Wirtschaftsförderung

Gegen Leerstände: 438.000 Euro aus Münster für die Innenstadt

Mit einer Finanzspritze aus Münster will die Stadt Datteln nun gegen Leerstände in der Innenstadt ankämpfen – und dabei selbst unter die Ladenmieter gehen. Auch der Wochenmarkt ist im Fokus.
Die Leerstände entlang der Hohen Straße häufen sich - jetzt wollen Stadt und Wirtschaftsförderung mit Landesmitteln dagegen ankämpfen. © Martin Pyplatz

Die Bezirksregierung Münster bewilligt Datteln für den Verfügungsfonds Anmietungen von Leerständen 438.143 Euro. Mit dem Geld sollen Leerstände beseitigt und der Einkaufsstandort in der Innenstadt durch Weitervermietung der Ladenlokale an Gewerbetreibende attraktiver werden. Der Schwerpunkt soll dabei auf Nachhaltigkeit und Regionalität liegen. Die Stadt wird zudem ein Konzept für den Wochenmarkt erstellen, um dadurch auch mehr Menschen für die Fußgängerzone zu begeistern. Von den förderfähigen Gesamtkosten in Höhe von 486.826 Euro, werden insgesamt 90 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Stadt Datteln will unter die Ladenmieter gehen

Die Stadt will mit dem Geld leer stehende Ladenlokale anmieten. Die Miete darf dabei maximal 70 Prozent der Altmiete betragen. Dann sollen die Geschäfte an Interessierte weitervermietet werden. Und dabei kann die Stadt die Altmiete um 80 Prozent reduzieren, damit die Anmietung für Geschäftsleute attraktiv wird. Die Ladenlokale dürfen maximal 300 Quadratmeter groß sein.

18 Leerstände zählt Dattelns Innenstadtbereich zurzeit. Zuletzt haben die Traditionsunternehmen Schemann und Deilmann ihre Geschäfte geräumt. Sechs bis sieben Leerstände sollen nun mit dieser Maßnahme entwickelt werden, erklärte Wirtschaftsförderer Stefan Huxel zuletzt. Zwar ist Datteln laut IHK mit einer Zentralitätskennziffer von 107 in der Region ein beliebter Einkaufsstandort für Gäste aus den Nachbarstädten. Durch die anhaltende Konkurrenz durch den Online-Handel und nicht zuletzt durch die Corona-Krise verzeichnen Händler aber sinkende Umsatzzahlen. „Diesen Negativ-Trend gilt es abzufangen“, sagte Stefan Huxel bei der Projektvorstellung.

Er möchte mit dem Förderprogramm spezialisierte und möglichst von Inhabern oder karitativen Institutionen betriebene Ladenlokale öffnen, zum Beispiel Einzelhandels-Startups, um auch dem Anspruch der Regionalität und Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Als Ideen stellte Huxel unter anderem einen Laden mit landwirtschaftlichen Produkten aus Datteln und der Region, die Ansiedlung eines Handcraft-Bierbrauers sowie eine Outlet-Fläche für Dattelner Unternehmer vor.

Auch der Wochenmarkt steht im Fokus der Maßnahmen

Der Dattelner Wochenmarkt ist zwar stets gut besucht und zieht auch Menschen aus den Nachbarstädten an, laut Ordnungsamt Datteln sei die Tendenz aber rückläufig – von Händler- und Kundenseite. Ziel des neuen Konzeptes ist es daher, den Markt moderat zu vergrößern sowie um komplementäre Angebote zu erweitern und für ein jüngeres Publikum attraktiver zu gestalten. Er könne sich Angebote für Gartenbedarf oder zum Beispiel Suppenstände vorstellen.

Der Abend in Datteln

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