Diskussionen

Parkgebühren: Stadt Datteln sieht keinen Handlungsbedarf

Die Diskussionen über Parkgebühren reißen nicht ab: Den Zusammenhang, die Parkgebühren mit einem attraktiveren Angebot in der Innenstadt zu rechtfertigen, sieht die Stadt Datteln nicht.
Die Diskussionen um die Gebühren auf den innerstädtischen Parkflächen reißen nicht ab. © Sebastian Balint

In den sozialen Medien wird weiter über anfallende Parkgebühren in Datteln diskutiert. Ein Argument, das gleich mehrere Nutzer anbringen, warum sie lieber in andere Städte zum Einkaufen fahren, ist das Verhältnis zwischen Innenstadt-Attraktivität und Parkgebühren. Heißt: Dort, wo es ein breites Shopping- oder auch Gastronomie- und Freizeitangebot gibt, würden die Nutzer eher für ein Parkticket bezahlen.

Bei der Stadt sieht man diesen Zusammenhang nicht. „Das hat nicht unmittelbar etwas miteinander zu tun“, antwortet Stadtsprecher Dirk Lehmanski auf Nachfrage, „die Parkgebühren sind eine Maßnahme, die wir im Rahmen des Stärkungspaktes umgesetzt haben, die viel Geld in die Kasse bringt.“ Losgelöst davon würde die städtische Wirtschaftsförderung immer daran arbeiten, die Innenstadt attraktiver zu gestalten. Lehmanski verweist auf die Fördergelder aus Münster und die damit verbundenen Pläne, Leben in die aufkommenden Leerstände zu bringen. Auch die IHK-Zantralitätskennziffer von 107 würde belegen, dass auch auswärtige Menschen nach Datteln zum Einkaufen kommen.

Wie viele Knöllchen das Ordnungsamt auf den kostenpflichtigen Parkplätzen im Innenstadtbereich verteilt, könne laut Lehmanski nicht nachvollzogen werden. Fakt ist, dass die Zahl der Knöllchen im ganzen Stadtgebiet seit Jahren sinkt: 2016 wurden noch 19.000 Verwarnungen von Ordnungsamtsmitarbeitern geschrieben, 2018 waren es 14.856 und 2019 insgesamt 13.834. Im Corona-Jahr 2020 ist die Zahl der Knöllchen mächtig gesunken – 9473 Stück wurden über das Jahr hinweg verteilt.

Tagesticket und App-Parken: Keine Pläne für eine Umsetzung

Überlegungen, ein Tagesticket für das Parken einzuführen, wie es zum Beispiel in der deutlich größeren und angebotsreicheren Recklinghäuser Innenstadt der Fall ist, gibt es in Datteln derzeit nicht, heißt es aus dem Rathaus. Für vier Euro können die Innenstadt-Besucher dort ihr Auto für den ganzen Tag abstellen. In den sozialen Medien sind die Nutzer der Ansicht, das könne den Zeitdruck, der bei laufender Parkuhr im Nacken sitzt, etwas abschwächen.

Ein Vorteil der Nachbarstadt Waltrop sei zudem, dass mit einem Parkticket auf mehreren Stellplätzen im Innenstadtbereich geparkt werden könne. Diese Überlegungen gab es auch in Datteln. Aufgrund verschiedener Preisstrukturen auf den Parkplätzen – am Stadtbad ist der Tarif günstiger – sei das in Datteln noch nicht umgesetzt worden, antwortet Lehmanski.

Auch zum Thema App-Parken, das jüngst in Herten eingeführt wurde, bleibt die Verwaltung ihrer Linie treu: Den Vorteilen stünden, dass die Daten der Nutzer weitergegeben würden, die Kontrolle länger dauert und mit hohem Aufwand verbunden sei und die Kosten von einmalig 10.000 Euro sowie jährlich 3500 Euro.

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