Fair Mobil an der Realschule

Gewinnen kann Nicolas aus Datteln nur, wenn seine Mitschüler zusammenhalten

Wie ist es, wenn man sich auf die Hilfe anderer verlassen muss? Wie geht man mit Gewalt von Mitschülern um? Solche Fragen werden aktuell beim Besuch des Fair Mobils an der Realschule Datteln beantwortet.
Ein Junge bei einem Geschicklichkeitsspiel.
Nicolas (10) stapelt gemeinsam mit seinen Klassenkameraden Holzklötze zu zu einem Turm. Das klappt nur, wenn alle zusammenarbeiten. © Stefan Korte

Langsam balanciert Nicolas einen Holzklotz und setzt ihn behutsam auf einen anderen. Nach und nach entsteht ein kleiner, aber sehr wackeliger Turm. Das Knifflige: Nicolas macht das nicht alleine. Zusammen mit fünf anderen Mädchen und Jungen aus der Klasse 5b manövriert er den Holzklotz durch die Luft. Der Klotz hängt an mehreren Fäden und muss von allen gemeinsam bewegt werden. Da ist nicht nur Geschicklichkeit gefragt, sondern auch ein gutes Zusammenspiel zwischen den Mitschülern.

Genau um solche Dinge geht es an der Realschule Datteln an den beiden Tagen, an denen das Fair Mobil des Deutschen Roten Kreuzes aus Münster zu Gast ist. „Wir wollen den Schülerinnen und Schülern unter anderem Akzeptanz, Integration und Teamarbeit beibringen“, erklärt Konrektorin Heike Dora. Zudem gehe es aber auch darum, dass die Fünftklässler, an die sich das Angebot richtet, besser kennenlernen. Jana Lehnert vom DRK ergänzt: „Die Schülerinnen und Schüler kennen sich ja erst seit den Sommerferien und müssen erst einmal zusammenfinden.“

Ein Junge auf Stelzen.
Hier ist vertrauen wichtig: Nur wenn alle gut zusammenarbeiten, geht es voran. © Stefan Korte

Und das klappt ganz gut an den insgesamt zehn Stationen, die die Mädchen und Jungen an diesem Vormittag durchlaufen. Das Spiel mit den Holzklötzchen ist da nur ein Beispiel. An einer andere Station lernen die Kinder beispielsweise wie es ist, im Rollstuhl zu sitzen und sich auf andere verlassen zu müssen. Mit dabei: Pauline (11) und Ismar (10) aus der Klasse 5a. Pauline hat im Rollstuhl Platz genommen, Ismar begleitet sie durch einen Slalom-Parkour. Am Ende steht eine Kipp-Rampe, über die sie drüber muss. Erst stockt Pauline kurz, gemeinsam schaffen die beiden es dann aber.

Ein Mädchen in einem Rollstuhl fährt durch einen Slalom-Parkour.
Pauline (11) muss mit im Rollstuhl einen Slalom-Parkour meistern. Ismar hilft ihr dabei. © Stefan Korte

An anderer Stelle geht es beim Tag mit dem Fair Mobil um ganz ähnliche Dinge, aber auch um so etwas wie den Umgang mit den Sozialen Medien, der gerade in diesem Alter eine immer größere Rolle spielt. Zudem werden auch solch sensible Themen wie Körperkontakt oder Gewalt besprochen. Wichtig bei alledem: Die Kinder bekommen hier keinen Frontalunterricht, sondern gehen Probleme und Fragen gemeinsam an. Auch dass jeder seine eigene Definition davon hat, wann ein Mitschüler beispielsweise zu weit geht, wird dabei berücksichtigt.

Betreut werden die Mädchen und Jungen nicht nur vom DRK, sondern auch von den Zehntklässlern der Realschule. Sie wurden zuvor dafür geschult, können aber durchaus auch ihre eigenen Erfahrungen in dem Alter einbringen.

Die Sparkasse sponsert die beiden Projekttage

Das Fair Mobil ist bereits zum dritten Mal an der Realschule Datteln zu Gast. „Bislang war die Resonanz immer gut“, berichtet Heike Dora. „Wir sind deshalb froh, die beiden Projekttage auch dieses Jahr wieder durchführen zu können.“ Hilfe bekommt die Schule dabei von der Sparkasse, die den Einsatz des Fair Mobils sponsert.

Der Abend in Datteln

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