Nur noch eine Stufe

Corona: Ab Freitag gelten neue Regeln im Kreis RE

Die neue Coronaschutzverordnung tritt im Kreis Recklinghausen am Freitag, 20. August in Kraft und gilt zunächst bis zum 17. September 2021. Impfzentrum von Mittwoch bis Sonntag auch für Kinder ab 12 geöffnet.
Trotz der neuen Lockerungen gilt in vielen Bereichen noch eine Maskenpflicht, wie zum Beispiel im öffentlichen Nahverkehr oder in Rathäusern mit Publikumsverkehr. © Bludau

Ist der Inzidenzwert landesweit über dem Wert von 35, gelten die neuen Regeln, egal, wie hoch die Zahl im Kreis Recklinghausen ist. Sollte der Wert landesweit nicht erreicht sein, kreisweit aber schon, würden die neuen Regeln dennoch im Vest gelten. Befreit wäre unsere Region lediglich dann, wenn die landesweite Inzidenz und die kreisweite Inzidenz unter 35 liegt.

„Der Krisenstab des Kreises hat entschieden, dass es zunächst keine zusätzlichen Maßnahmen im Kreis Recklinghausen geben soll. Zuletzt hatten wir zusätzliche Maßnahmen bei einer Inzidenz über 200 in enger Abstimmung mit den kreisangehörigen Städten festgelegt. Davon sind wir zum Glück gerade weit entfernt“, sagt Pressesprecherin Svenja Küchmeister auf Anfrage. Und Lockerungen vornehmen, die nicht in der Coronaschutzverordnung stehen, dürfen Kreise und Städte nicht.

Das Besondere daran: Allen Geimpften und Genesenen stehen grundsätzlich alle Einrichtungen und Angebote wieder offen. Somit gibt es lediglich noch eine verbindliche Maskenpflicht in Innenräumen und an anderen infektionskritischen Orten sowie für nicht geimpfte oder genesene Personen bei Veranstaltungen in Innenräumen eine Testpflicht – Stichwort „3G-Regel“.

Geschehen soll täglich neu bewertet werden

Zudem will das Gesundheitsministerium das Infektionsgeschehen täglich neu bewerten und dazu bestimmt Parameter heranziehen wie Krankenhausaufnahmen, den Anteil der intensivpflichtigen Covid-19-Fälle an der Gesamtzahl der Intensivbetten, die Zahl der Todesfälle, die Altersstruktur der Infizierten, die Entwicklung des R-Wertes sowie den Grad der Immunisierung der Bevölkerung.

Eine Neuerung gibt es im Kreis Recklinghausen zudem für Impfungen von Kindern ab 12 Jahren. Diese sind ab sofort möglich von Mittwoch bis Sonntag zwischen 8 und 18.30 Uhr im Impfzentrum sowie bei allen mobilen Impfaktionen des Kreises Recklinghausen, bei denen der Impfstoff von Biontech verimpft wird. Hintergrund ist, dass der neue Impferlass des Landes NRW die Impfung von Kindern und Jugendlichen auch durch Ärzte erlaubt, die nicht auf Kinder- und Jugendmedizin spezialisiert sind.

Nur noch ein Sorgeberechtigter muss zustimmen

Eine weitere Anpassung hat das Land per Erlass im Bereich des Einverständnisses der Eltern vorgenommen. Mussten bislang alle Sorgeberechtigten ihre Zustimmung erklären und mindestens einer bei der Aufklärung anwesend sein, braucht nun nur noch eine sorgeberechtigte Person ihr Einverständnis zu geben. „Im Idealfall begleitet ein Sorgeberechtigter den Jugendlichen oder die Jugendliche, es ist aber auch möglich, dass er oder sie alleine oder mit einer anderen Person wie Großmutter oder Großvater das Impfzentrum besucht. Dann benötigt man aber das schriftliche Einverständnis eines Elternteils“, erklärt Patrick Hundt, Leiter des Impfzentrums.

Die wichtigsten Regeln im Überblick

Inzidenzwert

Maßgebend ist nur noch der Inzidenzwert 35. Andere Schwellenwerte entfallen. Da der Wert von 35 landesweit aktuell erreicht ist, greifen die Regelungen ab Freitag, 20. August 2021, einheitlich in ganz Nordrhein-Westfalen.

3G-Nachweis

Mit Blick auf steigende Infektionszahlen müssen ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35 alle Personen, die weder vollständig geimpft noch genesen sind, einen negativen Antigen-Schnelltest oder einen negativen PCR-Tests vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Das gilt für Veranstaltungen in Innenräumen (zusätzlich muss es ein Hygienekonzept geben), Sport in Innenräumen, die Innengastronomie, körpernahe Dienstleistungen, Beherbergung/Übernachtung und Großveranstaltungen im Freien (ab 2500 Personen).

Sonderregel in Clubs und Discotheken

Außerdem gilt die Regel auch für Bereiche mit besonders hohem Risiko für Mehrfachansteckungen, also in Clubs, Diskotheken und ähnlichen Einrichtungen sowie bei Tanzveranstaltungen einschließlich privaten Feiern mit Tanz. Hier muss allerdings ein negativer PCR-Test vorgelegt werden, ein Antigen-Schnelltest ist nicht ausreichend. Gleiches gilt bei sexuellen Dienstleistungen.

Strengere Regeln in vielen Einrichtungen

Für den Besuch von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe und Unterkünften für Geflüchtete sowie stationären Einrichtungen der Sozialhilfe gilt die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) generell, also nicht erst ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35.

Schulpflichtige Kinder und Jugendliche gelten aufgrund ihrer Teilnahme an den verbindlichen Schultestungen als getestete Personen. Sie brauchen dort, wo die 3G-Regel gilt, lediglich ihren Schülerausweis vorzulegen. Wer als Schüler noch keinen Schülerausweis hat (unter 15 Jahren), muss diesen natürlich auch nicht vorlegen. Wegen der Schulpflicht reicht der Nachweis des Alters. Kinder bis zum Schuleintritt sind ohne Vornahme eines Coronatests getesteten Personen gleichgestellt.

Maskenpflicht und AHA+L-Regeln

Es besteht weiterhin unabhängig von Inzidenz-Werten und für alle Personen die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske im öffentlichen Personennahverkehr, im Handel, in Innenräumen mit Publikumsverkehr, in Warteschlangen und an Verkaufsständen sowie bei Großveranstaltungen im Freien (außer am Sitzplatz). Verpflichtend darüber hinaus sind bestimmte Lüftungs- und Hygieneregeln in Einrichtungen mit Besucher- oder Kundenverkehr.

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