DLRG

Wasserortung: Hund und Mensch im Zusammenspiel als Lebensretter

Wasserortungshunde können vom Boot aus Ertrunkene wittern. Im Zusammenspiel mit den menschlichen Helfern erleichtern sie Rettungstauchern die Arbeit.
Annika Rütterhoff mit Laila, André Koops und Lotti sowie Sarah, Birigt und Andreas Laubrock mit ihren Hunden Zina und Jerry (von li n. re) nehmen an einer Übung für Wasserortungshunde in Datteln teil. © Martina Bialas

Jack-Russell-Papillon Lotti und Dobermann-Berner-Sennenhund Laila reagieren freudig, als alles auf einen Ausflug mit Frauchen Annika Rüttershoff und Herrchen André Koops hindeutet. Die Vierbeiner nehmen mit Schwung ihren Platz in den Transportboxen im Kofferraum des Autos ein und lassen sich an den Dortmund-Ems-Kanal fahren.

Ein besonderes Training erwartet sie hier: Annika Rüttershoff und André Koops sind Mitglieder in den DLRG Ortsgruppen Datteln und Ahaus. In Ahaus ist das Dattelner Paar mit seinen Hunden auch in der Rettungshundestaffel für Wasserortungshunde und Flächensuchhunde unterwegs. Lotti ist bereits ein ausgebildeter Wasserortungshund, Laila befindet sich noch in der Ausbildung. An diesem Wochenende gibt es für das Quartett ein Heimspiel, die Dattelner DLRG stellt ihr Boot zur Verfügung und eine muntere Truppe samt Vierbeiner versammelt sich, um den Übungsablauf zu planen. Andreas und Birgit Laubrock sind mit ihren Kindern Sven und Sarah und ihren Vierbeinern Zina und Jerry aus dem 60 Kilometer entfernten Nordwalde angereist, um mitzumachen.

Geruchsköder wird ausgelegt – jetzt sind Spürnasen gefragt

Ausgebildete Wasserortungshunde können vom Boot aus Ertrunkene wittern und erleichtern dadurch den Rettungstauchern die Orientierung. Andreas Laubrock ist Rettungstaucher und bestätigt auch, dass mithilfe der Hunde jeder Einsatz verkürzt wird. Annika Rüttershoff und André Koops haben einen Bootsführerschein und sind an diesem Tag auch die Bootsführer. Sie legen mit Sarah Laubrock vorweg in ein paar Kilometern Entfernung auf dem Wasser einen menschlichen Geruchsköder aus.

Annika Rüttershoff nimmt mit ihrem Hund Lotti an einer Übung für Wasserortungshunde teil. Der fünfjährige Jack-Russel-Papillon ist bereits ausgebildet, er muss aber regelmäßig seine Nase trainieren. © Martina Bialas © Martina Bialas

Der wird in einer luftdicht verschlossenen Kiste mit an Bord genommen, dass kein Hund im Vorfeld etwas erschnuppern kann.

Die fünf Jahre alte Lotti fährt auf der ersten Tour mit. Sie muss regelmäßig trainieren, damit sie ihre feine Nase nicht verliert. Der kleine Hund trägt eine grau-rote Schwimmweste und weiß sofort, wo sein Platz ist: vorne am Bug neben Frauchen. André Koops steuert ruhig das Boot durch das Wasser. Die Binnenschiffer fahren auch an diesem Sonntag und wirbeln das Kanalwasser auf, dadurch zieht der wichtige Geruch weiter. Lotti steht jedoch wie eine Eins und hält die Nase in den Wind, nichts bringt sie aus der Ruhe. Sie stupst ihr Frauchen an, sobald sie den Geruch aufnimmt. Annika Rüttershoff markiert mit einem GPS-Gerät die Zeichen von Lotti und wertet diese nach Rückkehr an Land auf ihrem Laptop aus.

Ein gutes Team aus Vier- und Zweibeinern

Die Auswertungen werden an die Rettungstaucher weitergegeben, damit diese die gesuchte Person in der festgelegten Zone bergen können. Lotti löst die ihr gestellte Aufgabe vorbildlich und erhält zum Schluss ein Leckerchen und eine Streicheleinheit. André Koops fährt an den Anleger zurück, hier warten die anderen bereits gespannt auf ihre Übungsfahrt. Die Vier- und Zweibeiner erweisen sich in ihrem wichtigen Zusammenspiel als ein gutes Team, jeder ist wichtig und hat seine genaue Aufgabe.

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