Mühlenbach und Lippe

Hochwasser in Datteln: Ahsen und Hagem sind die Risikogebiete

Der Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz bleibt nach dem Hochwasser Krisengebiet. Auch Datteln hat solche Szenarien erlebt – und das Risiko besteht weiterhin an Lippe und Mühlenbach.
Auf Höhe der Rauschenburg wird in Datteln der Pegelstand der Lippe angezeigt. © Martin Pyplatz

Das Lippedorf Ahsen wurde immer wieder von Hochwasser-Ereignissen heimgesucht, ehe der Lippeverband dort im Jahr 2005 einen Deich errichtet hatte, der das Dorf zumindest vor häufigen und mittleren Wahrscheinlichkeiten schützt. Denn schon bei solchen Hochwasser-Ereignissen, die alle fünf bis zehn Jahre auftreten können, tritt die Lippe laut dem „Hochwasserrisiko- und Maßnahmenplan“ des Landes NRW über die Ufer.

Die Ausuferungen würden aber ausschließlich landwirtschaftlich genutzte Flächen betreffen, heißt es. Ein Hochwasser mit einer mittleren Wahrscheinlichkeit tritt statistisch deutlich seltener, etwa alle 100 Jahre, auf. Aber auch hier sei das Dorf größtenteils geschützt. Allerdings wären einige Hofanlagen von eintretenden Überschwemmungen betroffen. Auch hier schütze der errichtete Damm den Großteil der Bewohner.

Extremes Hochwasser würde Ahsen laut Landesplan überschwemmen

Anders sieht es im Falle eines extremen Hochwassers aus, das seltener als alle 100 Jahre erwartet wird. Für diesen Fall hilft auch der Damm nicht mehr, laut Landesplan wird mit großflächiger Ausuferung gerechnet, die zusätzlich noch Wohnbebauung sowie Industrie und Gewerbeflächen überschwemmt. Bei starken Hochwasser-Ereignissen würde die Lippe zudem auch außerhalb von Ahsen weitläufig über die Ufer treten. Hier seien aber ausschließlich Hofanlagen und keine Wohnsiedlungen betroffen.

Neben der Lippe ist der Dattelner Mühlenbach der zweite Hochwasser-Gefahrenpunkt in Datteln. Das erlebten im Juli 2013 die Bewohner der Beisenkamp-Siedlung. Eineinhalb Stunden Starkregen mit 40 Litern Niederschlag in einer Stunde sorgten dafür, dass die Kolonie überschwemmt wurde.

Laut Landesplan besteht die Gefahr bei häufigen und mittleren Hochwasser-Ereignissen eigentlich nicht. Denn dabei sollte der Mühlenbach im Falle eines Ausuferns eigentlich nur landwirtschaftliche Flächen oberhalb der Wohnbebauung überschwemmen, heißt es. Durch vorhandene Deiche sowie das Regenrückhaltebecken seien die Wohnsiedlungen allerdings geschützt, meldet das Land NRW. Bei einem extremen Hochwasser-Ereignis schützen aber auch diese beiden Vorkehrungen nicht, wird im Plan deutlich. Es käme zu großflächigen Ausuferungen mit Überflutungen von Wohnbauflächen sowie „Flächen mit funktionaler Prägung“ wie zum Beispiel der Kinderklinik, Gymnasium und Realschule. Die Überschwemmungsgefahr am Mühlenbach besteht in diesen Extremfällen akut von der Beisenkampsiedlung über Hagem bis zur Oer-Erkenschwicker Stadtgrenze. Das Hochwasser würde laut Plan sogar bis zur Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße/Westring über die Ufer treten.

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