Ruhrpottmöwen

Stadthallen-Dach ungeeignet: Taubenschlag kommt auf den Schemm

Per Ratsbeschluss forderte die Politik einen Ortstermin auf dem Dach der Stadthalle ein, um es als Standort für einen Taubenschlag zu prüfen. Jetzt sind nur noch zwei Standorte im Rennen.
Die Stadttauben in Datteln suchen häufig Futter am Neumarkt. Mit einem Taubenschlag am Schemm sollen sie nicht mehr so oft auf Futtersuche gehen müssen. © Hollenhorst

Jetzt steht es fest: Nicht das Dach der Stadthalle, nicht die Friedrich-Ebert-Straße, sondern nun doch der alte Schützenplatz „Schemm“ soll die neue Heimat der innerstädtischen Tauben werden, damit ihre Population dort unter Kontrolle gehalten werden kann. Zu diesem Entschluss kamen die Teilnehmer des Ortstermins auf dem Stadthallen-Dach nun mehrheitlich. Anwesend waren Lokalpolitiker, Verwaltungsmitarbeiter, Mitglieder der Ruhrpottmöwen, Taubenzüchter und ein Dachdecker.

Dass das Dach der Stadthalle nicht geeignet für die Errichtung eines innerstädtischen Taubenschlages ist, darauf hat die Stadt Datteln auf der Suche nach einem geeigneten Standort des Öfteren hingewiesen. Zwar hatte laut der Ruhrpottmöwen Bürgermeister André Dora (SPD) diese Idee selber ins Spiel gebracht, dann aber nach Rücksprache mit den zuständigen Verwaltungsmitarbeitern schnell wieder verworfen.

Denn obwohl über der Stadthalle ein ungestörter Ort für die Unterbringung der Tauben wäre, sei das Projekt dort nicht umsetzbar. Davon überzeugten sich die Vertreter nun selbst. Investitionen in Statik und Dämmung würden zu hoch ausfallen, außerdem seien die nötigen Materialien aufgrund der coronabedingt angespannten Marktlage nicht so einfach zu bekommen, schreiben die Grünen im Zuge des Ortstermins auf ihrer Facebook-Seite. Auch eine neue Treppe hätte installiert werden müssen. Den erschwerten Aufstieg merkte Bürgermeister Dora während der Diskussionen mehrmals an.

Anwohner kündigen Klagen an

CDU, Grüne, FDP, Linke und „Die Partei“ hatten mehrheitlich für den von der Union eingereichten Beschlussvorschlag im Rat zum Tauben-Problem gestimmt.

Dieser besagt nun, dass die Stadt ab dem 26. Juli an einer provisorischen oder mobilen Lösung entweder an der Friedrich-Ebert-Straße oder am Schemm arbeiten soll, die dann bis zum 31. August umgesetzt ist.

Wie die Grünen in den sozialen Medien schreiben, haben wohl mehrere Anwohner der Friedrich-Ebert-Straße Klagen gegen den Standort angekündigt, wenn es so weit kommt. Daher hält die Partei eine Lösung am Schemm für deutlich besser geeignet.

Denn Klaus Hinze vom Dattelner Liegenschaftsamt habe bei dem Ortstermin bekräftigt, dass wegen der Größe des Taubenhauses ein Bauantrag von den Betreibern gestellt und von der Stadt eine Baugenehmigung erteilt werden müsse. Zudem müssten die Bebauungspläne abgeändert werden. „Bei gutem Willen – und bei geballter Rückendeckung durch die Politik – sei dies aber kein unüberwindliches Hindernis“, schreiben die Grünen. Stadt und der Verein Ruhrpottmöwen sollen nun mit der Umsetzung beginnen und einen Taubenschlag am Schemm in die Wege leiten.

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