Westfälische Hochschule

Flexible Unterstützung

Die Voraussetzungen bei Studienanfängern an der Westfälischen Hochschule in Recklinghausen sind sehr unterschiedlich. Ein neues Projekt soll individuell helfen - für ein erfolgreiches Studium.
Auch am Recklinghäuser Standort der Westfälischen Hochschule soll das neue Projekt „Digiflex“ die Studierenden unterstützen. © Thomas Schönert

Die Mehrheit der Studienanfänger an der Westfälischen Hochschule (WH) kommt von Gesamtschulen und Berufskollegs. Andere haben ein Gymnasium besucht oder waren bereits im Arbeitsleben aktiv. Viele WH-Studierenden sind die ersten in ihrer Familie, die eine Hochschule besuchen. Und etwa 40 Prozent haben eine Zuwanderungsgeschichte. Man sieht, die Studentenschaft an der Westfälischen Hochschule mit ihren Standorten in Recklinghausen, Gelsenkirchen und Bocholt ist sehr heterogen – mit unterschiedlichen Abschlüssen, Ausgangssituationen und zum Teil auch unterschiedlichen Kenntnissen. Auf diese individuellen Voraussetzungen geht die WH bereits seit Jahren mit Unterstützungsmaßnahmen gerade in der Studieneingangsphase ein. Jetzt soll das neue Programm „DigiFlex“ die Chancen auf ein erfolgreiches Studium weiter erhöhen – das Projekt wird mit 1,6 Millionen Euro von der Stiftung „Innovation in der Hochschullehre“ gefördert.

Die Studiendauer kann bafögfähig ausgedehnt werden

Mit „Digiflex“ möchte die Hochschule Studienanfänger flexibel unterstützen. Dazu kann die Studiendauer bafögfähig von sechs auf sieben Semester Regelstudienzeit ausgedehnt werden – das soll Platz für insgesamt fünf „Flexmodule“ schaffen. „Diese Module unterstützen die Studierenden inhaltlich in drei Bereichen: Es geht um die sprachlichen und mathematischen Fähigkeiten, Schlüsselkompetenzen wie zum Beispiel Lernstrategien und Studienorganisation sowie um die sogenannten ,Digital Skills‘, also Kompetenzen wie digitales Lernen und den Umgang mit digitalen Daten“, erläutert Prof. Tatjana Oberdörster, Vizepräsidentin für Lehre und Studium an der WH.

Prof. Tatjana Oberdörster präsentiert die Infos für die Studierenden zum Projekt „Digiflex“. © WH © WH

Die „Flexmodule“ sollen vorrangig in den ersten drei Studiensemestern stattfinden, als Ausgangspunkt dient ein Orientierungstest, aufgrund dessen die Teilnahme an entsprechenden Einheiten empfohlen wird. „Wir wollen hier mit den Flexmodulen verschiedene Angebote schaffen, zwischen denen gewählt werden kann. Es geht darum, eine gute Basis für das Studium zu schaffen“, erläutert Tatjana Oberdörster.

„Wir möchten noch mehr Studierende erreichen“

Ein bereits bestehendes, zentrales Unterstützungsprojekt an der Westfälischen Hochschule ist die Einstiegsakademie, in der Erstsemester zum Studienbeginn vor allem in den Bereichen Mathematik und Schlüsselqualifikationen Hilfe erhalten. Das Angebot gibt es an allen WH-Standorten bereits seit 2013, in den letzten Jahren haben hier jeweils insgesamt etwa 500 Erstsemester teilgenommen, mehr als 100 davon allein am Standort Recklinghausen. „Wir wollen die Erfahrungen der Einstiegsakademie mit dem neuen Angebot ,Digiflex‘ ausbauen. Das ist im Grunde eine neue Organisationsvariante, über die wir noch mehr Studierende erreichen möchten. Bei unseren bisherigen Zusatzangeboten wurde der Bedarf für die Studenten nicht immer deutlich. Zudem gab es häufig zeitliche Probleme bei der Teilnahme. Wir hoffen, dass dies bei ,Digiflex‘ durch die Bafög-Streckung nicht der Fall ist“, sagt Tatjana Oberdörster.

Der Startschuss erfolgt schon im Wintersemester

Ziel der Westfälischen Hochschule ist es, das Projekt „Digiflex“ allen Fachbereichen der Hochschule anzubieten. „Wir werden im Wintersemester damit anfangen, aber natürlich noch nicht komplett“, stellt die Vizepräsidentin klar – zum Beispiel mit Blick darauf, dass das Angebot auf den jeweiligen Bedarf der einzelnen Fachbereiche genau abgestimmt werden muss. Und natürlich auf die individuellen Voraussetzungen der Studenten. Tatjana Oberdörster: „Wir wollen die Studenten da abholen, wo sie stehen.“

Weiteres Förderprojekt

Lernbegleitung mit künstlicher Intelligenz

  • Eine Förderzusage gab es jetzt auch für ein zweites Projekt an der Westfälischen Hochschule: Die Stiftung „Innovation in der Hochschullehre“ unterstützt das sogenannte „Digitale Mentoring“ – ein Verbundprojekt von WH, Fachhochschule Dortmund und Hochschule Bochum – mit insgesamt vier Millionen Euro.
  • Hier geht es um ein neuartiges System der Lehr- und Lernbegleitung: Mit künstlicher Intelligenz sollen die Studienfortschritte jedes Studierenden anhand von Teilnahme- und Prüfungsdaten analysiert werden und zu individuellen Empfehlungen für den weiteren Studienverlauf führen.
  • „Es gibt viele Daten, die wir unter Beachtung des Datenschutzes als Lerncheck für die Studierenden nutzen können – um den jeweiligen Lernbedarf herauszufinden“, erläutert WH-Vizepräsidentin Tatjana Oberdörster. „Diese KI-gestützte Lernanalyse ist eine gute Ergänzung zu der Studienbegleitung durch die Professoren und kann die Lehre weiter verbessern.“
  • Tatjana Oberdörster ist hocherfreut über die beiden zugesagten Unterstützungen in Millionenhöhe: „Wir haben als mittelgroße Hochschule zwei Anträge gestellt, die beide bewilligt worden sind. Das ist schon ein toller Erfolg.“
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