Radfahrsicherheit

SPD will Gefahrenpunkt am Zechenberg entschärfen

Keine Frage: Der Radweg stadteinwärts an der B 235 in Höhe des Zechenbergs ist ein gefährliches Pflaster. Das will die Dattelner SPD nun ändern.
Die Situation ist eindeutig: Falco Böhlje (SPD) ist auf dem Radweg am Zechenberg im toten Winkel des abbiegenden Lkw. © Uwe Wallkötter

SPD-Ratsherr Falco Böhlje sieht dringenden Handlungsbedarf, dort die Situation für Radler zu entschärfen. Er erinnert unter anderem an den Unfall vor einigen Jahren, bei dem eine Radfahrerin von einem in die Emscher-Lippe-Straße abbiegenden Lkw erfasst und tödlich verletzt wurde. Verschärfend kommt aus Sicht Böhljes auch die hohe Zahl an Lkw hinzu, die von der Autobahn kommend das Aldi-Zentrallager ansteuern.

Raus aus dem toten Winkel der Lkw

Deshalb hat die SPD in einem Antrag die Verlegung des Radwegs um einige Meter in die Emscher-Lippe-Straße gefordert, damit sich die Radler nicht mehr im toten Winkel der abbiegenden Lkw befinden, sondern beim Überqueren deutlich von den Fahrern gesehen werden.

Radweg um einige Meter verlegen

„Die Diskussion über Abbiegeassistenten für Lkw zur Vermeidung von Unfällen zwischen Lkw und Radfahrern an Kreuzungen ist bekannt. Es wird noch dauern, bis alle Lkw mit Abbiegeassistenten ausgestattet sind. In den Niederlanden gibt es bautechnische Lösungen, wonach der Überweg für Radfahrer und Fußgänger mehrere Meter von der Kreuzung weg versetzt wird“, betont der SPD-Politiker bei einem Ortstermin mit unserer Redaktion.

„Schaut man sich die Kreuzung Castroper-Straße/Emscher-Lippe-Straße an, ließe sich diese Lösung auch auf Datteln übertragen.“ Der beampelte Fußgängerüberweg liegt bereits einige Meter vom Kreuzungsbereich entfernt. Würde man den Radweg auf den Fußgängerüberweg verlegen, ließen sich Abbiegeunfälle vermeiden, ist die SPD überzeugt.

Antrag wird im Rathaus geprüft

Durch Pfähle oder andere Absperrungen ließe sich ziemlich einfach verhindern, dass Radfahrer, welche die Castroper Straße aus dem Dattelner Süden Richtung Innenstadt befahren, den Kreuzungsbereich wie bisher „geradeaus“ überqueren. Der Antrag wird derzeit im Rathaus auf Machbarkeit überprüft und demnächst im zuständigen Ausschuss beraten.

Die SPD möchte darüber hinaus in einem weiteren Schritt prüfen lassen, ob und an welchen weiteren Kreuzungsbereichen im Dattelner Stadtgebiet eine solche Lösung ebenfalls möglich ist, bzw. notwendig erscheint.

2017 starben 382 Radfahrer bei Unfällen

Unter den tödlich verletzten Verkehrsteilnehmern waren 2017 insgesamt 382 Radfahrer, mehr als 79.000 wurden verletzt. Jeder achte Verkehrstote und jeder fünfte Verletzte war damit ein Radfahrer. 3.100 Radfahrer verunglückten mit Beteiligung eines Lkw. Dabei ließen 76 Radfahrer ihr Leben. Bei etwa jedem dritten Verkehrsunfall mit Personenschaden, an dem ein Fahrrad und ein Lkw beteiligt war, handelte es sich um einen Abbiegeunfall. Dabei wurden 37 Personen getötet. Allein im ersten Halbjahr 2018 kamen Medienberichten zufolge bundesweit mehr als 20 Menschen bei Lkw-Abbiegeunfällen ums Leben.

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