Polizei

Erneut weniger Einbrüche

Weniger Einbrüche meldet die Polizei für den Kreis Recklinghausen. Ein Grund für die Entwicklung ist Corona: Während der Pandemie verbrachten mehr Menschen mehr Zeit zu Hause. Doch wie geht es in der dunklen Jahreszeit weiter?
In der gestellten Szene auf unserem Foto versucht ein „Einbrecher“, über die Terrasse ins Haus zu gelangen. © dpa

Die Zahl der Einbrüche im Kreis Recklinghausen ist erneut gesunken. Das hat die für den Kreis Recklinghausen und Bottrop zuständige Polizeibehörde jetzt mitgeteilt. Demnach gab es im ersten Halbjahr 2021 insgesamt 467 Einbrüche und Einbruchsversuche, im gleichen Zeitraum 2020 lag die Zahl noch bei 547 – das bedeutet ein Minus von etwa 15 Prozent. „Wir hatten bereits im vergangenen Jahr bei den Einbrüchen einen deutlichen Rückgang und auch in den Jahren davor gab es schon fallende Zahlen. Mit dem aktuellen Stand setzt sich also eine erfreuliche Tendenz eindeutig fort“, sagt Corinna Kutschke.

Weniger Home-Office: Steigen die Zahlen jetzt wieder?

Eine Ursache für die positive Entwicklung sieht die Polizei-Sprecherin in den Alltags-Veränderungen während der Corona-Pandemie. „Viele Menschen hatten Home-Office, waren mehr zu Hause – das schreckt potenzielle Täter natürlich ab.“ Für die Expertin stellt sich allerdings die Frage, wie es jetzt weitergeht: „Inzwischen gehen wieder mehr Leute zur Arbeit. Außerdem wird es nun wieder früher dunkel“, bemerkt Corinna Kutschke mit Blick auf die anstehende „Hoch-Jahreszeit“ für Einbrüche.

Aktionstage mit Info-Ständen informieren

Als weiteren Grund für den Rückgang bei den Einbrüchen nennt die Sprecherin die verschiedenen Maßnahmen der Polizei. So sei die Polizei im Zusammenhang mit Einbrüchen verstärkt vor Ort. „Wir bearbeiten Bürgerhinweise und machen interne Auswertungen. Daraus folgen dann zum Beispiel Schwerpunktaktionen mit Aktionstagen und Info-Ständen, bei denen unser Kommissariat ,Kriminalprävention und Opferschutz‘ präsent ist.“

Die Polizei gibt Tipps zum Schutz vor Einbrüchen

Die Polizei gibt eine Reihe von Tipps, wie man sich vor einem Wohnungseinbruch schützen kann. Hier einige wichtige Hinweise:

  • Sichern Sie mögliche Schwachstellen Ihres Hauses bzw. Ihrer Wohnung durch den Einbau von geprüfter und zertifizierter Sicherungstechnik.
  • Verschließen Sie immer Ihre Haus- bzw. Wohnungstür sowie Fenster, Balkon und Terrassentüren, auch wenn Sie nur kurz weggehen – gekippte Fenster sind offene Fenster.
  • Vermeiden Sie es, Schlüssel draußen zu verstecken.
  • Halten Sie die Hauseingangstür in Mehrfamilienhäusern tagsüber geschlossen. Prüfen Sie vor dem Drücken des Türöffners, wer ins Haus will.
  • Lassen Sie nur nachts Rollläden herunter, da sonst tagsüber ein unbewohnter Eindruck entsteht.
  • Lassen Sie Ihre Wohnung bzw. Ihr Haus bei längerer Abwesenheit bewohnt erscheinen. Briefkästen sollten geleert und beispielsweise Rollläden und Beleuchtung unregelmäßig betätigt werden.
  • Markieren Sie Ihre Wertgegenstände eindeutig und notieren Sie die wichtigsten Daten in einer Wertgegenstandsliste.
  • Bewahren Sie besonders Wichtiges oder Wertvolles, das Sie nur selten brauchen, bei Ihrem Geldinstitut im Schließfach auf.
  • Achten Sie auf unbekannte Personen und auf verdächtige Situationen auch in der Nachbarschaft. Alarmieren Sie in Verdachtsfällen sofort die Polizei über 110.

Für ausführliche Beratungen verweist Corinna Kutsche sowohl auf das Recklinghäuser Kriminalkommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz, Telefon: 02361/553344, sowie auf Informationen im Internet (www.polizei-beratung.de).

Übrigens: Nicht nur im Kreis Recklinghausen werden weniger Einbrüche und Einbruchsversuche gemeldet. Die gleiche Entwicklung gibt es auch landesweit: Die Polizei registrierte im ersten Halbjahr 2021 insgesamt 9030 Einbrüche und Einbruchsversuche in NRW – 37 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Und auch landesweit gab es bereits zuvor über mehrere Jahre einen Rückgang bei den Einbrüchen.

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