Kommentar zur Woche

Nachtgolfen, Kleidermarkt am Förderturm und ein Tabu-Thema – gute Ideen für Herten

Vieles in dieser Woche ließe sich kritisieren. Doch schauen wir lieber auf gute Ideen, die Herten bereichern und lebendiger machen: von nächtlichem Freizeitspaß bis hin zu einem Tabu-Thema.
Frank Bergmannshoff, Redaktionsleiter "Hertener Allgemeine"

Der Versuch, die schon mehrfach totgesagte Tiöns-Kirmes in der Innenstadt nach der Corona-Zeit neu zu etablieren, ist im Prinzip eine gute Idee. Ob das so ansprechend gelingt, dass das Publikum den Mini-Rummel auch tatsächlich annimmt, ist allerdings fraglich.

Deutlich bessere Chancen hat da wohl die Idee von Patrick und Jasmin Barciaga. Sie betreiben nicht nur Café und Imbiss auf dem Zechengelände Schlägel & Eisen, sondern mischen dort auch bei allen anderen Aktivitäten mit. Ihr neuester Plan: ein großer Kinderkleidermarkt.

Klingt im ersten Moment profan. Doch wer den früheren Kleidermarkt auf Hof Holz in Gelsenkirchen kennt oder schon mal den Andrang beim wöchentlichen Second-Hand-Markt am Kemnader See erlebt hat, der bekommt ein Gefühl dafür, dass auch auf Schlägel & Eisen etwas Großes entstehen könnte. Etwas Großes vor allem für Eltern, die nicht Unsummen für Kleidung ausgeben können oder wollen, aus der die lieben Kleinen sowieso nach wenigen Monaten rausgewachsen sind.

Und noch eine gute Idee: Dass es sich im Backumer Tal prima Minigolf spielen lässt, ist weithin bekannt. Aber in der Dunkelheit? Tatsächlich lädt der ansässige Bahnengolfverein am 25. Juni zum Nachtgolfen ein. 18 Uhr geht‘s los – Ende offen. Für geübte Schlägerschwinger ist das sicherlich noch mal eine neue Herausforderung, für alle anderen ein nicht alltäglicher Spaß.

Auf den ersten Blick etwas sperriger, in Teilen der Gesellschaft sogar tabuisiert, aber letztlich doch eine gute Idee sind Spender für Menstruationsartikel. Solch einen gibt es jetzt in der Martin-Luther-Schule (MLS). Die Initiative ging von den Linken aus, Unterstützung kam von der TOP-Partei. Gegen Widerstände in der Stadtverwaltung und bei der Mehrheit des Rates haben sie das Projekt ideell und finanziell auf den Weg gebracht – sehr zur Freude der Schule.

Denn längst nicht in allen Hertener Familien wird offen über Frauengesundheit und Hygiene gesprochen. Manche Mädchen haben daher Schwierigkeiten, an Binden und Tampons zu kommen. Mal abgesehen davon, dass diese auch mal vergessen werden können oder unerwartet vonnöten sind. In der MLS muss dann jetzt keine Jugendliche mehr verschämt beim Lehrer oder im Sekretariat nachfragen. Eine Idee, die wortwörtlich Schule machen könnte – und sollte.

Schönes Wochenende!

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