Saison-Ende

Der Spargel muss Kraft sammeln – für die nächste Ernte

Am Johannistag, 24. Juni, endet die Spargel-Saison. Dadurch soll es 2022 eine ähnlich gute Ernte wie in diesem Jahr geben, erklärt der Dattelner Landwirt Mathias Brauckmann-Berger.
Nach der Spargel-Saison wuchern die Pflanzen auf den Feldern, wie hier in Datteln. © ANDREAS KALTHOFF

Auch wenn der Spargel noch so lecker schmeckt: Seine Zeit ist jedes Jahr am Johannistag vorbei. Am 24. Juni wird die Saison beendet, die Ernte des edlen Gemüses spätestens eingestellt. Das ist unabhängig davon, wie viel Spargel bereits von den Feldern geholt wurde oder wie das Wetter in den Tagen und Wochen zuvor war. „An Johannis ist Saison-Ende, weil die Spargelpflanzen dann Zeit brauchen, um sich zu erholen und Kraft für die Ernte im kommenden Jahr zu sammeln“, erklärt Mathias Brauckmann-Berger.

„Die Energie wird in den Wurzeln eingelagert“

„Die Triebe werden dann nicht mehr gestochen, es wächst ein bis zu zwei Meter hohes Kraut, ein grüner Busch“, erläutert der Spargelbauer aus Datteln. „So kann der Spargel durch Photosynthese Energie sammeln, die in den Wurzeln eingelagert wird. Insofern liegt das Datum des Saison-Endes an der Zeit danach, die von der Pflanze benötigt wird.“ Etwa drei Monate lang müsse der Spargel im Kraut stehen, „um so genug Power für das nächste Jahr zu haben“, betont der Landwirt. Andere Experten sprechen hier von 100 Tagen vor dem ersten Frost.

Etwa acht bis zwölf Jahre lang produzieren die Spargelpflanzen so die leckeren Triebe, sagt Mathias Brauckmann-Berger. „Danach wird die Menge geringer, die Qualität schlechter. Wir erkennen das daran, dass die Stangen immer dünner werden.“

Der Dattelner Spargelbauer Mathias Brauckmann-Berger – auf unserem Foto mit seiner Frau Birgit – ist mit der diesjährigen Spargel-Saison insgesamt zufrieden. © ANDREAS KALTHOFF © ANDREAS KALTHOFF

Mit der nun zu Ende gehenden Spargel-Saison ist der Dattelner Landwirt „insgesamt zufrieden“. Mit dieser Einschätzung steht er nicht allein. So zieht zum Beispiel auch der Vorsitzende der Spargelstraße NRW, Willy Kreienbaum, ein „positives Fazit“, spricht von „guter Qualität“.

Spargelbauer spricht von einer „spannenden Saison“

Doch die Saison war für die Spargelbauern auch „spannend“, wie Mathias Brauckmann-Berger betont. Da gab es Corona-Auflagen mit Tests und eingeschränkten Umgangsregeln, „wir haben hier unsere Erkenntnisse und Konzepte aus dem vergangenen Jahr eingebracht“. Und da gab es sehr wechselhaftes Wetter: „Am Anfang der Saison war es kalt, der Spargel deshalb knapp. Nachher hatten wir dann wegen der Hitzewelle sehr viel Spargel auf einmal“, berichtet der 52-Jährige. Aus langjähriger Erfahrung weiß er, dass die Nachfrage und Spargellust gebremst sind, wenn es zu kalt oder zu warm ist. „Ideal sind 20 Grad und Sonnenschein, einmal in der Woche Regen“, meint Mathias Brauckmann-Berger und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Aber wer Bauer ist und über das Wetter meckert, darf kein Bauer werden.“

Die Arbeit auf den Feldern geht weiter

Negativ machten sich die Corona-Einschränkungen bei den Bestellungen durch die Gastronomie bemerkbar. „Es wurde erst Anfang Juni und auch weniger geordert. Das lag in diesem Jahr eindeutig unter dem Niveau der Vor-Corona-Zeit“, berichtet Brauckmann-Berger. Mit der Nachfrage im privaten Bereich ist er hingegen zufrieden.

Die Arbeit auf den Spargel-Feldern geht übrigens noch weiter. „Wir müssen die Flächen jetzt hegen und pflegen – auf Schädlinge achten, die Felder unkrautfrei halten, denn das sind potenzielle Konkurrenten des Spargels beim Wettbewerb um Wasser, Nährstoffe und Licht“, sagt Mathias Brauckmann-Berger. So ist die Saison für die Spargelbauern mit dem Johannistag längst nicht beendet.

Stichwort

Johannistag

  • Der Johannistag am 24. Juni ist der Gedenktag der Geburt von Johannes dem Täufer. Mit diesem Datum und der vorhergehenden Sommersonnenwende werden traditionell verschiedene Ereignisse verbunden.
  • Zum Beispiel blüht hier das Johanniskraut, ein Heilkraut gegen depressive Verstimmungen und nervöse Unruhe, die ersten Johannisbeeren werden reif, die Johanniskäfer (Glühwürmchen) schwärmen, die Spargel- und Rhabarberernte endet. Auch wird die Getreideernte langsam eingeläutet. „Wir beginnen in etwa 14 Tagen mit der Gerste“, bestätigt Mathias Brauckmann-Berger.
  • In vielen Ländern hat sich zudem ein Brauchtum um den 24. Juni entwickelt – so zum Beispiel die Johannisnacht mit dem Johannisfeuer.
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