Bunker- und Bergbaumuseum

Diebe haben das Leben für zwei Kisten Bier riskiert

Im Juni saß der Schock beim Team des Bunker- und Bergbaumuseums tief. Unbekannte hatten ein 5000 Euro teures Starkstromkabel entwendet und den Museums-Betrieb so unmöglich gemacht.
Freuen sich über Spenden für das Bergbaumuseum: Kassierein Henrike Everts-Schneider, Andreas Schneider, Herbert Müller, Uwe Reinsch und Wolfgang Thimian (v.l.). Foto: Martin Pyplatz © Martin Pyplatz

Damit der Betrieb in dem ehrenamtlich geführten Bergbaumuseum wieder aufgenommen werden kann, hat das Team tief in die Kasse greifen müssen, um ein neues Kabel zur Stromversorgung kaufen zu können. Aber jetzt brennt wieder Licht im Bunker. Überrascht wurde das Bunker-Team jetzt von Heimatforscher Wolfgang Thimian und spendablen Lesern der Dattelner Morgenpost, die einen Betrag von insgesamt 760 Euro zur Entlastung der Museumskasse beisteuerten.

Wolfgang Thimian ist vielen Dattelnern als ehrenamtlicher Heimatforscher bekannt. Unter anderem betreibt er die Facebook-Gruppe „Meine Heimat Datteln“. Als er in der Dattelner Morgenpost vom Diebstahl des Starkstromkabels des Bunker- und Bergbaumuseums an der Heibeckstraße las, habe er augenblicklich den Entschluss gefasst, helfen zu müssen. Kurzerhand rief er in seiner Facebook-Gruppe dazu auf, Geld für die Anschaffung eines neuen Starkstromkabels zu spenden. Denn ohne ein solches Kabel, das das gesamte Museum mit Strom versorgt, bleibt es im Bunker dunkel. Und es dauerte nicht lange, bis sich die ersten Spender bei ihm meldeten.

Heimatforscher erlebte schöne Momente im Museum

„Es haben sich sogar Leute bei mir gemeldet, die sich dafür entschuldigt haben, dass sie nicht so viel Geld spenden können, wie sie gerne würden“, berichtet Thimian. Dennoch hätten sie dann fünf oder zehn Euro für das Museum gespendet. „Es sind ganz oft die, die nicht viel haben, die ohne Wenn und Aber spenden“, lobt Henrike Everts-Schneider, Kassiererin des Bunker- und Bergbaumuseums, die Spender. Wolfgang Thimian sagt, er habe in dem kleinen aber liebevoll eingerichteten Museum viele schöne Momente erlebt. Mit der Spendenaktion wolle er dazu beitragen, dass auch andere Menschen solche Momente erleben können. 440 Euro konnte er jetzt an Herbert „Steiger“ Müller und das Bunker-Team überreichen.

„Steiger“ Müller kann nur mit dem Kopf schütteln

Herbert „Steiger“ Müller kann auch heute nur mit dem Kopf schütteln, wenn er an den Diebstahl des 15 Meter langen und 5000 Euro teuren Starkstromkabels denkt. „Im Grunde sind die ja völlig bescheuert“, ärgert sich der ehemalige Bergmann, der in dem ehemaligen Luftschutzbunker an der Heibeckstraße mit Ex-Kumpeln und Pütt-Liebhabern ehrenamtlich das Andenken an die Bergbaukultur in Form eines Bergbaumuseums in Ehren hält.

Denn mit dem Klau des Kupferkabels hätten die Diebe ihr Leben für umgerechnet zwei Kisten Bier aufs Spiel gesetzt. „Wenn Du so ein Kabel kaufst, legst Du dafür locker über 4000 Euro auf den Tisch“, erklärt Steiger Müller. „Die Burschen die das geklaut haben, werden das wohl abschälen, um das Kupfer zu verticken. Da bekommste aber nicht viel für. Da kannste dir vielleicht zwei Kisten Bier von kaufen. Und dafür haben die ihr Leben riskiert.“ Immerhin fließen 380 Volt durch so ein Stromkabel.

Auch Leser der Morgenpost haben gespendet

Weitere 320 Euro wurden durch Leser der Dattelner Morgenpost gespendet. Sie waren durch den Artikel über den Diebstahl des Starkstromkabels auf das Problem aufmerksam geworden. „Wir bedanken uns bei allen Spendern“, sagt Henrike Everts-Schneider. Das Geld trage zur Entlastung der Bunker-Kasse bei. Denn pandemiebedingt können seit über einem Jahr keine Führungen oder Veranstaltungen in dem ehemaligen Bunker durchgeführt werden.

Wann es mit dem Betrieb im Bunker- und Bergbaumuseum weitergeht, ist fraglich. „In der letzten Versammlung haben wir erstmal beschlossen, dass wir dieses Jahr noch abwarten, um zu sehen, wie sich die ganze Geschichte rund um Corona entwickelt“, erklärt die Kassiererin. „Wenn alles gut geht, wollen wir zum nächsten Frühjahr wiedereröffnen.“

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