Digitalisierung an Hertener Schulen

Hunderte iPads sind da: Stadt arbeitet „Debakel“ auf

In der Schulausschuss-Sitzung Mitte März wurde das Ausmaß der Probleme bei der Digitalisierung an Hertens Schulen deutlich. Seitdem hat sich einiges getan. Jetzt gab es eine große Lieferung.
Hunderte iPads für die Nutzung in Hertener Schulen wurden jetzt geliefert.
Hunderte iPads für die Nutzung in Hertener Schulen wurden jetzt geliefert. © Symbolbild: picture alliance/dpa

Als am 15. März in der Rotunde des Glashauses Brigitte Rode als zuständige Schulamtsleiterin beim Punkt „Digitalisierung in Schulen“ erst einen Überblick gab und dann die anwesenden Schulleiter aufzählten, was alles noch fehlt, schlugen die Vertreter der anwesenden Parteien die Hände über dem Kopf zusammen. Von „Debakel“ war da die Rede oder dem „Verheerendsten“, was man jemals gehört habe. Es gab keine Endgeräte, kaum WLAN und wann sich dieser Zustand bessern würde, war zeitlich noch ziemlich offen.

„Endlich nimmt das Thema Fahrt auf“

In den darauf folgenden Wochen wurde aber einiges auf den Weg gebracht, sodass Rainer Pawliczek, Leiter der Willy-Brandt-Realschule, bereits im Mai im Gespräch mit der Hertener Allgemeine Zeitung erklärte: „Endlich nimmt das Thema Fahrt auf“. Nach dem langsamen Start müsse nun aber vieles gleichzeitig passieren: Glasfaser-Anschlüsse und stabil laufende WLAN-Ausstattung für alle Schulen, in jedem Unterrichtsraum eine digitale Tafel, für jeden Schüler ein eigenes Endgerät, so Pawliczek im Mai weiter.

Ein Teil dieser Punkte wurde bis heute dann auch abgearbeitet:

  • Endgeräte: Unlängst wurden aus dem Sofortausstattungsprogramm des „DigitalPakt Schule“ 862 iPads geliefert, 635 für Schüler und 172 für Lehrer. In der Gesamtsumme sind auch zusätzliche 55 iPads für die Martinischule enthalten, die momentan wegen des Abrisses und Neubaus des Gebäudes in Westerholt in der „Rotationsschule“ auf dem Paschenberg untergebracht ist. Schon zuvor waren die in dem Programm beantragten 603 Notebooks geliefert und auch schon an Schulen weitergeleitet worden – 308 für Lehrer und 295 für Schüler.
  • „Hertener Sofortprogramm“: Das Programm soll dafür sorgen, dass an Hertener Schulen digitales Arbeiten demnächst flächendeckend möglich ist. Es wurde in Ergänzung der Förderprogramme von Bund und Land für die Hertener Schulen ins Leben gerufen. Im Rahmen des Programms wird laut der Stadt eine Ausstattung der Schulen mit digitalen Tafeln sowie mit mobilen Endgeräten angestrebt, die den tatsächlichen Bedarf abdeckt. Für die Beschaffung von zusätzlichen 94 digitalen Tafeln zur Ausstattung von Klassen- und Fachräumen aller Schulen werden laut Verwaltung im laufenden Haushaltsjahr 540.000 Euro benötigt. Außerdem sollen in einem ersten Schritt die Grundschulen und die Förderschule mit weiteren mobilen Endgeräten inkl. Tabletkoffer/Laptopwagen ausgestattet werden. Ziel ist hier die Ausstattung der Schulen mit je einem Klassensatz mobiler Endgeräte pro Zug. Dafür werden laut Stadt 280.000 Euro angesetzt. Zusätzlich entstehen jährliche Kosten für IT-Support-Dienstleistungen und Lizenzen. Die hierfür notwendigen Mittel sind im aktuellen Haushalt 2020/21 nicht berücksichtigt und müssten demnach zusätzlich bereitgestellt werden.
  • Software: Für die Schulen wird zentral ein Microsoft Office-Paket bereitgestellt, mit dem auch das Kommunikations-Programm „Microsoft Teams“ von den Schulen genutzt werden kann. Diese Software wird auf alle Endgeräte aufgespielt. Welche Lernapps, digitalen Schulbücher und weiteren Anwendungen jeweils auf die Geräte installiert werden sollen, möchte die Stadt mit jeder Schule einzeln besprechen.
  • Breitband-Internet: Auch beim Thema Glasfaser gibt es Neuigkeiten. Hier sind die Arbeiten abgeschlossen, jetzt müssen noch Absprachen zwischen der Firma Gelsen Net und den Hertener Stadtwerken getroffen werden. Superschnelles Breitband-Internet soll dann an allen Schulen im dritten Quartal dieses Jahres möglich sein.
  • WLAN-Situation: An der Willy-Brandt-Realschule, am Städtischen Gymnasium und an der Martin-Luther-Schule gibt es bereits WLAN-Installationen, die über das Förderprogramm „Gute Schule 2020“ gefördert wurden. Im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen ist auch das Rotationsschulgebäude am Paschenberg mit WLAN ausgestattet. An der Rosa-Parks-Schule verfügen dagegen nur wenige Räume über WLAN. Im Rahmen des „DigitalPakt Schule“ sollen Installationen an Grundschulen, der Achtenbeckschule sowie eine Erweiterung der WLAN-Ausstattung an der Rosa-Parks-Schule durchgeführt werden. Die Installationen an der Grundschule Herten-Mitte, der Ludgerusschule und der Waldschule sind weitestgehend abgeschlossen. Als Nächstes werden die Installationen für die Barbaraschule, die Comeniusschule, die Goetheschule und die Achtenbeckschule vorgenommen. Aufgrund der besonderen Dringlichkeit wurde die vorhandene WLAN-Ausstattung an der RPS durch 17 weitere sogenannte „Access Points“ und an der Achtenbeckschule durch drei weitere „Access Points“ kurzfristig erweitert. Weitere Installationen und Verbesserungen der WLAN-Abdeckung sind bereits in Auftrag gegeben.

Nun bleibt nur noch die Frage offen, wie genau das Internet und die Endgeräte nach den Sommerferien genutzt werden – in der Schule selbst oder einmal mehr im Distanz-Unterricht? Bis dahin haben die EDV-Experten der Stadt zumindest ein paar Wochen Zeit, die Endgeräte auf den Schul-Betrieb vorzubereiten.

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