzug eines Gewittertiefs ihren Höhenpunkt findet.

Starkregen mit 15 bis 25 l/qm, stellenweise heftiger Starkregen mit 25 bis 40 l/qm innerhalb von einer Stunde werden erwartet. Außerdem kann es zu schweren Sturmböen um 100 km/h (Bft 10) sowie größerer Hagel mit Korngröße um 3 cm. Punktuell orkanartige Böen bis 110 km/h (Bft 11) kommen.

Kreis sorgt vor und sperrt Straßen

Die Kreisverwaltung sperrt daher heute ab dem späten Nachmittag, spätestens ab 18 Uhr, vorsorglich mehrere Kreisstraßen, bei denen ein erhöhtes Risiko besteht, dass Bäume umstürzen. Die Zufahrt für Anlieger bleibt möglich, allerdings sollte dieser Bereich so wenig wie möglich befahren werden. Die Straßen bleiben wegen der aktuellen Vorwarnung des DWD am Freitag komplett gesperrt. Geplant ist, sie Samstagvormittag wieder für den Verkehr freizugeben. Die Kreisverwaltung wird am Freitagvormittag die Lage anhand der bis dahin vorliegenden Informationen erneut bewerten und dann weitere Informationen herausgeben.

Von den Sperrungen betroffen sind folgende Straßen:

Bereich Haltern

K42 (Granatstraße) zwischen B58 Weseler Straße und L652 Rekener Str.

K05 (Holtwicker Straße) zwischen Granatstraße und Landwehr

Bereich Datteln / Oer-Erkenschwick / Recklinghausen

K30 (Redder Straße) ab Recklinghäuser Straße bis Ortseingang Holtbredde

K19.2 (Oerweg) zwischen Ölpfad/Lange Wanne und L511 Autobahnzubringer

K19.3 (Oerweg) zwischen L511 Autobahnzubringer und Groß Erkenschwicker Straße

Bereich Herten / Marl

K36.1 (Dorstener Str./Dorfstr.) zwischen L502 Marler Str. und Im Breil

Das hatten wir bisher berichtet:

Die Sonne lacht, Bratwürstchen und Gemüse-Burger liegen auf dem Grill – das sommerliche Wetter begeistert nicht nur die Sonnenanbeter, Eisverkäufer und Kinder im Kreis Recklinghausen, sondern nahezu alle Menschen. Einzig die Natur kommt mit dem wenigen Regen nur schwer zurecht.

Doch damit dürfte es spätestens am Donnerstag, 19, Mai, zu Ende gehen. Glaubt man den Wetterexperten rollen Starkregen, Hagel und Sturmböen auch auf den Kreis Recklinghausen zu.

Gewitter-Schwerpunkte über NRW

Dominik Jung von wetter.net beispielsweise sieht den Schwerpunkt der kommenden Schwergewitterlage rund um Nordrhein-Westfalen – aus Westen ziehen die schweren Gewitterzellen heran, auch wenn es noch einige Sonnenstunden geben wird. Ähnlich sehen die Prognosen bei anderen Wetterexperten aus. Alle gehen zumindest von einer großen Unwettergefahr am Donnerstag im Westen Deutschlands und damit in NRW aus.

Temperaturen von mehr als 30 Grad erwartet

Im Laufe des Donnerstag soll es nicht nur wärmer mit Temperaturen von mehr als 30 Grad, sondern auch deutlich schwüler werden. Das kann dazu führen, das Unwetter mit Blitzen und Sturmböen über den Kreis Recklinghausen fegen.

Ähnlich sieht es der Deutsche Wetterdienst: „Unter Hochdruckeinfluss greift wärmere, teils heiße Luft auf Nordrhein-Westfalen über. Am Donnerstag nimmt der Tiefdruckeinfluss bereits wieder zu.“

Welche Orte genau betroffen sein könnten, lässt sich jedoch noch nicht sagen. Mehr dürfte im Laufe des Donnerstags vorhergesagt werden können. In der Vergangenheit waren die Auswirkungen oftmals sehr unterschiedlich. So kam es zum Beispiel in einigen Stadtteilen Hertens oder Halterns zu Überflutungen und vollen Kellern, Marl hingegen blieb nahezu verschont.

In der Nacht zu Freitag sollen die Schauer und Gewitter dann schon wieder nachlassen. Und zum Wochenende sind deutlich tiefere Temperaturen angesagt.

Der Abend in Datteln

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