Hamm-Osterfelder-Bahnlinie

Ein Bahnhof für Datteln: Jusos erneuern Kritik nach Selbstversuch

Seit 1983 werden über die Hamm-Osterfelder-Bahnlinie, die an Datteln vorbeiführt, keine Personen mehr transportiert. Die Jungsozialisten der SPD wollen das ändern.
Das alte Bahnhof-Gebäude in Datteln-Meckinghoven wird aktuell von der Awo genutzt © Jusos Datteln

Neu ist die Forderung nicht, die Hamm-Osterfelder-Bahnlinie zu reaktivieren. Für die Jungsozialisten (Jusos) aus den Städten entlang des Streckenverlaufes, unter anderem aus Datteln, Lünen und Waltrop, bleibt dieses Thema weiterhin ein „wichtiger Bestandteil für die Mobilitätswende und auch für den Kampf gegen den Klimawandel“, schreiben die Dattelner Jusos in einer Stellungnahme. Seit 1983 wird die Linie größtenteils nur noch für den Güterverkehr genutzt.

Fehlender Anschluss an das Schienennetz ist „ein Unding“

Die Strecke beginnt in Hamm und führt über Bergkamen, Lünen, Waltrop, Datteln, Recklinghausen-Ost, Bottrop und Gelsenkirchen nach Oberhausen-Osterfeld. Nun sollen wieder Personen befördert werden. „Die Zeit ist reif“, schreiben die Jusos.

Mit fast 35.000 Einwohnern gehört Datteln zu den wenigen mittelgroßen Städten in Deutschland, die keinen Bahnhof haben und somit nicht an den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) angeschlossen sind, bemängeln die Jusos. „Für die heutige Zeit ein Unding, dass Regionen wie das Ostvest über keinen eigenen Anschluss an das Bahnnetz verfügen.“, so Pascal Buddäus, Vorsitzender der Jusos Datteln.

Die Gleise zum ehemaligen Bahnhof Datteln werden heutzutage nur noch von Güterzügen genutzt. © Jusos Datteln © Jusos Datteln

Dabei könne eine Reaktivierung der knapp 77 Kilometer langen Bahnlinie und die Schaffung einer Haltestelle in Datteln ein weiteres Angebot für die Mobilität vor Ort schaffen. Die Verbindung ans Ruhrgebiet wäre für die Stadt ein Gewinn und würde die Attraktivität der Stadt für die Arbeitnehmer, die ansässigen Unternehmen und die Bürger enorm steigern.

Fahrt von Lünen nach Datteln: Jusos unternehmen Selbstversuch

Bei einem Selbstversuch unternahmen die Juso-Stadtverbände Datteln und Lünen eine Fahrt zwischen ihren beiden Städten. Beginnend am Lüner Hauptbahnhof ging es mit zwei Umstiegen in Lünen-Brambauer und Waltrop zum ehemaligen Dattelner Bahnhof in Meckinghoven. Da die gewünschte Bahnverbindung noch fehlt bedeutete dies eine längere Busfahrt von einer Stunde und 40 Minuten für eine Strecke, die mit dem Auto in 30 Minuten und mit der Bahn womöglich in 15 Minuten machbar wäre, melden die Jusos. Neben dem Defizit durch die langen Fahrt- und Wartezeiten trübt auch das aufgeteilte Tarifsystem die Bereitschaft für den ÖPNV.

Die Jusos aus Datteln und Lünen mit Bundestagskandidat Brian Nickholz und Gästen, die nach der längeren Busfahrt den Abend am SPD-Bürgerbüro in Datteln ausklingen ließen.
Die Jusos aus Datteln und Lünen mit Bundestagskandidat Brian Nickholz und Gästen, die nach der längeren Busfahrt den Abend am SPD-Bürgerbüro in Datteln ausklingen ließen. © Jusos Datteln © Jusos Datteln

Auch die SPD-Bundestagskandidaten Brian Nickholz (u.a. für Datteln, Oer-Erkenschwick), Frank Schwabe (u.a. für Waltrop) und Michael Thews (u.a. für Lünen, Hamm) sind sich einig, dass eine Reaktivierung der Bahnlinie für die Menschen und auch für das Klima in der Region wichtig ist. Zur weiteren Steigerung der Attraktivität des ÖPNVs gehören auch Zukunftsprojekte wie das 365€-Ticket oder besser noch ein ticketfreier Nahverkehr, schreiben die Jusos.

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