Regionalverband Ruhr

Dillenburg: CDU und Grüne sind von RVR-Regionaldirektorin „irritiert“

Obwohl sich ein Kompromiss in Sachen Gewerbegebiet an der Dillenburg anbahnt, ist das Thema für die Lokalpolitiker von CDU und Grünen nicht durch. Sie üben Kritik an der RVR-Direktorin.
Die Dillenburg zwischen Datteln und Oer-Erkenschwick wurde als ein Kooperationsstandort für Gewerbeansiedlungen beim Regionalverband Ruhr eingereicht. Trotz Umweltbedenken hält der Regionalverband am Standort fest. © ANDREAS KALTHOFF (Archiv)

Obwohl sich die Stadträte wie auch zahlreiche protestierende Bürger in Datteln und Oer-Erkenschwick gegen ein Gewerbegebiet an der Dillenburg auf landwirtschaftlich genutzter Fläche am Haardrand ausgesprochen hatten, bleibt das Gebiet weiter als Kooperationsstandort für Gewerbeansiedlungen auf der Liste des Regionalverbandes Ruhr (RVR). Als Kompromiss können Alternativstandorte von den Städten bestimmt und beim RVR eingereicht werden.

CDU und Grüne in beiden Städten sind damit nicht zufrieden. Den Umgang mit Einwendungen von Bürgern halten sie für „irritierend“. Ebenso wie den Umgang von Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel (SPD) mit den Stadträten.

„Die Räte und auch der Kreistag sind die gewählte Stimme der Bürger. Man kann die Entscheidungen richtig oder falsch finden, aber diese vollkommen zu ignorieren, ist nicht hinzunehmen“, sagt der Oer-Erkenschwicker CDU-Fraktionsvorsitzende Lars Ehm. Marco Zerwas, Grünen-Fraktionschef in Datteln, ergänzt: „Wir wollen wertvolle Böden und auch eine Landschaft erhalten, die nicht nur der Landwirtschaft, sondern auch am Rande des Ruhrgebiets der Naherholung dient. Für Datteln ist diese Frischluftschneise essenziell.“

Armin Ziesmann, Fraktionsvorsitzender der Oer-Erkenschwicker Grünen stimmt zu: „Der Flächenverbrauch muss gestoppt werden, er ist nicht nachhaltig und zukunftsfähig. Weniger Versiegelung ist das Ziel.“ Der Dattelner CDU-Fraktionschef Patrick-Benjamin Bök greift das auf: „Wir planen doch Flächen wie vor hundert Jahren. Es wäre doch an der Zeit, auch für Gewerbe und Industrie neue Modelle zu finden, wie Flächen effizienter genutzt werden können und wie auch solidarisch in entsprechenden Gewerbegebieten kollaborativ und ressourcenschonend zusammengearbeitet wird. Andere Länder machen uns das schon lange erfolgreich vor.“ Das sieht auch Ziesmann so: „Industrie darf nicht gegen Ökologie ausgespielt werden.“

Regionaldirektorin wird zur Dillenburg eingeladen

Die Fläche an der Dillenburg sei schlichtweg nicht geeignet, schließt sich Lars Ehm an. Zusammen mit Bök ist er sich sicher, dass es in beiden Städten andere, besser geeignete Flächen für Gewerbeansiedlungen gibt. Diese seien jedoch vom RVR nicht in Betracht gezogen worden, merkt Bök an. Laut dem Beschluss der RVR-Verbandsversammlung sind nun aber die Städte am Zug eben diese Alternativen Standorte zu benennen. „Frau Geiß-Netthöfel sollte sich mit uns Fraktionsvertretern und Bürgern vor Ort ein Bild machen. Die Sommermonate bieten sich dafür sicherlich an. Danach sollte Sie auch die Entscheidungen der Räte in Datteln und Oer-Erkenschwick besser nachvollziehen können. Die Einladung steht“, sagt Bök. Die Parteivertreter fordern die SPD-Regionaldirektorin auf, die Entscheidungen auf lokaler sowie Kreisebene zu respektieren und ernst zu nehmen, anstatt sich darüber hinwegzusetzen.

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