Aufnahmestation

Vestische Kinderklinik: Millionen teurer Umbau ist abgeschlossen

Eine Station im laufenden Klinikbetrieb komplett zu sanieren, ist eine echte Herausforderung. Aber die Kinderklinik hat das Projekt erfolgreich gestemmt.
Eine besondere Dekoration für den Stationsflur präsentiert Prof. Paulussen. Über den gesamten Flur soll der Verlauf der Lippe grafisch dargestellt werden. Die Sparkasse hat das Projekt mit einer Spende von 1000 Euro unterstützt. © Martin Pyplatz

Im letzten Jahr startete das Millionen Euro teure Projekt an der Dattelner Kinderklinik. Da es sich um die Station 1a handelte, musste das Ganze in zwei Bauabschnitten stattfinden. Denn eine komplette Schließung für die Sanierung kam nicht infrage, da die 1a die Aufnahmestation ist und eine wichtige Rolle im Klinikbetrieb spielt. Denn hier werden alle kleinen Patienten aufgenommen, die ohne Anmeldung mit akuten Krankheiten in die Klinik kommen.

Kinder aus dem Palliativzentrum zu Gast

Der rechtzeitige Abschluss des Stationsumbaus spielte noch eine andere wichtige Rolle. Denn die Hälfte der sanierten Station steht aktuell den Patienten des Kinderpalliativzentrums zur Verfügung. Die Einrichtung wird derzeit um ein Stockwerk erweitert. Und in der ersten Phase der Arbeiten wäre es für die Patienten des Palliativzentrums viel zu laut gewesen. Im Oktober soll das Gröbste dort aber erledigt sein, sodass die Patienten dann wieder auf die Station Lichtblicke zurückkehren können.

Hohe Infektionszahlen im Sommer

Die zweite Hälfte der Station – jede Hälfte hat acht Zimmer für jeweils ein bis zwei Patienten – ist aktuell ausgelastet. „Untypisch eigentlich für die Sommermonate“, sagt der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Michael Paulussen, beim Rundgang über die umgebaute Station im Gespräch mit unserer Redaktion. Normalerweise steigen die Fallzahlen mit den klassischen Magen-Darm-Erkrankungen oder Infektionen im Herbst an. Das habe aber in diesem Jahr schon im Sommer eingesetzt. Der Mediziner schätzt, dass die Rückkehr zum Präsenzunterricht vor den Ferien diese Welle ausgelöst hat.

Eine besondere Schleuse in den Zimmern

Um Ansteckungen anderer Personen auf der Station zu vermeiden, hat jedes der Patientenzimmer eine Eingangsschleuse mit zwei Türen. Und es herrscht im Zimmer Unterdruck, sodass Viren nicht entweichen können. Auf der Station blieb während der Sanierung quasi kein Stein auf dem anderen. Es gab eine komplett neue Technik. So wurde unter anderem das Alarmsystem für Patienten-Notrufe erneuert. Die neuen Fenster und Türen sind wärme- und geräuschdämmend. „Früher hatten wir hier Metalltüren. Wenn die ins Schloss gefallen sind, gab es richtig Lärm“, sagt Prof. Paulussen.

Land fördert Umbau mit 1,5 Mio. Euro

Ohnehin wurde sehr viel Wert auf eine angenehme Atmosphäre gelegt. Alles ist in warmen, hellen Tönen gehalten. Es wurden Tageslichtlampen eingebaut mit einer speziellen Lichtfarbe, die nach Angaben des Chefarztes stressmindernd wirken. In den Zimmern, die natürlich nicht vergrößert werden konnten, hat man Wert auf funktionelle Lösungen gelegt, zum Beispiele Klapptische, die, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, platzsparend in der Wand verschwinden. Auch die Bäder wurde komplett saniert.

Alles in allem hat der Umbau der 1a rund 2,1 Mio. Euro gekostet. Über ein Sonderprogramm des Landes gab es eine Förderung von 1,5 Mio. Euro.

Ein eigener OP fürs Kinderpalliativzentrum

Dank einer Förderung von 6,5 Mio. Euro durch das Land NRW entsteht aktuell auf dem Dach des Kinderpalliativzentrums an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln ein Erweiterungsbau. Der Aufbau am Kinderpalliativzentrum sieht eine operative Einheit für die bedarfsgerechte Versorgung von jungen Patienten mit schweren seltenen Erkrankungen vor. Dies betrifft Patienten der Kinderpalliativstation Lichtblicke ebenso wie Kinder, die in anderen Abteilungen der Klinik, insbesondere in der Neonatologie/Intensivmedizin, der Neurologie, der Onkologie und der Allgemeinpädiatrie, betreut werden. Künftig können so externe Operateure ins Kinderpalliativzentrum kommen, um Eingriffe vorzunehmen. Den jungen Patienten werden damit die für sie meist sehr beschwerlichen Wege erspart.

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