Badesaison

„Wenn es um Brüste geht, müssten manche Männer auch ein Bikinioberteil tragen!“

In vielen Dortmunder Freibädern können Frauen oben ohne schwimmen. In Göttingen gab es darüber Streit. Die Debatte im Netz zeigt: Das Thema ist kontrovers. Aber es gibt eine klare Tendenz.
In Dortmund darf das Bikinioberteil auch am und im Pool abgenommen werden: Im Netz begrüßen das nicht alle.

Ein Beschluss aus Göttingen hat die Diskussion erst ausgelöst: Dürfen Frauen oder nicht-binäre Personen in Freibädern das Bikinioberteil weglassen? Nachdem auch die Geschäftsführung der Dortmunder Sportwelt klarstelle, dass Frauen in den Freibädern bereits seit Jahren barbusig verweilen und auch schwimmen dürfen, entbrennt im Netz eine Diskussion.

Viele Reaktionen auf die Facebook-Postings zu den Artikeln unserer Redaktion zu diesem Thema zielen nüchtern auf eine Geschlechtergerechtigkeit. „Also, ich finde, es sollte in der heutigen Zeit jedem selbst überlassen sein, ob er mit oder ohne baden geht“, heißt es etwa in einem Diskussionsbeitrag.

Ein Nutzer untermauert: „Einfach nur traurig. Soll Frau tun und lassen was Sie möchte“. Eine Nutzerin springt dem bei: „Gleiches Recht für alle!“

Comeback der Prüderie? „Wir entwickeln uns zurück!“

Ein anderer Nutzer erinnert dagegen daran, dass die Gesellschaft in dieser Hinsicht schon weiter gewesen sei: „Ich weiß gar nicht, warum deswegen so ein Aufriss gemacht wird. In meiner Kindheit war das völlig normal, Frauen im Freibad oben ohne zu sehen. Keiner hat was gesagt oder mit dem Finger auf einen gezeigt. Wir entwickeln uns zurück!“

Knapp und bündig findet sich diese Einschätzung auch in einem weiteren Facebook-Beitrag: „Hatten wir doch schon einmal. Was soll’s. Wem es nicht passt, kann ja weggehen.“ Findet in den Freibädern also ein Rückfall in die Prüderie statt? Ein User argumentiert zumindest, dass sich weibliche Freibadgäste nicht über gaffende Blicke wundern dürften, wenn sie oben blank zögen.

„Wer als Frau oben ohne ins Freibad geht, muss sich über Blicke und Sprüche nicht wundern. Wer das als sexuelle Belästigung wahrnimmt, hat dann Pech gehabt“, schreibt er. In einem Kommentar auf diesen Post wird jedoch darauf hingewiesen, dass es Definitonssache sei, was als sexuelle Belästigung wahrgenommen werde.

Instagram-Abfrage ergibt große Mehrheit

Eine Nutzerin scherzt in ihrem Post mit Zwinkersmileys in die Richtung von adipösen Männern, die auch eine beträchtliche Oberweite vorweisen können: „Also, wenn es um Brüste als solche geht, müssten manche Männer auch ein Bikinioberteil tragen.“

Das erfährt in einem weiteren Post Zustimmung, darin heißt es: „Man kann ja auch Männern oben ohne verbieten im Sinne der Sittlichkeitswächter. Dann passt es“.

In einer unserer Umfrage im Rahmen unserer Instagram-Nachrichtensendung „Dortmund heute“ (jeden Abend ab 19 Uhr in der Story von @ruhrnachrichtendortmund) meinen 19 Prozent von rund 670 Teilnehmern (Stand: 19.5., 18 Uhr), dass es sich nicht gehöre, dass Frauen oben ohne im Freibad verweilen. Während 10 Prozent unschlüssig sind, finden jedoch 71 Prozent: Alle, wie sie wollen.

Hinweis: Zur besseren Lesbarkeit wurden in den Zitaten Rechtschreib- und Kommafehler korrigiert.

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