Der Wochenkommentar

Schulen starten erneut ins Ungewisse

Wie schon im Vorjahr wurden die Ferien nicht genutzt, um Schritte zu ergreifen, um Schülerinnen und Schüler besser vor Corona zu schützen. Die Konzepte liegen vor, aber sie werden ignoriert.
Jörn Tüffers ist Ressortleiter Ostvest. © privat

Ein neues Schuljahr. Und wie schon vor einem Jahr, als die Politiker und wir alle mangels Erfahrung mit Corona noch recht unbeholfen verfuhren, starten die Schülerinnen und Schüler im Ostvest eine Reise ins Unbekannte. Daran ändern auch die Beteuerungen aus den Ministerien nichts, dass es keinen weiteren Distanzunterricht geben wird.

Es gibt zu viele Unwägbarkeiten: Dazu zählt die Ausstattung der Schulklassen mit Luftfiltern: alles viel zu zögerlich. Auch die Corona-Tests sind nicht verlässlicher geworden. Statt auf flächendeckende und regelmäßige PCR-Pooltests wie in Grundschulen und Kindergärten umzustellen, setzt das Land in den weiterführenden Schulen weiter auf die häufig genutzten Selbsttests. Dabei könnten sie als sogenannte Lollitests, bei dem die Kinder einige Sekunden an einer Art Wattestäbchen lutschen, schmerzfrei und niedrigschwellig eingesetzt werden.

Problem: Die PCR-Tests sind teurer als die Selbsttests

Schon vor den Ferien hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dazu aufgerufen, dieses Testverfahren zu wählen, da es Infektionen mit einer höheren Grad erkennt als die Selbsttests. Was er zu sagen vergaß: Die PCR-Tests sind teurer, weil sie im Labor ausgewertet werden müssen. Die Kosten zahlt allerdings nicht der Bund, sondern das Land. In NRW, von wo aus sich Armin Laschet anschickt, Bundeskanzler zu werden, ist von den aufwändigeren Tests aber keine Rede.

Es reicht aber nicht, wiederholt zu beteuern, wie wichtig uns die Kinder sind – an ihren Taten werden Politiker gemessen. Und das schon bei der Bundestagswahl.

Eigentlich mögen Parteien keine Wahlplakate . . .

Dass dieses wichtige Ereignis ansteht, ist nun auch in den Stadtbildern zu erkennen. Und dies, obwohl die meisten Parteien und Kandidaten versichern, dass sie auf diese Art des Wahlkampfes sofort verzichten würden, wenn die anderen dazu auch bereit wären. Na dann, wer macht bei der Landtagswahl im Mai den Anfang?

Langer Vorname, umso kürzerer Nachname

Apropos: Die Parteien sind früh dabei, ihre Kandidaten in Position zu bringen: Die SPD hatte schon vor den Ferien Lisa Kapteinat für Datteln und Waltrop wieder nominiert. Nun hat die CDU nachgezogen und Patrick-Benjamin Bök aufgestellt – langer Vorname, umso kürzerer Nachname. Er steht für einen Umbruch in seiner Partei. Als Anhänger der Digitalisierung müsste er eigentlich auf Wahlplakate verzichten.

Und sonst? Marcel Mittelbach geht in den Container. Nee, nicht zu Big Brother; es ist auch nur ein Bauwagen, im dem der Waltroper Bürgermeister (SPD) in der kommenden Woche mit Bürgern ins Gespräch kommen will. Ob das ein Vorgriff auf die Tiny Houses ist, mit denen er im Wahlkampf geworben hatte? Wie heißt es doch so schön: Platz ist in der kleinsten Hütte!

Der Abend in Datteln

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