Politik

Kritik an der Dattelner Schulverwaltung: Grüne fordern bessere Planung

Nicht alle Dattelner Schüler können in ihrer Stadt zur Schule gehen. Im Bildungsausschuss hat die Absage an 14 Realschüler für Empörung gesorgt. Die Grünen fordern langfristige Lösungen.
Nicole Dominick (re.) und Karina Rösler haben kein Verständnis für die Ablehnung ihrer Söhne an der Realschule. Insgesamt 14 Schüler haben keinen Platz an den Dattelner Schulen gefunden. © Wallkötter

Empörung und Ratlosigkeit würden in der aktuellen Schulsituation nicht weiterhelfen, beklagt die Grüne Wählergemeinschaft. 14 neue Fünftklässler, die keinen Platz an einer weiterführenden Schule in Datteln erhalten haben und demnach in Nachbarstädten zur Schule gehen müssen, hatten eine emotionale Diskussion im Fachausschuss in der vergangenen Woche ausgelöst. Allerdings drehten sich die Redebeiträge eher darum, kurzfristige Lösungen für diese Schüler zu finden, während die Verwaltung aber verkündete, dass „der Zug abgefahren ist“. Die Bezirksregierung Münster lehnte die Gründung einer vierten Realschulklasse ab.

Ausreichend Zeit für frühzeitige Planung

„Eine detaillierte Analyse der Situation und umsichtiges Handeln sind gefragt. Eigentlich erwarten wir das von der Dattelner Schulverwaltung, die sehenden Auges in die heutige Katastrophe geschrammt ist“, schreiben die Grünen in ihrer Stellungnahme. Denn spätestens im Herbst eines jeden Jahres würde die Schulstatistik der Verwaltung vorliegen. Und daraus sei abzulesen, wie viele Viertklässler im kommenden Jahr wahrscheinlich auf eine weiterführende Schule wechseln. Es sei also genügend Zeit vorhanden gewesen, frühzeitig für das Schuljahr 2021/22 zu planen, meinen die Grünen.

Im Schuljahr 2022/23 wechseln noch mehr Grundschüler in Datteln

„282 Kinder besuchen die 4. Klassen, jeder Mensch, der pädagogisch tätig ist, weiß, dass neun Klassen nicht ausreichen werden, um all diesen Kindern ein adäquates schulisches Angebot machen zu können“, kritisieren die Grünen.

Die Prognosen für das Schuljahr 2022/23 zeigen, dass noch mehr Schüler auf eine weiterführende Schule wechseln werden. 321 Kinder sind aktuell in einer dritten Klasse einer Dattelner Grundschule. Elf Fünfer-Klassen würden für diese Zahl nicht ausreichen, schätzen die Grünen.

„Umso lernschwächer ein Kind ist, desto schwieriger wird es für dieses Kind, einen Platz in einer Dattelner Schule zu finden“, schätzen die Grünen die Lage in der Schullandschaft ein. Denn bereits vor drei Jahren hätten sie gelernt, dass durch das rechtmäßige Anmeldeverfahren an der Gesamtschule schwächere Schüler benachteiligt werden würden. Nun hätten sie gelernt, dass Schüler, die es auf der Realschule nicht schaffen und nach der Erprobungsstufe (Klasse 6) wieder abgehen, hauptsächlich zur Gesamtschule nach Suderwich wechseln.

Grüne: Dattelner Schulverwaltung muss Lösungen finden

„Fünftklässler fallen nicht vom Himmel, sie haben vier Jahre lang die Grundschulen besucht. Ihre Zahl sollte der Dattelner Schulverwaltung bekannt sein, deshalb liegt es in ihrer Verantwortung, zum Wohle dieser Kinder und ihrer Eltern tragfähige Lösungen zu entwickeln – in Absprache mit den Schulen und der Bezirksregierung. Wir möchten dasselbe Dilemma im nächsten Jahr nicht erneut erleben“, lautet das Fazit der Grünen.

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