Große Pläne

Hafenstraße wird zum „Boulevard“ zwischen Rathaus und Innenstadt

Wer aktuell über die Hafenstraße zwischen Lohstraße und Genthiner Straße schlendert, kann sich nur schwer vorstellen, was hier entstehen soll: Die Stadt hat große Pläne für diesen Bereich.
An der Hafenstraße rollen schon jetzt die Bagger für die Kanalbauarbeiten. Der geplante Boulevard-Bereich soll die Verbindung zum Rathaus für Fußgänger aufwerten. © Fabian Hollenhorst

Eigentlich sollten die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses nur über einen von der Verwaltung vorbereiteten Förderantrag entscheiden, um die Umgestaltung der Hafenstraße mithilfe des Stadtentwicklungsprogramms 2022 zu realisieren. Die beigefügte Planung inklusive Skizze stieß jedoch auf großes Interesse der Lokalpolitiker. Von der Idee zeigten sich alle Anwesenden angetan, doch zahlreiche Detailfragen und Verbesserungsvorschläge ließen eine Diskussion entstehen, die Ausschussvorsitzender Joachim Lehmann (SPD) für die Beschlussfassung unterbrechen musste – alle Parteien stimmten zu.

Die Ausgangslage: Aktuell ist an der Hafenstraße ein geteilter Fuß- und Radweg vorzufinden. Daran schließen sich Parkplätze für die Post und die anliegende Versicherung an. Die danebenliegende, schmale Fahrbahn verläuft jeweils einspurig in beide Richtungen. Auf der Hafenstraße herrscht Tempo 30, was allerdings an den Straßenschäden liegt.

Das ist geplant: Die Parkplätze, die in der Breite einen Großteil der Fläche der Hafenstraße einnehmen, werden an die Genthiner Straße, an die Durchfahrt zum Dorfschultenhof und des Rathaus-Haupteinganges, verlegt. Von dem gewonnenen Platz sollen die Fußgänger profitieren. Ihnen soll ein knapp drei Meter breiter Fußweg ohne Radverkehr zur Verfügung stehen. Auf der etwa fünf Meter breiten ehemaligen Parkplatzfläche soll dann der Kern der Umgestaltung entstehen – ein „Boulevard“. Dahinter steckt ein durch mehrere Grünbereiche abgetrennter, lang gezogener Aufenthaltsbereich mit Sitzmöglichkeiten und Leuchtelementen im Boden. Die Grünflächen sollen zudem einen positiven Beitrag zum Stadtklima leisten. Der Radverkehr soll auf die Fahrbahn verlagert werden. Noch steht nicht fest, welche Tempo-Begrenzung dort für Autofahrer herrschen wird.

Die Kosten: Der Boulevard-Bereich wird knapp 280.000 Euro kosten und soll aus den beantragten Fördermitteln realisiert werden. Zu prüfen ist noch die Förderfähigkeit von Aufwertungsmaßnahmen der Gehwege und Grünbereiche am Kreisverkehr an der Lohstraße sowie auf der vom Boulevard aus gesehen gegenüberliegenden Gehwegseite. 170.000 Euro sollen diese Maßnahmen kosten. Auch die Oberflächenwasserversickerung soll aus Klimaschutzgründen in das Projekt integriert werden. Dafür fallen 40.000 Euro an.

Der Hintergrund: Weil Kanalbauarbeiten im Bereich der Hafenstraße durchgeführt werden und an der Ecke Lohstraße ein Kreisverkehr entstehen soll, müssen die Bagger sowieso anrollen. Da die Stadt auch das Rathausumfeld sowie in naher Zukunft den Tigg-Bereich umgestalten will, soll sich das moderne Stadtbild im Zwischenbereich an der Hafenstraße angleichen.

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