Meinung

Nein, Halterns Pfarrer muss nicht in der Hölle schmoren

Pfarrer Ostholthoff hat ein gleichgeschlechtliches Paar getraut. Wunderbar! Denn Kirche kann nur glaubwürdig wirken, wenn sie sich den Lebenswirklichkeiten der Menschen zuwendet.
Die Regenbogenfahne an Halterns Kirchtürmen ist nicht nur ein Symbol, sie ist Ausdruck eines offenen Umgangs mit Homosexualität. © Antje Bücker

Zwei Männer bekennen sich in der Kirche zueinander, versprechen sich Liebe und Treue, sind mit dem Segen des Pfarrers einander und miteinander verbunden. Das hat es in Haltern bislang nicht gegeben, es war undenkbar und ist es für manche noch immer. Dass Pfarrer Michael Ostholthoff sich über allen Meinungsstreit in der katholischen Kirche hinweggesetzt hat, beweist eindrucksvoll, dass die Regenbogenfahnen an den Kirchtürmen nicht etwa für öffentlichkeitswirksame Momente wehen, sondern als eine echte Botschaft, die Taten folgen lässt.

Schon der Korintherbrief besagt, dass die Kraft der Liebe unerschöpflich ist, sie gibt niemanden auf, stellt nicht bloß – und was sonst für nichts und niemanden gilt: Sie ist grenzenlos. Das lässt nur den einen Schluss zu: Seelsorger müssen die Situation eines jeden Menschen, egal welchen Geschlechtes, ernst nehmen und ihn begleiten. Wenn Zwei sich lieben, ob Mann und Frau, Mann und Mann, Frau und Frau dann ist das doch ein wundervolles Glück, dem man, falls gewünscht, den kirchlichen Segen nicht verweigern darf.

Pfarrer Ostholthoff hat nicht um Erlaubnis gefragt. Möglicherweise hätte er von Vorgesetzten Antworten erhalten, die er nicht hören wollte. Es ist ein Aufbruch, er macht die Kirche glaubwürdig. Nein, dieser Pfarrer wird nicht in der Hölle schmoren, wie es ihm ein (nicht identifizierbarer) Leser in einer Mail an die Redaktion prophezeit.

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