Meinung

Schuldnerberatung: Halterns Politiker legen viel Geld gut an

In der generell gut situierten Stadt Haltern steckt laut Statistik jeder Zehnte in der Schuldenfalle. Gut, dass die Politik nicht die Augen davor verschließt und den Geldbeutel öffnet.
Wenn das Geld an allen Ecken und Enden fehlt und die Schulden über den Kopf wachsen, kann die Schuldnerberatung mit Haushalts- und Hilfeplan aus großer Notlage befreien. © picture alliance / dpa

Ist es tatsächlich unehrenhaft, in die Schuldenfalle zu tappen? Nein, denn schon unplanbare Ereignisse wie Arbeitslosigkeit, Trennung oder Erkrankung können einen Menschen in den finanziellen Ruin führen. Auch der Traum von einer eigenen Immobilie birgt zuweilen finanziell ein böses Erwachen. In Haltern ist die Situation sicherlich nicht so prekär wie in Ballungszentren, aber auch hier leben inmitten einer gut situierten Bürgerschaft Betroffene, die nicht allein den Kopf aus der Schlinge ziehen können.

Die Politik gibt sich keinen Illusionen hin. Sie ist gern bereit, für die Schuldnerberatung nach Jahren des Sparens wieder tiefer in die Tasche zu greifen. Weil sie weiß, wie beruhigend es ist, diese Beratungsstelle vor Ort zu haben und mit ihr einen Berater (Christian Overmann), der seinen Beruf liebt und lebt.

60.000 Euro Personalkostenzuschuss pro Jahr sind gut investiertes Geld, um heillos Verschuldeten in ihrer Not zu helfen. Die Rechnung geht auch anders auf: Die Schuldnerberatung gehört zu den rentabelsten Einrichtungen der Sozialarbeit. Eine sanierte Familie deckt die Jahreskosten einer Schuldnerberatung ab, wenn damit Sozialhilfe eingespart und der Kreislauf von Kinderarmut durchbrochen werden kann.

Wartezeiten gibt es bei der Beratungsstelle nicht. Man muss bei Bedarf nur hingehen.

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