Fußball

Turnierverbot bis 31. August: „Der FLVW tritt das Ehrenamt mit Füßen“

Erste Vereine regten aufgrund der sinkenden Corona-Zahlen die Hoffnung, ihre Sommerturniere austragen zu können. Diese Hoffnung machte der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen nun zunichte.
Den Hecker-Cup wird es auch im Jahr 2021 nicht geben, obwohl der ASC 09 das Turnier gerne ausgetragen hätte. Der Verband hat Turniere bis Ende August nun verboten. © Stephan Schuetze

Der Fußball-und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) verschickte am Dienstagabend eine Mitteilung an die Vereine mit Antworten auf einige Fragen, die in den vergangenen Tagen aufgekommen sind. So erklärte er, dass reine persönliche Selbsttests nicht reichen, um am Kontakttraining teilzunehmen, sondern ein negativer und zertifizierter Schnelltest aus einem anerkannten Testzentrum hermuss. So weit, so unspektakulär. Der letzte Satz der Mitteilung hatte es dann aber in sich.

„Für den Amateurfußball gilt ein Turnierverbot bis einschließlich 31. August 2021.“ Der Verband machte damit auf einen Schlag die Hoffnungen vieler Vereine auf die Austragung ihrer Sommerturniere zunichte. Somit fallen beispielsweise der Hecker Cup des ASC 09 Dortmund, der Kronen-Kreidekarren-Cup, der Cranger-Kirmes-Cup, etliche Stadtmeisterschaften und Jugendturniere ins Wasser.

Aufgrund der sinkenden Corona-Zahlen stieg die Hoffnung der Klubs, ihre Turniere auch wirklich – und vor Zuschauern – austragen zu können und so wichtige Einnahmen zu generieren. Dementsprechend bedient war ASC-Vorsitzender Michael Linke: „Ich bin völlig fassungslos. Ich kann nur den Kopf schütteln.“ Man habe vorher überhaupt nicht mit den Vereinen über diesen Plan gesprochen. „Das ist typisch FLVW: vollendete Tatsachen.“

„Wir machen ja auch kein Volksfest daraus“

Ein Turnier sei ja eigentlich nur ein Freundschaftsspiel mit Außengastronomie. „Die Städte sind voll, man darf ins Restaurant. Nur der Fußball wird jetzt wieder verboten.“ Dass nicht 1000 Zuschauer, sondern nur einige wenige Hundert kommen können, sei ihm klar. „Wir machen ja auch kein Volksfest daraus.“

Olaf Schäfer, Vorsitzender von Brackel 06, das den Kronen-Kreidekarren-Cup ausrichtet, war nicht minder enttäuscht über die Ankündigung des FLVW: „Mit dieser Entscheidung tritt der FLVW das Ehrenamt mit Füßen. Man muss den Vereinen auch mal wieder eine Zukunft geben. Ein Turnier ist auch da, um die Sponsoren zu zeigen, die die Vereine sonst verlassen.“

Diese Entscheidung des FLVW, die der Verband in seiner Mitteilung auch nicht näher erläuterte, sei nicht nachzuvollziehen. Schäfer argumentierte ähnlich wie Linke: „Ein Turnier ist nichts anderes als ein Freundschaftsspiel mit einigen Zuschauern – und das ist ja erlaubt.“ Der Verband habe sich „mal wieder keine Gedanken gemacht über die Zukunft der Vereine“.

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