Selbsthilfe

Ein Werkzeug, um sich erst mal selbst zu helfen

Das Projekt „Brücken in die Zuversicht“ vermittelt das Co-Counselling – um im Kreis Recklinghausen Menschen zu unterstützen, die auf einen Psychotherapieplatz warten.
Für Menschen, die auf einen Platz bei einem Psychotherapeuten warten, gibt es im Kreis Recklinghausen ein Projekt der Selbsthilfe. © picture alliance / Victoria Bonn-Meuser/dpa

Die Wartezeit auf einen Platz bei einem Psychotherapeuten beträgt oft mehrere Monate. Im Kreis Recklinghausen gibt es deshalb das Selbsthilfeprojekt „Brücken in die Zuversicht“. Es soll den Teilnehmern ermöglichen, in einer Gruppe mit anderen an sich selbst zu arbeiten – um so gemeinsam emotionalen und psychischen Druck abbauen und die Wartezeit „überbrücken“ zu können.

Christa-Maria Röttger © Privat © Privat

Das Angebot richtet sich an Frauen und Männer, die auf einen Therapieplatz warten, die aus einer Therapie kommen und weiter an sich arbeiten wollen – oder die sich ganz allgemein in einer psychisch belasteten Situation befinden. „Gut geeignet ist es beispielsweise für Menschen mit Burn-out oder Depressionen“, sagt Bernhard B. Beck – nicht jedoch dagegen bei akuten Psychosen oder Drogenabhängigkeit.

Das innere Gleichgewicht stabilisieren

Beck koordiniert die „Brücken in die Zuversicht“ im Kreis Recklinghausen. Der Diplom-Theologe arbeitet für das Haus Kloppenburg in Münster, einem Verein zur Förderung psychologischer und sozialer Arbeit. Dieser führt das Selbsthilfeprojekt in Recklinghausen in Kooperation mit dem Caritasverband Recklinghausen, der Selbsthilfe-Kontaktstelle für den Kreis, dem sozial-psychiatrischen Dienst im Gesundheitsamt des Kreises sowie der LWL-Klinik in Herten durch. Unterstützt wird es durch die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen/Kassenverbände in NRW.

Bernhard B. Beck © kein_verkauf © kein_verkauf

Am Samstag, 25. September, beginnt ein neuer „Brücken“-Kurs im Kreis. Die Teilnehmer können dabei die Methode des Co-Counsellings erlernen. Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein Selbsthilfeverfahren, mit dem das innere Gleichgewicht verbessert und dauerhaft stabilisiert werden kann.

Info-Treffen am 8. September

„Co-Counselling heißt übersetzt: mit sich zu Rate gehen“, sagt Beck, der die Einführungsschulung zusammen mit Christa-Maria Röttger (Systemische Familientherapeutin) anleiten wird. Dabei sollen die Teilnehmer in einem geschützten Rahmen einfache Techniken wie das assoziative Sprechen erlernen, um ihre Gefühle und Gedanken besser wahrnehmen und ausdrücken sowie Spannungen abbauen zu können. Ziel sei es, Lösungen für Probleme und Stress in sich selbst zu finden – ohne dabei etwa vom Urteil und Rat der besten Freundin oder eben auch eines „Profis“ abhängig zu sein. Selbstständiger und selbstbewusster zu werden. Sich selbst wertzuschätzen. Den Alltag wieder besser bewältigen zu können.

Die Schulung findet vormittags statt

Vor der Co-Counselling-Schulung findet am Mittwoch, 8. September, ein Info-Treffen für alle Interessierten im Recklinghäuser Gemeindehaus St. Peter statt (Kirchplatz 4, 18.30 Uhr). Es folgen die Einführungsveranstaltung am 25. September sowie acht weitere Treffen – jeweils dienstags von 10 bis 13 Uhr. Veranstaltungsort ist der Kinder- & Jugendtreff / Spielhof Hillerheide in Recklinghausen (Heidestraße 25). Der Eigenanteil beträgt 20 Euro, wird aber bei regelmäßiger Teilnahme erstattet.

Information und Anmeldung:

Christa-Maria Röttger (Tel. 0 23 61 / 937 79 74 oder 01 70 / 475 08 75) oder Bernhard B. Beck (Tel. 01 60 / 963 49 863).

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