Messerattacke in der Innenstadt

Messerattacke – Fall vor dem Aus?

Nach einer mutmaßlichen Messer-Attacke in der Innenstadt wurde aus dem Umfeld der Verletzten berichtet, dass Zeugen durch die mutmaßlichen Täter bedroht werden. Dem wird jetzt widersprochen.
Zeugen und Opfer der angeblichen Messerattacke im Mai in Datteln wollen sich nun nicht mehr zu dem Fall äußern. Die Staatsanwaltschaft kann aber unabhängig davon trotzdem Anklage erheben. © picture alliance/dpa

Über den Tathergang selbst gibt es einheitliche Aussagen aus dem Umfeld der Geschädigten und auch der Zeugen: Schon während einer Busfahrt sollen zwei Gruppen junger Männer in Streit geraten sein. Bei der einen handelte es sich um drei Dattelner im Alter zwischen 18 und 22 Jahren, bei der anderen um eine fünfköpfige Gruppe junger Männer. Unseren Informationen zufolge soll dieser Streit jedoch nur verbal ausgetragen worden sein. Später sollen die beiden Gruppen in der Dattelner Innenstadt ein weiteres Mal aufeinandergetroffen sein. Diese Begegnung soll dann, das bestätigten mehrere Zeugen im Gespräch mit unserer Redaktion, in einer körperlichen Auseinandersetzung geendet sein. Dabei hätten Mitglieder der fünfköpfigen Gruppe einen Baseballschläger sowie ein Messer zum Einsatz gebracht.

Widersprüche über die Zeit nach der Konfrontation

Widersprüchlich werden die Aussagen über die Zeit nach der Konfrontation der beiden Gruppen. So wurde unserer Redaktion berichtet, dass die Behandlung der Verletzten in der Notaufnahme des St.-Vincenz-Krankenhauses seitens der Mediziner abgelehnt worden sei. Dem widerspricht Kliniksprecherin Katharina Späth auf Nachfrage unserer Redaktion. Nach Rücksprache mit den diensthabenden Medizinern beschreibt sie die Situation so, dass zuerst nur einer der Verletzten in der Notaufnahme erschienen sei. Dieser habe keine Aussagen darüber machen wollen, woher die Verletzungen an seinem Auge stammen. In der Notaufnahme habe man den Mann dann darauf hingewiesen, dass es in der Klinik keine Augenabteilung gebe.

Stichverletzung im Rücken

Daraufhin habe der Verletzte ohne ein weiteres Wort zu verlieren die Notaufnahme wieder verlassen. Kurze Zeit später sei er dann aber in Begleitung eines anderen Mannes zurückgekehrt. Dieser verwies auf eine Stichverletzung im Rücken. Erst nach langem Zögern seien die Männer bereit gewesen, Angaben darüberzumachen, wie die Verletzungen entstanden sind.

Mutmaßliche Täter sollen Druck ausgeübt haben

In den Wochen nach der Tat sollen dann Zeugen und auch die Opfer selbst durch die mutmaßlichen Täter unter Druck gesetzt worden sein, nicht auszusagen. Ein Informant berichtet nun, das treffe nicht zu. Vielmehr hätten sich die Geschädigten wie auch die Zeugen darauf verständigt, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Bedrohungen habe es nie gegeben und deshalb sei das auch nicht der Grund für die Entscheidung der beteiligten Personen, sich nicht mehr zum Fall äußern zu wollen. Das könnte das Aus für diesen Fall bedeuten, bestätigt Polizeisprecherin Anette Achenbach. Sie verweist aber auf die laufenden Ermittlungen.

Staatsanwaltschaft trifft letztlich die Entscheidung

Die endgültige Entscheidung darüber fällt am Ende der Ermittlungen jedoch die Staatsanwaltschaft. Und die gibt zu verstehen, dass ein solcher Fall auch ohne die Aussagen der Zeugen vor Gericht verhandelt werden kann.

Paul Jansen, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Bochum weist darauf hin, dass es durchaus möglich ist, einen Prozess zu führen, bei dem die Zeugen und/oder die Opfer nicht persönlich aussagen. Denn auch wenn Zeugen, die anfangs bei der Polizei Angaben zur Sache gemacht haben, diese später nicht vor Gericht wiederholen möchten, können die bei der Polizei gemachten Aussagen im Verfahren als Beweismittel eingebracht werden.

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