Landgericht Bochum

Samurai-Schwerter und Drogen: Ex-Paar vor Gericht

Bei einem Ex-Paar aus Datteln werden Drogen und Waffen gefunden. Vor allem für den Mann geht es vor Gericht jetzt um viele Jahre Haft.
Das Landgericht Bochum: Hier entscheidet sich die Zukunft der beiden Dattelner. © Jörn Hartwich

Für sie war es Liebe, er hatte vor allem seine Drogengeschäfte im Kopf: Seit Donnerstag muss sich ein Ex-Paar aus Datteln in Bochum vor Gericht verantworten. Fest steht schon jetzt: Für den 31-Jährigen geht es um viele Jahre Haft.

Es war im vergangenen April, als der Dattelner von der Polizei gestoppt wurde. Er war mit seinem Auto auf dem Rückweg von Velbert. Was er damals noch nicht wusste: Er war schon länger im Visier der Drogenfahndung. Es soll einen Tipp gegeben haben.

Bei der Durchsuchung des Wagens und seiner Dattelner Wohnung wurden die Beamten dann auch schnell fündig: Marihuana, Haschisch, Kokain und Amphetamin: Vieles davon war schon zum Weiterverkauf abgepackt.

„In meine Bude reinmarschiert“

Bei der ebenfalls angeklagten Ex-Freundin des Angeklagten, die im Gegensatz zu dem 31-Jährigen immer gearbeitet hat, rückte die Polizei mit einem Spezialeinsatzkommando (SEK) an. Als die Dattelnerin im Prozess davon erzählte, kamen ihr sofort die Tränen: „Ich werde nie vergessen, wie die in meine Bude reinmarschiert sind.“ Auch dort wurden Marihuana und Kokain sichergestellt.

Was ihrem langjährigen Freund jedoch Jahre der Freiheit kosten könnte, sind die Waffen, die ebenfalls gefunden wurden: Samurai-Schwerter, ein Jagdmesser und ein Klappmesser. Die Anklage lautet auf bewaffneten Drogenhandel. Mindeststrafe: fünf Jahre Haft.

Zum Prozessauftakt vor der 11. Strafkammer des Bochumer Landgerichts hat der Dattelner den Drogenhandel bereits zugegeben, die Rolle der Waffen aber heruntergespielt.

Jagdmesser für Pizza

Das wuchtige Jagdmesser? „Das lag nur deshalb herum, weil ich damit eine Pizza geschnitten habe“, sagte er den Richtern. Das normale Besteck sei schmutzig gewesen und er habe nicht spülen wollen. „Das klingt vielleicht ein bisschen nach Stuss. Aber so war es.“ Und die Samuraischwerter? „Das waren für mich Deko-Gegenstände.“ Er habe im Leben nicht daran gedacht, sie zu benutzen. „Ich habe die Drogen nur an Freunde und Bekannte verkauft. Da musste ich mich nicht verteidigen können.“

Der 31-Jährige soll zur Rocker-Szene gehören. Er ist bereits sieben Mal verurteilt worden – darunter auch wegen Drogen und Waffen. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme stand er doppelt unter Bewährung.

Neue Chance für die Liebe

Die Beziehung zur Mitangeklagten hatte er einen Tag vor der Festnahme wegen einer anderen Frau beendet. Jetzt will er zu seiner Ex zurück. „Ich würde es gerne noch einmal mit ihr versuchen“, sagt er den Richtern.

An eine gemeinsame Zukunft werden die beiden aber wohl vorerst nicht denken können. Während sie auf freiem Fuß ist, befindet er sich bereits seit sechs Monaten im Gefängnis. Der Prozess wird fortgesetzt.

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