Freizeit

Gartengestalter laden in ihr grünes Wohnzimmer ein

An vier Sonntagen öffnen Vera Ewert und Friedemann Knaak ihren traumhaften Garten für Besucher. Das Hygienekonzept steht, das Ordnungsamt hat grünes Licht gegeben.
Vera Ewert und Friedemann Knaak haben es geschafft, Blumen und Kunst wunderbar zu vereinen. Sie freuen sich auf ihre gleichgesinnten Gartenliebhaber, die weit über die Grenzen Dattelns anreisen. © Martina Bialas

„Ein Garten wird nie fertig!“ Da sind sich die Gartengestalter Vera Ewert und Friedemann Knaak sicher. Und ihre Aussage ist keine Drohung, sie ist eine aufregende Verheißung. Ihr Zaubergarten in der Körtlingstraße ist aus seinem Winterschlaf erwacht und läuft zur Höchstform auf.

Gerade rechtzeitig zum ersten offenen Gartentag, der schon sehnsüchtig von interessierten Besuchern erwartet wird. „Unser Telefon steht nicht still, aber am Sonntag öffnen wir endlich unsere Blumen-Kunst-Oase. Das Ordnungsamt hat grünes Licht gegeben, ein Hygienekonzept liegt auch vor.“ So dürfen alle interessierten Gartenfans das besondere „Wohnzimmer“ wieder genau in Augenschein nehmen und Neues entdecken.

Gelungene Farbabstimmungen erfreuen das Auge. © Martina Bialas © Martina Bialas

Ein zweiter großer Spiegel hat als Blickachsenverlängerung Einzug gehalten und bringt überraschende Perspektiven. Der Wasserspuckstein ist neu ausgerichtet und seine plätschernden Geräusche haben eine beruhigende Wirkung. Die große rustikale Bank an dem kleinen Teich lädt zum Träumen und Verweilen ein. Lässt man seinen Blick von hier etwas weiter nach links schweifen, entdeckt das Auge eine entzückende Glückselfe, sie hat ihren Platz auf einem Steinsockel unter den großen Bäumen gefunden.

Ein Sorgenkind gibt es in diesem Jahr wieder für das Ehepaar: Es ist der Buchsbaum. Nach der erfolgreichen Vertreibung des Zünslers aus diesem Paradies, hat eine andere Plage Einzug gehalten, der Buchsbaumblattfloh. Der saugt sich gerne an jungen Blättern oder frischen Trieben fest und scheidet eine ihn schützende Wachsschicht aus. Vera Ewert geht rigoros gegen ihn vor, allerdings nicht mit der chemischen Keule. Sie greift zum Wasserschlauch und mit hartem Strahl wird der Buchs abgeduscht.

Die Glückselfe hat ihren festen Platz im Garten gefunden. © Martina Bialas © Martina Bialas

Das zerstört nicht das stimmige Gartenbild, auch der Rittersporn lässt sich davon nicht beeindrucken. Ihn zieht es in diesem Jahr in so ungeahnte Höhen, dass es selbst seine „Pfleger“ erstaunt.

Die in den Bäumen aufgehängten Glöckchen schlagen leise an, wenn etwas Wind aufkommt. Vera Ewert ist ein Glöckchenfan und hat sie in allen Größen in ihrem Garten aufgenommen. Zu ihnen gehört auch eine handgeschmiedete, die hat sie direkt aus dem Freilichtmuseum Hagen importiert. Die Frau mit dem grünen Daumen freut sich, dass sie magische Zahl 111 in der Anzahl ihrer Hosta halten konnte. Trotz der eisigen Schnee- und Frostwoche haben die Königinnen des Schattens durchgehalten und schimmern jetzt in den unterschiedlichsten Grüntönen. Die Licht- und Farbenspiele setzen von ganz alleine die entscheidenden Akzente in diesem besonderen Bild.

Der Rhododendron lockt mit seinem Duft die wichtigen Insekten an. © Martina Bialas © Martina Bialas

Vera Ewert und Friedemann Knaak lassen der Natur ihren Lauf. Sie greifen nur ein, wenn Pflanzen zu viel Platz für sich beanspruchen und andere einengen. Mit den Eintrittsgeldern aus den Thementagen möchten sie weiter die Stadt Datteln verschönern. Ihr neues Projekt, ein Schulgarten an der Dependance des Comenius-Gymnasiums, hängt allerdings ein wenig. Die städtischen Gärtner müssen erst noch ein wenig Vorarbeit leisten, damit das Ehepaar endlich aktiv werden kann.

„Auf in ungeahnte Höhen“, heißt es für den Gipfelstürmer. © Martina Bialas © Martina Bialas

Dafür wächst und gedeiht ihre Bepflanzung auf dem von ihnen geschaffenen Spiralnebelbeet, welches zu einem Anziehungspunkt auf dem Hauptfriedhof geworden ist. Mithilfe zweier Gartenfreunde haben sie hier alles im Griff. Für die Pflege der städtischen Pflanzbeete zur Verkehrsberuhigung in ihrer Straße suchen sie weitere Paten. „Jeden Monat zehn Minuten Zeit investieren, das ist nicht viel. Und von uns gibt es jede Menge Tipps für den eigenen Garten“, versprechen sie.

Seit 2003 öffnen sie ihre Gartenpforte, ihre Besucher empfinden die besonderen Momente als Wohltat und möchten manchmal gar nicht mehr ihr gefundenes Plätzchen in dieser Augenweide verlassen.

Zur Sache

Die Termine

Offene Ewert-Gartentage jeweils von 11-18 Uhr,

Körtlingstraße 14, Eintritt 3 Euro, www.garten-ewert.de

  • Sonntag, 6. Juni – Rosen, Iris, Blütenträume
  • Sonntag, 27. Juni – Rosen und vieles mehr
  • Sonntag, 18. Juli – Sommerliches Blütenmeer
  • Sonntag, 22. August – Sommerausklang

Der Abend in Datteln

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