Coronavirus

1000. Covid-Patient im Krankenhaus: Solidarität ist keine Einbahnstraße

Der KKRN-Klinikverbund meldet den 1000. Covid-Patienten, während im Nachbarland Dänemark die Corona-Regeln aufgehoben wurden. Was kann man von den Dänen lernen, fragt sich unsere Autorin.
50.000 Zuschauer feierten jüngst in Dänemark bei einem Konzert ohne Corona-Auflagen. © picture alliance/dpa/Ritzau Scanpix/AP

Eine traurige Zahl vermeldete nun der KKRN-Klinikverbund Nord, zu dem auch das Halterner Sixtus-Hospital gehört. 1000 Patienten mit Covid-19 wurden seit Beginn der Pandemie betreut – aktuell sind es vor allem die Jungen und Ungeimpften.

In Dänemark sind mehr als 83 Prozent der über 12-Jährigen vollständig geimpft, die Regierung geht davon aus, dass es am Ende 90 Prozent sein könnten. Deshalb wurden dort die Corona-Maßnahmen jüngst aufgehoben.

In Deutschland lag die Impfquote vergangene Woche bei 69,4 Prozent – wenn täglich, wie aktuell, etwa 60.000 Menschen geimpft würden, hätten wir erst im Juli 2022 eine Quote von über 85 Prozent erreicht. Ab diesem Wert geht das RKI von einer Herdenimmunität aus.

Ich habe neulich gelesen, dass die Dänen das Impfen als einen Akt der Solidarität mit ihren Mitmenschen begreifen. Um andere zu schützen, um von anderen geschützt zu werden. Damit die Normalität bald wieder erreicht werden kann. Wieso ist das hier so schwer? Geht es in Deutschland am Ende nur über eine Pflicht? Viele Experten halten einen nächsten Lockdown für wahrscheinlich – ob der nur Ungeimpfte betrifft oder alle, ist unklar. Aber bereits jetzt ist es den Geimpften zu verdanken, dass viele Regeln gelockert wurden. Und die Ungeimpften profitieren davon. Solidarität ist keine Einbahnstraße – die Dänen wissen das.

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