Corona

Bundeswehrsoldaten werden schmerzlich vermisst

Die Corona-Inzidenzen sind hoch, der Unterstützungseinsatz der Bundeswehr ist ausgelaufen, die digitale Kontaktnachverfolgung ausgesetzt: Angesichts dieser Faktoren steigt die Belastung in den Gesundheitsämtern in NRW - auch im Kreis Recklinghausen.
Im Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen wird das Personal gerade wieder aufgestockt. © Jörg Gutzeit

Im Recklinghäuser Gesundheitsamt ist die Lage „extrem angespannt“, wie Svenja Küchmeister aus der Pressestelle der Kreisverwaltung auf Nachfrage dieser Redaktion sagt. Theoretisch müssten aktuell pro Corona-Fall durchschnittlich 40 Kontaktpersonen telefonisch informiert werden. „Tatsächlich können wir das in dem Maße aber gar nicht leisten.“ Deshalb habe man Prioritäten festgelegt, kümmere sich schwerpunktmäßig um Schulen, Kitas und Pflegeeinrichtungen.

Personal wird aufgestockt

Gleichzeitig werde das Personal im Gesundheitsamt derzeit wieder aufgestockt – etwa mit Kräften aus anderen Verwaltungsbereichen –, um schnellstmöglich in die Lage zu kommen, das Arbeitsaufkommen doch irgendwie bewältigen zu können. Das sei aber gar nicht so einfach zu organisieren. „Schließlich ist ja überall das normale Leben wieder angelaufen“, so Küchmeister.

Die 40 Bundeswehrsoldaten, die das Gesundheitsamt zwischenzeitlich bei der Kontaktnachverfolgung unterstützt haben, „vermissen wir schmerzlich“.

„Das hat so dann doch keiner erwartet“

Dass die Infektionszahlen nach den Sommerferien steigen würden, sei klar gewesen, so Küchmeister. „Aber dass die Werte in den Schulen so krass nach oben gehen – und das vom ersten Tag an – das hat so dann doch keiner erwartet.“ Darüber hinaus gebe es keine Kontaktbeschränkungen mehr. Logische Folge: Die Kontaktnachverfolgung ist aufwendiger geworden.

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