Bombe in Dortmund gefunden Blindgänger entschärft - Evakuierung beendet

Ein Bomben-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg ist bei Bauarbeiten in der Dortmunder Nordstadt gefunden worden.
Reporter Felix Guth ist an der Evakuierungsstelle vor Ort. © Felix Guth
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Im Rahmen einer geplanten Baumaßnahme im Bereich der Bülowstraße in der Dortmunder Nordstadt ist am Mittwoch (9.11.) ein 250-Kilogramm-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Das teilte die Stadt Dortmund am Mittag mit.

Die Bombe muss noch am Mittwoch durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg entschärft werden. Rund 1600 Menschen müssen ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Die Evakuierung hat gegen 14 Uhr begonnen.

Gegen 15.45 Uhr war nach Angaben der Stadt bereits die Hälfte des Gebiets geräumt. Eine Person habe von Polizisten „überzeugt“ werden müssen, die Wohnung zu verlassen.

Gegen 17.30 Uhr teilt die Stadt Dortmund mit, dass die betroffene Zone nahezu geräumt sei. Es habe 22 Krankentransporte gegeben. 33 Personen befinden sich in der Evakuierungsstelle.

Entschärfung läuft seit 18 Uhr

Um kurz nach 18 Uhr meldet die Stadt Dortmund den Beginn der Entschärfung.

Um kurz vor 19 Uhr meldet die Stadt via Twitter, dass der Blindgänger entschärft wurde. „Danke an alle Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und die Geduld“, schreibt sie.

Wir waren live von vor Ort:

Evakuierungsradius Bülowstraße
Im Evakuierungsradius liegen diverse Einrichtungen, Geschäfte und die Wohnungen von rund 1600 Anwohnerinnen und Anwohnern. © Stadt Dortmund

Von der Evakuierung betroffen waren zudem diverse Geschäfte in der Schützenstraße, das große Callcenter der Telekom, mehrere Fabido-Kindertagesstätten (I, II, und die an der Mallinckrodtstraße 266), die „AtmoVitale GmbH-Intensivpflege-Heimbeatmung“, der „Seniorenwohnsitz Nord“ und die Hauptschule Lützowstraße.

Eine Evakuierungsstelle wurde am Helmholtz-Gymnasium eingerichtet.

Folgen für den Verkehr

Verkehrsteilnehmer wurden laut Stadt gebeten, das gesamte Gebiet wegen des Fundes der Bombe großräumig zu umfahren. Vor allem an der Mallinckrodtstraße/Schützenstraße sorgte die Sperrung für erhebliche Verzögerungen.

Die Stadtbahnlinie U47 endete während der Entschärfung an der Haltestelle „Hafen“ (aus Richtung Norden) und „Schützenstraße“ (aus Richtung Süden). Sie pendelte zwischen der Endstelle „Westerfilde“ und „Hafen“ sowie „Schützenstraße“ und „Aplerbeck U“.

Die Buslinie 412 fuhr eine Umleitung, die Haltestellen „Schützenstraße“ und „Goethestraße“ können nicht angefahren werden. Die Haltestelle „Immermannstr./Klinikzentrum U“ befandt sich ersatzweise auf der Münsterstraße/Eberstraße (Haltestelle NE1).

Aufwand ist für einige groß

Der genaue Zeitpunkt, zu dem die Bomben-Entschärfung beginnen kann, hing davon ab, wie schnell das Gebiet im Evakuierungsradius geräumt wurde. Die Uhrzeit stand deshalb lange nicht fest.

„Wir wissen um die Einrichtungen, die sich dort befinden. Wenn alle an einem Strang ziehen, wird alles gut funktionieren“, sagte Maximilian Löchter, Sprecher der Stadt Dortmund, am Mittwochmittag.

Es deutete sich da bereits an, dass der Aufwand für die betroffenen öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen rund um die Bülowstraße nicht unerheblich war. So musste etwa ein Intensivpflege-Betrieb kurzfristig neue Plätze für Patienten finden.

In Seniorenheimen ist der logistische Aufwand hinter einer Evakuierung nach Bombenfunden erfahrungsgemäß höher, da zum Teil Transporte mit Krankenwagen notwendig sind.

Am Nachmittag sprach die Stadt Dortmund von zwölf Krankentransporten, die notwendig gewesen seien.

Krankentransporte bei Corona

Nach Angaben der Stadt Dortmund wurden Krankentransporte auch für Menschen durchgeführt, die sich in Quarantäne befinden. Diese Information sollte den Mitarbeiterenden des Ordnungsamts mitgeteilt werden, die von Tür zu Tür gehen, hieß es in einer Antwort auf eine entsprechende Nachfrage einer Dortmunderin bei Twitter.

Die Stadt Dortmund informierte darüber, dass das Gebiet rund um das Seniorenheim an der Schützenstraße auch zwei Stunden nach der Entschärfung noch gesperrt bleiben wird. „So kann ein reibungsloser Rücktransport ermöglicht werden“, heißt es bei Twitter.