Grüner Weg

Keine Bombe, aber hohe Kosten

Darauf war Immobilienbesitzer Timo Rausch aus Olfen nicht vorbereitet. Bei Sondierungsarbeiten auf seinem Grundstück am Grünen Weg wurde ein verdächtiger Gegenstand entdeckt.
Der verdächtige Gegenstand unter der Garage im Hof eines Mehrfamilienhauses entpuppte sich als rostiges Rohr. © Sebastian Balint

In dem Mehrfamilienhaus am Grünen Weg soll eine Wohngemeinschaft für Senioren entstehen, erklärt Eigentümer Timo Rausch. Neun Mieter sollen dort schon bald einziehen und bestens betreut ihren Lebensabend verbringen, so der Plan des Olfeners.

Auf einem Teil des Geländes hinter dem Mehrfamilienhaus sollen Parkplätze angelegt werden. Doch bevor dort die Bagger rollen können, muss der Boden sondiert werden. Schließlich werden bei Erdarbeiten immer wieder Kriegs-Überbleibsel gefunden.

Verdächtiger Gegenstand unter der Garage

Luftaufnahmen ließen dann auch einen verdächtigen Gegenstand auf dem Grundstück erkennen. Also mussten Sondierungsbohrungen auf dem Grundstück durchgeführt werden. „Die Feuerwehr hatte es mir aber freigestellt“, erklärt Rausch. „Ich habe mich aber ganz bewusst für die Sondierungsarbeiten entschieden.“ Ihm sei es wichtig gewesen, Klarheit über die Beschaffenheit seines Grundstückes zu bekommen. „Außerdem wollte ich, dass die Bewohner rund um das Grundstück herum sich nicht sorgen müssen“, sagt der Immobilienbesitzer.

Sein Grundstück sah am Donnerstagmorgen aus, als hätte dort ein überdimensionaler Maulwurf sein Unwesen getrieben. Zig Bohrlöcher „zieren“ nun das Grundstück am Grünen Weg. Am Ende ist es ein Stück unter der Garage, das durch den Kampfmittelräumdienst untersucht werden muss.

Nein, das sind keine Mini-Vulkane. Das sind die Überbleibsel der Sondierungsbohrungen auf einem Grundstück am Grünen Weg. © Sebastian Balint © Sebastian Balint

Pünktlich um 8 Uhr traf ein Team des Kampfmittelräumdienstes am Ort des Geschehens ein. Barbara Bremmer, Truppführerin der Bezirksregierung Arnsberg, nahm das Gelände sogleich in Augenschein. Auch für den Laien wird schnell ersichtlich, hier ist ein eingespieltes Team von Fachleuten am Werk.

Ein kleiner Bagger wird von einem Team-Mitglied von einem Anhänger auf das Grundstück gefahren. Ein weiterer sperrt die Einfahrt zum Hof mit Flatterband ab. „Ich muss jetzt alle bitten, die nicht zum Team gehören, den Bereich zu verlassen“, wendet sich Barbara Bremmer schließlich an die anwesenden Vertreter der Feuerwehr und der Stadt.

Kampfmittelräumdienst gibt nach 90 Minuten Entwarnung

Etwa 90 Minuten sind Bremmer und ihr Team an der Ausschachtung in der Garage zugange. Dann endlich die erlösende Nachricht: Keine Bombe. Was der Trupp unter der Garage findet, stellt sich am Ende als Teil eines alten Wasserrohres heraus. „Das mag im ersten Moment lustig erscheinen“, sagt Bremmer. Doch ein solcher Gegenstand habe sich in einem anderen Teil der Stadt am Ende als zehn Zentner Bombe erwiesen. „Leider können wir das nicht immer vorher einwandfrei feststellen“, sagt sie.

Hätte der Kampfmittelräumdienst statt eines rostigen Rohres tatsächlich einen Sprengkörper gefunden, hätten umfassende Evakuierungsmaßnahmen eingeleitet werden müssen. Für Immobilienbesitzer Timo Rausch schlägt die Aktion mit 7000 Euro zu Buche. Doch der nimmt’s gelassen. „Jetzt können wir unser Projekt beruhigt fortführen“, sagt Rausch. „Und auch die Anwohner der angrenzenden Grundstücke können beruhigt sein.“

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