Zentrale Dortmunder Straße wird für einen Nachmittag zum Zeltplatz

Ungefähr so könnte es aussehen, wenn Mitte September für einen Nachmittag diese zentrale Dortmunder Straße zum Zeltplatz wird.
Ungefähr so könnte es aussehen, wenn Mitte September für einen Nachmittag diese zentrale Dortmunder Straße zum Zeltplatz wird. © Montage Joscha F. Westerkamp
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Ein kleiner Teil der Dortmunder Innenstadt wird Mitte September zum Zeltplatz. Was außergewöhnlich klingt, ist auch tatsächlich besonders, denn: Normalerweise fahren und parken dort Autos.

„Wir wollen zeigen, wie viel Platz Autos einnehmen, der auch für anderes eingesetzt werden könnte“, sagt Birgit Mattern (63). Sie ist Teil der Nachbarschaftsinitiative „Ka!sern“.

Gemeinsam haben die Mitglieder dafür gesorgt, dass am 16. September (Freitag) von 15 bis 21 Uhr ein Teil der Kaiserstraße gesperrt wird. Die Strecke zwischen Goeben- und Bismarckstraße wird dann zum Zeltplatz – eine Aktion des internationalen „Parking Days“.

Dieser hintere Teil der Kaiserstraße wird zum Zeltplatz.
Dieser hintere Teil der Kaiserstraße wird zum Zeltplatz. © Joscha F. Westerkamp

„Auf der ganzen Welt werden Menschen aufgefordert, Parkflächen zu erobern“, beschreibt Birgit Mattern den Kern dieses Aktionstages. Da ihre Initiative sich aber nicht einfach gegen Autos einsetzen wolle, sondern viel mehr für die Nachbarschaft, verbinden sie es mit einem Fest.

„Ganz viele Nachbarn stehen dann da und bieten Aktionen an“, so Mattern. „Mitgebrachte Zelte, Sonnenschirme, Hängematten, Liegestühle, Spiele und vieles mehr sollen für eine gemütliche Campingplatz-Atmosphäre sorgen und zum Verweilen einladen.“ Das Fest sei für Menschen jeden Alters offen und insbesondere auch für jeden, der nicht in der Kaiserstraße wohnt.

Soundinstallationen in einer Reihe von Zelten

„Verschiedene Soundinstallationen in einer Reihe von Zelten fordern zum Entdecken heraus und eine Challenge zum schnellen und unfallfreien Liegestuhlaufbau lädt zum Mitmachen ein.“ Für jüngere Teilnehmer gebe es Kreidefarben zum Bemalen der nun autofreien Flächen.

Und noch mehr Aktionen seien geplant: „Im Schnippel-Zelt werden gemeinsam Äpfel geschnippelt und zu Mus verkocht. Eine Mitmachaktion lädt zum kreativen Bemalen eines Zeltes ein, Live-Musiker tragen zur guten Stimmung bei und vieles mehr.“ Ab 18 Uhr finde ein Mitmachpicknick statt. Jeder könne mitbringen, was er essen will, gerne aber auch Tische und Stühle.

Die Nachbarschaftsiniative „Ka!sern“ macht Werbung für ihre Zeltplatz-Aktion.
Die Nachbarschaftsinitiative „Ka!sern“ macht Werbung für ihre Zeltplatz-Aktion. Birgit Mattern ist die Dame mit grünem Oberteil und Schild in der hinteren Reihe. © Wolfgang Niehoff/Ka!sern

„Es ist bereits das dritte Jahr, dass wir etwas zum Parking-Day machen“, sagt Birgit Mattern. „In den letzten Jahren war es wegen Corona aber nur eine Demo.“

Beteiligt an der Aktion sind neben Matterns Nachbarschaftsinitiative auch der Verkehrsclub Deutschland, der Naturschutzbund, das Christopherus-Haus, das Dottwerk, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club, die Friedhofsgärtnerei Toppmöller, die Ricarda-Huch-Realschule, das Seniorenbüro, die Marktschwärmer, Eltern und Kinder aus dem SOS-Kinderdorf sowie die Fahrradgruppe aus dem Kaiserstraßenviertel.