Betriebsausschuss tagte teils sehr emotional

Große Diskussion: Gibt es bald einen zweiten ZBH-Betriebsleiter?

Selten wurde eine Personalie so öffentlich und emotional diskutiert wie jetzt im Betriebsausschuss des Rates die eines zweiten Leiters für den Zentralen Betriebshof (ZBH).
Der Zentrale Betriebshof Herten (ZBH) soll nach dem Willen der Stadtverwaltung einen zweiten Betriebsleiter bekommen. © Archiv: Daniel Maiß

Schon bei der Genehmigung der Tagesordnung beantragte Stefan Springer (Linke), den Punkt „Bestellung eines Betriebsleiters“ zu streichen – oder ihn in den nicht-öffentlichen Teil der Sitzung zu verschieben. Als Begründung führte Springer an, dass man vonseiten der Linken überrascht sei, so eine Personalentscheidung erst in der Sitzung präsentiert zu bekommen. Man hätte diese gerne im Vorfeld in der Fraktion besprochen. Die Ausschuss-Mehrheit plädierte aber dafür, das Thema öffentlich zu behandeln.

Stadtbaurätin Janine Feldmann erklärte, warum es aus Sicht der Stadtverwaltung zwingend nötig sei, neben Thorsten Westerheide einen weiteren Betriebsleiter zu installieren. Zum einen würde dies sofort Entlastung bringen, denn die Anforderungen seien in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Dazu sei Westerheide mittlerweile für 290 Mitarbeiter zuständig. Zum anderen wäre so die seit langer Zeit offene Vertretungsfrage geklärt. Und man habe mit Gregor Born, Leiter des Bereichs Abfallwirtschaft, bereits die ideale Besetzung in den eigenen Reihen. Letztlich sehe die Satzung aber auch zwei Betriebsleiter vor.

Gregor Born verlässt kurzzeitig die Sitzung

Als Martina Herrmann (Grüne) nach den Kosten fragte und Janine Feldmann betonte, dass das nicht in den öffentlichen Sitzungsteil gehöre, bat Ausschussvorsitzender Jürgen Grunwald (SPD) den anwesenden Gregor Born, die Rotunde des Glashauses für diesen Tagesordnungspunkt zu verlassen.

Fred Toplak machte deutlich, warum die TOP-Partei gegen den Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung stimmte: Man sei mehr als überrascht, dass die Verwaltung eine so einschneidende Veränderung mit einer „hauchdünnen Tischvorlage durchwinken möchte“ (Tischvorlage = Dokument, das den Politikern nicht vorab zugestellt, sondern erst zu Beginn der Sitzung auf den Tisch gelegt wird). Zumal man vonseiten der Verwaltung lange gemeinsam mit der Gemeindeprüfungsanstalt darauf hingearbeitet habe, den ZBH aus Kostengründen eben nur durch einen einzigen Betriebsleiter zu steuern.

Toplak hinterfragte, ob Gregor Born, wenn er nun zusätzliche Aufgaben übernehmen könne, im Umkehrschluss „als Bereichsleiter bisher nicht ausgelastet ist.“ Zudem würde die Vorlage nichts anderes aussagen, „als dass die jetzige ZBH-Betriebsleitung mit ihrer Aufgabe überfordert zu sein scheint und aus diesem Grunde eine zweite Betriebsleitung – durch die Hintertür – installiert werden soll.“ Alternativ könne doch auch die „Kern-Stadtverwaltung“ einige der Aufgaben der ZBH-Betriebsleitung übernehmen.

Feldmann: Mutmaßungen und Unterstellungen

Janine Feldmann warf Fred Toplak Unterstellungen und Mutmaßungen vor und entgegnete, dass die Verwaltung keine weiteren Aufgaben übernehmen könne – was Toplak eigentlich aus seiner Zeit als Bürgermeister wissen müsse.

Lars Radziej (CDU) und Thomas Prinz (SPD) stellten daraufhin klar, dass ihre Parteien der Vorlage zustimmen werden, da sie ebenfalls die gestiegenen Anforderungen sehen würden. Stefan Springer (Linke) wiederum betonte, dass es auch von seiner Seite gegen die Person Gregor Born überhaupt keine Einwände gebe, er das Verfahren aber als intransparent empfinde und deshalb nicht an der Abstimmung teilnehme.

Diese endete schließlich damit, dass die Vorlage bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung beschlossen wurde. Das letzte Wort hat allerdings der Rat der Stadt Herten, der am 29. September tagt.

Zur Person:

Gregor Born wurde 1975 in Herten geboren und blieb hier immer wohnen. Nach dem Abitur am Städtischen Gymnasium Herten studierte er fortan an der Universität Bochum und hat Abschlüsse als Diplom-Bauingenieur und Diplom-Wirtschaftsingenieur. Seit 2005 ist er beim Zentralen Betriebshof Herten beschäftigt, ab 2006 im Bereich Abfallwirtschaft. Die kommissarische Bereichsleitung übernahm Born im Juni 2018 und ist seit Juni 2019 regulärer Bereichsleiter.

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